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16.08.2013

18:20 Uhr

Was vom Tage bleibt

Möge die Vernunft siegen

VonStefan Menzel

Wissenschaftler verpassen Facebook einen Rüffel, Gold wird wieder normal und VW erfreut sich seiner Erfolge in China. Der Berliner Flughafen macht Hoffnung, nur in Ägypten sieht es düster aus. Der Tag im Rückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Facebook in kleinen Dosen

Danke für diese Nachricht: Die Universität von Michigan hat in einer neuen Studie herausgefunden, dass Facebook unglücklich machen kann. Ich habe es mir doch immer gedacht – beim vermeintlichen Nutzen der sozialen Netzwerke wird gehörig übertrieben. Ich bin zwar auch ein regelmäßiger Nutzer von Facebook, aber eben in Maßen. Die Rechnung ist doch völlig simpel: Wie bei vielen anderen Dingen des Lebens kommt es auf die Dosierung an. Und wer sich jeden Tag stundenlang durch die Facebook-Seiten quält, der wird dafür mit Sicherheit irgendwann die Quittung bekommen.

Auf dem Weg zurück zur Normalität

Ruhe, Gelassenheit und Vernunft sollten auch bei Anlageentscheidungen im Mittelpunkte stehen. Wie groß war die Aufruhr während der vergangenen Wochen, als sich der Goldpreis kräftig nach unten bewegte. Schon meinten die schlauesten Analysten und Kommentatoren, dass eine Unze Feingold bald wieder weniger als 1000 US-Dollar kosten würde. Pustekuchen. Seit einem Monat geht es mit dem Gold-Preis wieder zügig nach oben, 1500 Dollar sind die eindeutig realistischere Zielmarke. Also: Bei vermeintlichen Panik-Attacken an Börsen und Rohstoffmärkten lieber erst einmal Ruhe bewahren und zweimal hinsehen. Das spart Geld und sichert Vermögen.

Der lange Atem

In den 80er-Jahren hat VW den Einstieg in den chinesischen Markt beschlossen. Wie lautstark war doch damals die Kritik: Unsinn, Investitionsruinen, verschleuderte Konzerngelder. Doch was ist daraus geworden? Volkswagen hat in den vergangenen 30 Jahren aus seinem China-Geschäft eine echte Perle gemacht. VW wäre heute ohne China nicht mehr denkbar, das riesige Land ist der entscheidende Wachstumstreiber für den Konzern. Wenn heute am Freitag wieder ein neues Werk in China in Betrieb gegangen ist, dann wird das sicherlich nicht die letzte neue Fabrik der Wolfsburger im Reich der Mitte sein. Die Lehre aus dieser Entscheidung: Investitionen brauchen ihre Zeit. Und wenn man Unternehmen diese Zeit lässt, dann wird etwas richtig Gutes daraus.

Berlin, fliege endlich!

Viel Zeit gibt es für den neuen Berliner Großflughafen nicht mehr. Die Verluste durch Schludereien an einem der größten Bauprojekte in Deutschland gehen in die Millionen. Der neue Flughafenchef Hartmut Mehdorn verfolgt jetzt die einzig richtige Strategie: Der Flughafen sollte so schnell wie möglich in Betrieb gehen, damit die Verluste nicht noch größer werden. Und wenn der Flughafen als Ganzes nicht in Betrieb gehen kann, dann sollten wenigstens Teile des Airports startklar gemacht werden. Solch eine Entscheidung bringt zumindest etwas Geld in die leeren Kassen und reduziert die öffentlichen Zuschüsse. Uns als Steuerzahler wird das freuen.

Pause für Urlauber

Es ist eine absurde Situation: In der ägyptischen Hauptstadt sterben Menschen zu Hunderten. Nur wenige 100 Kilometer weiter am Roten Meer liegen deutsche Urlauber im Sand und erfreuen sich an den sommerlichen Temperaturen. Erst sah es danach aus, als ob die Touristik-Konzerne überhaupt nicht auf die Unruhen in der Hauptstadt reagieren wollten. Doch jetzt hat am Ende doch die Vernunft gesiegt. Unternehmen wie Tui und Thomas Cook besitzen moralische Verantwortung und müssen bei solch schwierigen Entscheidungen Farbe bekennen. Ägypten ist jetzt kein normales Urlaubsland mehr. Deshalb ist es völlig richtig, dass vorläufig alle Urlaubsreisen in das gebeutelte Land gestoppt worden sind. Wo der Bürgerkrieg bedrohlich nahe rückt, hat kein deutscher Urlauber etwas zu suchen.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende, genießen Sie die Rückkehr des Sommers.

Stefan Menzel

Kommentare (2)

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nunja

16.08.2013, 18:31 Uhr

Der Herr Lordsiegelbewahrer und seine Ansichten.

OleLakshmiMuellerSchabrunski

16.08.2013, 22:10 Uhr

Genosse Chefredakteur hat wohl keinen Bock mehr mit seinen Schwachsinnsempfehlungen konfrontiert zu werden.

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