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30.12.2013

17:32 Uhr

Was vom Tage bleibt

Mach's noch einmal Schumi!

VonOliver Stock

Das Sportidol kämpft ums Überleben. Die nächste Traditionsbank will dem Steuerzahler zur Last fallen. Der Adiletten-Konkurrent rüstet auf. Und ein Rettungsversuch in der Antarktis misslingt. Der Tagesbericht.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

DüsseldorfGuten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Schumi, Du musst gewinnen!

Michael Schumacher schwebt nach einem Skiunfall in Lebensgefahr. Niemand auf Erden weiß, ob er durchkommt und welche dauerhaften Schäden er davonträgt. Die Nachricht erschüttert. Wie kann jemand, der sich jahrzehntelang hinter dem Lenkrad seines Rennwagens in zwar kalkulierte, aber unvermindert große Gefahr begeben hat, ausgerechnet beim Volkssport Skifahren so schwer verunglücken? Es ist ein Schicksalsschlag. Der zweite Gedanke: Wie konnte das passieren? Muss der Mann denn wirklich abseits der Pisten Ski fahren? Meine Kollegin sagt: Das mache sie auch. Und sie ist mir nicht als Hochrisikokollegin bekannt. Ich denke auch an seine Familie: Was uns erschüttert, kann sie aus der Bahn werfen. Schumacher war nicht nur ein Ausnahmesportler, er ist auch Ehemann und Vater. Und nun? Wir bangen um einen Sportsmann, der durch seine Erfolge und durch seine Ausstrahlung viele andere überragte. Um einen, der nicht durch Affären und durchs Geldverprassen auf sich aufmerksam machte, sondern durch den zähen Kampf, sich in der Pole-Position der Formel eins zu halten. Wir machen uns Sorgen um einen Menschen, der in vielem unser Vorbild sein kann. Schumi, wir drücken Dir mal wieder die Daumen – gewinne noch einmal, diesmal für Dich!

Die Nagelprobe

Drei Milliarden Euro braucht die älteste Bank der Welt, um noch älter zu werden. Doch die Aktionäre der italienische Traditionsbank Monte dei Paschi schmetterten das Ansinnen nach einer Kapitalerhöhung ab, das Präsident Alessandro Profumo an sie herangetragen hatte. Die Bank wird damit zum Test: Wird es möglich sein, Aktionäre – wie nach allen Regeln der Kunst geplant – zur Rettung heranzuziehen oder landen die Schulden der Bank – wie bisher stets – beim Steuerzahler? Fortsetzung folgt, nächstes Jahr.

Geld für den Adiletten-Konkurrenten

Klar kennen Sie Crocs: Das sind diese unmöglichen quietschbunten Gummisandalen, die meine Lieblingsadiletten in der Hitliste der hässlichsten Schuhwerke verdrängt haben. Verantwortlich dafür ist John McCarvel, der den Hersteller zu dem gemacht hat, was er ist: Ein Fußverächter. Dafür und dafür, dass Crocs im laufenden Quartal einen Verlust erwartet, muss McCarvel jetzt gehen. Allerdings investiert gleichzeitig der größte Geldgeber der Welt, Blackstone, 100 Millionen in die Sandalenbutze. Es könnte also sein, dass wir bald Unterwäsche aus Gummi oder vielleicht grelle Hüte mit Luftlöchern präsentiert bekommen, die den Namen Crocs tragen. Da freut man sich doch, dass Weihnachten schon vorbei ist.

Touristen auf Eis

Ein Schneesturm hat den neuesten Rettungsversuch für die 74 Teilnehmer einer Antarktis-Expedition vereitelt. Der Sturm zwang den australischen Eisbrecher „Aurora Australis“ zur Umkehr. Er kam zwar bis auf 18 Kilometer an das Forschungsschiff „MV Akademik Shokalskiy“ heran. Die Sichtverhältnisse verschlechterten sich aber derart, dass eine Weiterfahrt zu gefährlich gewesen wäre. Die Reisenden sind seit mittlerweile sechs Tagen im Polareis eingeschlossen. Irgendwann dürfte ihnen kalt werden. „Das Wetter war heute schockierend“, twitterte Expeditionsleiter Chris Turney. Wir warten nun auf den Tweet, der uns erklärt, was Touristen eigentlich im unzugänglichsten Teil der Antarktis zu suchen haben. Passt wahrscheinlich nicht in 140 Zeichen.

Einen herzerwärmenden Silvesterabend und ein wohltemperiertes neues Jahr wünscht Ihnen

Oliver Stock

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