Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.03.2014

19:04 Uhr

Was vom Tage bleibt

Münchener Grundsätze

VonStefan Menzel

Steuerberater beobachten genau den Fall Hoeneß, Russland könnte der Ukraine den Gashahn zudrehen. Bei Loewe soll der Staat helfen, der Airbus A380 hat Probleme und in den USA steigt die Beschäftigung. Der Tagesrückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Der Präzedenzfall

Die ganze Welt beschäftigt sich aktuell mit dem Schicksal der Krim und der Ukraine. Zumindest in Deutschland dürfte sich das am kommenden Montag gewaltig ändern: Dann blickt das Land nach München, wo der Prozess gegen Uli Hoeneß beginnt, den Präsidenten des FC Bayern München. Dass der bekannte Fußballmanager Steuern hinterzogen hat, steht außer Zweifel. Trotzdem dürfte das Verfahren einen spannenden Verlauf nehmen. Denn in diesem Prozess muss die Grundsatzfrage geklärt werden, ob ein Steuersünder einen Teil seiner Schuld mildernd auf den Steuerberater abwälzen darf. Uli Hoeneß wird das auf jeden Fall versuchen. Gelingt ihm das, dann bleibt ihm der Gang ins Gefängnis erspart.

Daumenschrauben

Im Nervenkrieg um die Krim und die Ukraine ist dieser Schritt absehbar gewesen: Der russische Energieriese Gazprom droht der Ukraine mit dem Stopp der Gaslieferungen, wenn die Rechnungen nicht bald bezahlt werden. Gazprom ist ein Staatskonzern, der auf Geheiß des russischen Präsidenten agiert. Und jetzt muss eben auch bei den Gaslieferungen der Druck auf die neue ukrainische Regierung erhöht werden. Moskau wird in den kommenden Wochen weiter solche Spielchen spielen. Schritt für Schritt werden die Daumenschrauben fester angezogen, um der Ukraine die Luft zum Atmen zu nehmen. Präsident Putin fährt auf Konfrontation, das ist seine Linie.

Immer wieder der Staat

Die Reaktion ist zwar verständlich, das Vorgehen aber trotzdem falsch. Die Stadt Kronach in Franken will dem angeschlagenen TV-Gerätehersteller Loewe 20 Millionen Euro geben, damit das Unternehmen weitermachen kann. Das ist die typische Reaktion staatlicher Institutionen, die wirtschaftlich kaum noch überlebensfähigen Unternehmen Steuergelder hinterherwerfen wollen. Deutschland ist aber kein Land mehr für die Produktion von Fernsehapparaten. Es ist völlig sinnlos, eine sterbende Industrie am Leben halten zu wollen. Irgendwann werden das hoffentlich auch die Bayern verstehen.

Kleiner und sicherer fliegen

Es ist wieder einmal soweit: Der Airbus 380 hat technische Probleme, erneut hat es die Flügel erwischt. Bei einem Testflugzeug hat der Airbus-Konzern Hinweise auf eine schwerwiegende Materialermüdung entdeckt. Als Folge daraus muss der Riesenflieger noch häufiger zur Kontrolle in die Flugzeugwerft. Das Vertrauen in die Sicherheit des riesigen A380 schwindet durch solche Nachrichten immer weiter. Wer möchte damit überhaupt noch fliegen? Mit einer Nummer kleiner geht es doch auch.

Lokomotive USA

Alles wartet darauf, dass es in den wichtigsten Industrieländern mit der Wirtschaft wieder aufwärts geht. In Europa dauert das länger, das steht außer Frage. In der Euro-Zone sind die Probleme einfach noch nicht beseitigt, Europa wird nicht zur Konjunkturlokomotive aufsteigen können. Aber zum Glück gibt es die USA. Dort werden mit viel Schwung gerade viele neue Arbeitsplätze geschaffen. Das gibt Anlass zu Optimismus, auch für Europa: Die USA werden die Lokomotive sein, die die ganze (Weltkonjunktur-)Karre aus dem Dreck holt.

Einen schönen Abend mit sonnigen Aussichten für das Wochenende wünscht Ihnen

Stefan Menzel

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×