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04.09.2013

18:38 Uhr

Was vom Tage bleibt

Mehr Luft für den Bauhandel

VonStefan Menzel

Das Ende von Praktiker sorgt für Entspannung in einer gebeutelten Branche und Deutschland steht im internationalen Vergleich recht gut da. Ryanair und Carlos Slim haben hingegen Probleme. Der Tagesrückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Bye, bye Praktiker

Seit Wochen hat sich diese Entwicklung abgezeichnet, es gibt keine Alternative mehr: Die Baumarktkette Praktiker muss dichtmachen. In der Branche wird es ein Aufatmen geben, endlich verschwindet ein lästiger Wettbewerber. Denn es steht außer Frage, dass es in Deutschland einfach zu viele Baumärkte gibt. Mit dem Aus von Praktiker wird also die schon lange notwendige Marktbereinigung eingeleitet. Die spannende Frage wird allerdings sein, ob es noch eine weitere Baumarkt-Kette erwischen wird.

Besser als gedacht

Kein Tag vergeht, an dem nicht irgendwelche Nörgler den Standort Deutschland schlecht reden wollen. Miese Straßen, schlechte Infrastruktur – das ist das typische Jammern, das immer wieder zu hören ist. Klar, das sind die gewohnten Klagen von innen heraus. Aber es lohnt sich einfach manchmal, auf die Stimmen von außen zu hören. Nach einer neuen Studie des Weltwirtschaftsforums hat Deutschland seine internationale Wettbewerbsfähigkeit steigern können und wieder einmal die USA hinter sich gelassen. Fazit: Hierzulande geht es viel besser, als uns das so mancher einreden möchte.

Schweigen ist manchmal Gold

Kluge Sprüche gibt es auch immer wieder von Ryanair-Chef Michael O’Leary. Eine seiner bekanntesten Weisheiten lautet so: „Die Deutschen werden nackt über Scherben robben, um an Billigtickets zu kommen.“ Offensichtlich geht das Prinzip „Billig“ nicht mehr auf. Es gibt jedenfalls nicht mehr ausreichend Passagagiere, um die Ryanair-Flugzeuge zu füllen. Denn wenn das Geschäft besser liefe, hätte die Billig-Airline am Mittwoch keine Gewinnwarnung aussprechen müssen. Merke: Michael O’Leary sollte den Mund besser nicht immer so voll nehmen. Es gibt auch noch andere Fortbewegungsmittel außer Ryanair.

Vorsicht, Europa!

Mit viel Wind ist Carlos Slim in Europa angetreten: Die Beteiligungen an der Telekom Austria und der niederländischen KPN sollten nur der Anfang sein, um auf längere Sicht den europäischen Telefonmarkt aufzurollen. Geld ist dabei nicht das Problem, der mexikanische Milliardär hat davon genug auf dem Konto. Deshalb war es aus seiner Sicht ein ziemlich logischer Schritt, dass er vor ein paar Wochen ein Übernahmeangebot für den kompletten KPN-Konzern vorgelegt hat. Nun aber sperren sich die Niederländer dagegen, sie wollen lieber ihre Eigenständigkeit verteidigen. Carlos Slim muss lernen, dass Geld dann eben doch nicht alles ist.

Kauziger Bär

Russlands Präsident Wladimir Putin ist immer wieder für eine plötzliche Wende gut. Jetzt hat er mit der Nachricht überrascht, dass sein Land unter gewissen Bedingungen doch einer militärischen Attacke auf Syrien zustimmen könnte. Niemand sollte sich dabei etwas vormachen: Das Ganze dürfte wahrscheinlich nur ein taktisches Spielchen sein, um ein bisschen Zeit für die syrischen Verbündeten zu gewinnen. Russland hat sich unter Putin in außenpolitischen Fragen zu einem sehr unzuverlässigen Partner entwickelt. Das Vertrauen ist dahin, der Westen sollte besser nicht mehr auf Putin setzen. Leider.

Einen angenehmen Sommerabend wünscht Ihnen

Stefan Menzel

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

04.09.2013, 19:12 Uhr

@Kauziger Bär

Nanana, das greift zu kurz: Putin sagte, dass er genauso den Einsatz von Massenvernichtungswaffen ablehnt - und jedwede Verstöße auch milítärisch ausdiskutieren wollte. Der Kontext dazu war aber, dass die USA ihre vermeintlichen Assad-Beweise doch bitteschön DER UNO vorlegen sollte - weil er deren Bestand schlichtweg für völlig abwegig hält. Und nachdem er selber WEISS, dass Assad dies nicht getan hat, kann er auch genau diese Haltung einnehmen.

@Besser als gedacht.

War und ist schon lange Zeit so, dass die Deutschen in vielen Bereichen vorbildhafte Errungenschaften entwickelten, die Leuchturm-Effekt in sich trugen. Deshalb, bitteschön, SEIEN WIR AUFRECHT. Genau deshalb, bitteschön, bedeuten die ach so tollen EU-Neuerungen aus Brüssel für uns einen gehörigen RÜCKSCHRITT. Und deshalb, bitteschön, wünsche ich mir, dass anstelle von treudoofem Gefälligkeitsstreben UNSERE Positionen besser reklamiert und verteidigt werden.

Danke.

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