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11.02.2015

19:48 Uhr

Was vom Tage bleibt

Meine Herrn, die Welt ist nicht einfach

VonOliver Stock

In Brüssel treffen sich die, die es sich einfach machen, und reden über Griechenland. In Minsk geht es um Krieg oder Frieden. Und Coca Cola wird unsexy. Das sollten Sie vom Tag behalten.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Die Vereinfacher
Für Bundesfinanzminister Schäuble ist die Sache einfach. Griechenland muss die eingegangenen Zusagen aus dem Hilfsprogramm einhalten. Sonst sei es „eben vorbei“. Für seinen griechischen Amtskollegen Yanis Varoufakis ist die Welt ebenfalls einfach: Er ist dafür gewählt worden, dass seine Regierung diese Zusagen bricht. Wenn es sich beide länger einfach machen, wird es heute und morgen beim Treffen der Verantwortlichen in Brüssel keine Einigung geben, die Griechenland oder der EU weiterhilft. Meine Herren, die Welt ist nicht einfach. Ihr Wählerauftrag ist es, eine Lösung zu finden.

Krieg oder Frieden
Während in Brüssel bloß gefeilscht wird, geht es in Minsk um Krieg oder Frieden. Die Gespräche zwischen den Mittlern Merkel und Hollande sowie den Kriegsherren Putin und Poroschenko sind die erst einmal letzte Chance, in der Ukraine den Frieden wiederherzustellen. Geht das schief, wird Amerika nicht zusehen, wie Russland ein unabhängiges Land verschluckt. Deutschland hätte damit einen Krieg der Großmächte vor seiner Haustür. Es ist eine Illusion zu glauben, dass wir uns dabei wegducken könnten.

Deutsche Helfer

Die Schweiz hat erstmals seit 2005 ihren Haushalt wieder mit einem Minus abgeschlossen: 118 Millionen Euro um genau zu sein. Ist nicht viel, wenn da nicht die Gewissheit wäre, dass es nicht wirklich besser wird. Die Frankenentscheidung stürzt das Land in eine Rezession. Es gehört schon der Kampfgeist eines Wilhelm Tell dazu, einen Weg aus der Misere zu finden. Die Geschichte vom Tell ist übrigens vor allem die Erfindung eines Deutschen: Friedrich Schiller. Beim Franken können wir aber jetzt nicht schon wieder aushelfen, liebe Eidgenossen.

Warum die Menschen fliehen

Bei einem Bootsunglück im Mittelmeer sind offenbar mehr als 300 Flüchtlinge ertrunken. Und wir sind hilflos. Wirklich? Nur mal angenommen, einer der Toten war ein Bauer aus Afrika, der seine Hühner nicht mehr auf dem Markt verkaufen konnte, weil billigere, subventionierte Hühnchen aus der EU auf den Markt kamen. In seiner Verzweiflung beschloss er auszuwandern. So plump diese Geschichte daherkommt – es gibt die theoretische Möglichkeit, dass sie wahr ist. So hilflos, wie wir tun, sind wir gar nicht.

Kohl fehlt
Bei der Trauerfeier für Richard von Weizsäcker fehlte heute einer: Helmut Kohl. Es gibt zwei Möglichkeiten, warum. Entweder ist auch Kohl gebrechlich und kann nicht. Oder der ehemalige Bundespräsident ist sein Gegner über den Tod hinaus. Letzteres zeugte nicht von Größe.

Schluss mit der Sause
Die Sause mit der Brause ist vorbei: Der Absatz von gezuckerten Erfrischungsgetränken sinkt. Während Pepsi erfolgreich ein zweites Standbein mit Snacks aufgebaut hat, wagt sich deswegen Coca Cola auf unbekanntes Terrain – und verkauft Milch. Das ist etwa so, als würde das Handelsblatt Beipackzettel drucken. Todsicheres Geschäft, aber ziemlich unsexy.

Zu Risiken und Nebenwirkungen sage ich heute Abend nichts
Ihr Oliver Stock

Kommentare (1)

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Herr Marc Otto

11.02.2015, 20:02 Uhr

Geht das schief, wird Amerika nicht zusehen, wie Russland ein unabhängiges Land verschluckt. ######## Warum hat es Russland zugelassen, dass Amiland den Irak geschluckt hat?

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