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02.04.2013

19:11 Uhr

Was vom Tage bleibt

Neue Wetten auf Zypern

VonStefan Menzel

Zypern setzt jetzt auf das Geld der Touristen, Kim-Jong Un auf eine alte Atomanlage. Hartmut Mehdorn sprintet am Hauptstadtflughafen voran und Silvio Berlusconi hat schon fast wieder gewonnen. Die Tageskommentare.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Zum Zocken nach Zypern

Wo werden Sie im nächsten Sommer ihren Urlaub verbringen? Nach dem großen Ärger der vergangenen Wochen wäre wohl niemand so schnell auf die Idee gekommen, ausgerechnet nach Zypern zu fahren. Der zyprische Staatspräsident Nikos Anastasiadis sieht das natürlich ganz anders. Um die leeren Staatskassen aufzufüllen, sollen künftig noch mehr Touristen auf die kleine Mittelmeerinsel gelockt werden. Deshalb will der Präsident mit einem Tabu brechen: Auch gegen den Widerstand der orthodoxen Kirche soll es bald die ersten Casinos geben. Frei nach dem Motto: Bislang haben die Zyprer über die Banken selbst ihr Geld verzockt. Künftig sollen das doch lieber die Touristen machen.

Magendrücken aus Pyongyang

Ein heißer Zocker ist auch der nord-koreanische Staatsführer Kim Jong-Un. Kaum ein Tag vergeht, an dem er nicht irgendwie wieder neu die Nachbarn in Südkorea und natürlich auch die USA provoziert. Heute kündigte das Regime in Pyongyang an, dass die umstrittene Atomanlage in Yongbyon wieder Plutonium produzieren soll. Für uns in Europa scheint das alles weit weg zu sein. Aber trotzdem ist immer eine gehörige Portion Unwohlsein dabei, wenn man heute an Nordkorea denkt. Spielt die Führung dort vielleicht doch verrückt? Man mag sich die Folgen gar nicht ausdenken.

Kein Tag ohne Hartmut

Wie gut, dass es Hartmut Mehdorn gibt. Es ist schon beeindruckend, wie es dieser Mann immer wieder in die Schlagzeilen schafft. Ob bei Airbus, dann bei der Bahn, später bei Air Berlin und jetzt beim geplanten Berliner Großflughafen – Mehdorn sorgt immer für Aufregung. Jetzt scheut er nicht einmal mehr davor zurück, die am Flughafen-Großprojekt gescheiterten Architekten zurück ins Planungsteam zu holen. Wahrscheinlich ist das eine Art von Verzweiflungstat, weil in Berlin-Schönefeld schon seit längerem so gut wie gar nichts mehr geht. Auf jeden Fall werden die Berliner noch viel Geduld brauchen, bis sie einmal in Schönefeld in die große, weite Welt abheben können. Zum Glück gibt es noch Frankfurt und München.

And the Winner is... Silvio B.

Auch in Italien geht nicht viel. Die ruhigen Oster-Feiertage haben bei den führenden Politikern des Landes keine Vernunft einkehren lassen, der Streit zwischen den Parteien bleibt ungelöst. Dass es in Italien eine stabile Regierung geben wird, bleibt ein hehrer Wunsch für die Zukunft. Derzeit gibt es in Rom nur einen, der sich über das politische Hickhack freuen kann: Silvio Berlusconi. Bei den unausweichlich schei-nenden Neuwahlen dürfte der Skandal-Politiker die Nase vorn haben – und wieder für großen Ärger sorgen.

Danke Dax!

Wie gut, dass es dann immerhin noch die Börsen gibt. Von allem Ärger unbeeindruckt ist es am Dienstag nach Ostern beim Dax in Frankfurt nur nach oben gegangen. Ein Plus von 150 Punkten ist ziemlich ordentlich – trotz Zypern, Nordkorea und Italien. Wahrscheinlich sollte man sich vom stoischen Optimismus der Börsianer ganz schnell anstecken lassen: Auch wenn die Welt ziemlich ungemütlich daherkommt, kann es trotzdem vorwärts gehen.


Und mit diesem Motto wünsche ich Ihnen einen angenehmen Abend und eine schöne Nach-Oster-Woche

Stefan Menzel

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

02.04.2013, 20:34 Uhr

@Stefan Menzel

"Zum Glück gibt es noch Frankfurt und München."

Ja, zum Glück.
Aber zum Glück gibt es auch in erster Linie noch Tegel!

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