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28.12.2012

17:47 Uhr

Was vom Tage bleibt

Mit Porsche geht's ab

VonOliver Stock

Der Sportwagenbauer entgeht einem teuren Prozess. Die Landesbank in Stuttgart sucht einen solchen. Griechen sparen Steuern, auch wenn's weh tut. Und Steinbrück lassen seine Honorare auch 2013 nicht los. Der Tagesbericht.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Wenn Porsche verklagen - dann in Deutschland

Anleger lieben's langweilig: Aus formalen Gründen, so urteilt ein US-Berufungsgericht Gericht, können Hedgefonds keinen Schadenersatz gegen Porsche geltend machen. Die Fonds hatten geklagt, weil sie beim Übernahmeversuch von VW durch Porsche viel Geld verloren hatten. Und da sie davon ausgingen, in den USA eher zu ihrem vermeintlichen Recht zu kommen, taten sie es eben da. So kurz vor dem Jahresende hatten die Richter aber keine Lust auf dicke Aktenordner. Die Sache spielt in Deutschland, stellten sie fest und wiesen die Klage kurzerhand ab. Langweilig für Journalisten also, aber eben gut für Anleger: Die Porsche-Aktie schoss auf den höchsten Wert seit knapp zwei Jahren.

Wie schlau sind die Schwaben?

Mehr Erfolg mit ihrem Klageort könnte die Landesbank Baden-Württemberg haben. Sie zerrt die Deutsche Bank in New York vor Gericht. Bei der Klage geht es um den Verkauf von mit Hypotheken abgesicherten Anleihen, den sogenannten Mortgage Backed Securities. Die LBBW fühlt sich wie viele Konkurrenten von der Deutschen Bank über die Risiken der Papiere falsch informiert und will zumindest einen Teil des Geldes wieder haben. Die Deutsche Bank wies die Vorwürfe zurück. Wahrscheinlich sind die amerikanischen Richter zuständig, immerhin geht es ja um US-Schrottpapiere. Den Stuttgartern muss das aber nicht helfen. Denn es könnte sein, dass die Richter schlicht erkennen: Die Landesbank hat nicht geprüft, was sie gekauft hat. Jeder schwäbische Gebrauchtwagenkäufer wäre schlauer gewesen.

Griechen sparen Steuern

In den Steuerämtern Griechenlands bildeten sich heute lange Warteschlangen. Statt Geld zum Fiskus, trugen die Griechen Nummernschilder dorthin - um Geld zu sparen. Viele Menschen gaben die Schilder ihrer Autos ab, damit sie 2013 keine Verkehrssteuern mehr zahlen müssen. Bleiben wir mal in Klischees: Den Griechen ist das Reden besonders wichtig. Den Deutschen zum Beispiel das Autofahren. Wetten, das hierzulande in einer dicken Krise mehr Telefonverträge storniert würden als Autoversicherungen?

Guten Rutsch, Herr Steinbrück!

Peer Steinbrück hat als Finanzminister zugelassen, dass eine Anwaltskanzlei innerhalb von drei Jahren 1,8 Millionen Euro an Honoraren für Jobs erhielt, die sie für sein Ministerium übernahm. Das sind 600 000 im Jahr, und es klingt nicht nach absoluter Überbezahlung. Allerdings hat die gleiche Kanzlei vergangenes Jahr Steinbrück 15 000 Euro für einen Vortrag bezahlt, was wiederum ein sehr ordentliches Honorar ist. Guten Rutsch, Herr Steinbrück, könnte glatt werden nächstes Jahr.

Auch Ihnen wünsche ich zwölf frohe Monate, 52 glückliche Wochen, 365 bezaubernde Tage, 8760 einmalige Stunden, 525600 unvergessliche Minuten und 31 536 000 atemberaubende Sekunden. Es würde mich glücklich machen, wenn Handelsblatt Online und Sie ein paar davon zusammen gestalten.

Ihr Oliver Stock

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