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06.06.2014

19:04 Uhr

Was vom Tage bleibt

Mehr Frieden am D-Day

VonStefan Menzel

Präsident Putin trifft seine Gegenspieler, Alice Schwarzer hat ein Steuerproblem. Österreich bittet Hypo-Gläubiger zur Kasse, die Allianz baut ihr Fußball-Reich aus und die WM kommt immer näher. Der Tag im Rückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Auf dem Weg der Vernunft

Die Zeichen stehen auf Frieden. Erst hat der russische Staatspräsident Wladimir Putin am Rande der D-Day-Feierlichkeiten seinen gerade erst gewählten ukrainischen Amtskollegen Petro Poroschenko getroffen. Danach reichte es sogar zu einem kurzen Gespräch mit US-Präsident Obama. Beide Seiten reden also wieder miteinander, damit wachsen die Chancen auf Frieden. Aber: Im Osten der Ukraine sterben weiterhin täglich Menschen, inzwischen ziemlich unbeobachtet von der Weltöffentlichkeit. West und Ost müssen jetzt schnell dafür sorgen, dass dieses Töten endlich aufhört. Friedensbekundungen allein sind nicht genug.

Mehr Steuermoral

Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt und Unwissenheit schützt nicht vor Strafe. Etlichen Prominenten hierzulande wie aktuell wieder der Frauenrechtlerin Alice Schwarzer scheint der Fiskus jedoch ziemlich egal gewesen zu sein. Wie gut, dass die in der Schweiz aufgetauchten Steuer-CDs und die neuen Regeln beim Bankgeheimnis den Druck auf prominente Steuerflüchtlinge gewaltig erhöht haben. Frau Schwarzer dürfte das eine Lehre sein, ihre Steuern wird sie künftig pünktlich bezahlen. Der Großteil der Bevölkerung kann das schließlich auch.

Griechische Österreicher

Österreich gilt gemeinhin als Hort der Zuverlässigkeit und der Stabilität. Wenn es um viel Geld geht und der Finanzminister große Löcher zu stopfen hat, dann hört allerdings auch in Wien der Spaß auf. In Österreich sorgt die Pleitebank Hypo Alpe Adria für großes Unglück und für ein Loch im Staatshaushalt. Deshalb ist Österreichs Regierung der Ruf des Landes plötzlich völlig egal und die Regeln der Finanzwelt werden gebrochen. Anleihegläubiger sollen ohne Ausgleich am Schuldenschnitt der Bank beteiligt werden, obwohl doch eigentlich das Bundesland Kärnten die Anleihen garantiert. Die Regierung in Wien sollte vielleicht doch einmal etwas genauer überlegen. Kommt es tatsächlich zu dieser Beteiligung der Anleihegläubiger, dann wird Österreich zum Griechenland der Alpen.

Glanz in der Hütte

Die Allianz strickt an einem gewaltigen Fußball-Imperium. Dass der Versicherungskonzern über die Allianz-Arena mit dem FC Bayern München verbandelt ist, hat sich inzwischen überall herumgesprochen. Mittlerweile tragen aber auch Stadien in London, Nizza, Sydney und São Paulo den Namen des deutschen Versicherungskonzerns. Jetzt kommt ein weiteres Land dazu – auch in Wien wird künftig ein Fußball-Stadion mit dem Allianz-Logo geschmückt sein. Die Münchener dürfen sich gern noch weiter ausbreiten. Versicherungen gelten gemeinhin als etwas langweilig. Mit dem Fußball kommt zumindest in München deutlich mehr Glanz in die möglicherweise verstaubte Hütte.

Der Anstoß droht

Apropos, Fußball. In wenigen Tagen ist es soweit, dann beginnt in Brasilien die Fußball-Weltmeisterschaft. Heute am Freitagabend läuft die deutsche Mannschaft in Mainz zu ihrem letzten Testspiel auf, Gegner wird Armenien sein. Auch wir bei Handelsblatt Online werden uns dem Sog des Fußballs nicht entziehen können. Es wird deshalb auch bei uns eine umfassende Berichterstattung über dieses Mega-Fest des Fußballs geben. Wer mit dem runden Leder allerdings überhaupt nichts anfangen kann, der sei getröstet: Nach vier Wochen ist das Spektakel auch schon wieder vorbei.

Allen Fußball-Fans viel Spaß heute Abend und uns allen ein sonniges Pfingstfest

Stefan Menzel

Kommentare (1)

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06.06.2014, 19:32 Uhr

Endlich: Nicht der Steuerzahler sondern der Gläubiger verliert sein Geld, genau so ist das vorgesehen in der Marktwirtschaft.

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