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12.06.2015

18:49 Uhr

Was vom Tage bleibt

Niemals ohne Griechenland

VonStefan Menzel

Der Grexit rückt wieder etwas näher, Kaufhof wird kanadisch. Viele Regionalflughäfen sind unwirtschaftlich, in der Ukraine wird wieder geschossen und VW steht vor dem nächsten Umbau. Der Tagesrückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Zittern, die Nächste

Zugegeben, wahrscheinlich mag niemand mehr das Wort Griechenland hören. Aber andererseits: Es ist unverändert das wichtigste Thema dieser Tage, das Leserinteresse ungebrochen. Vielleicht erleben wir aktuell eine historische Phase, ohne es so ganz genau zu wissen. Groll und Verärgerung gegenüber Griechenland haben während der vergangenen Tage beträchtlich zugenommen. Ein großer Teil der ausländischen Investoren hat sich möglicherweise bereits mit der Pleite des Landes abgefunden. Und das wäre die neue, die historische Dimension: Die Insolvenz eines Euro-Mitgliedslandes hat es bislang nicht gegeben. Vielleicht werden wir schon bald alle lernen müssen, genau damit umzugehen.

Die überraschende Lösung

Die Metro hat die Lust auf das Kaufhaus-Geschäft mit dem Kaufhof verloren. Also wird verkauft, möglicherweise geht das Ganze schon in der nächsten Woche über die Bühne. Eigentlich hatte jeder gedacht, dass der Kaufhof beim Karstadt-Eigentümer René Benko landen würde. Die deutsch-österreichische Lösung schien das Einfachste und Naheliegendste zu sein. Daraus wird nun überraschenderweise nichts: Den Zuschlag soll der kanadische Handelskonzern Hudson's Bay bekommen. Das Risiko ist dabei groß: Ausländische Handelsunternehmen tun sich immer schwer in Deutschland. Aber vielleicht kommen ausgerechnet die Kanadier mit den schwierigen Bedingungen zurecht.

Fehlinvestition

Wenn einem Stadtkämmerer in der Wirtschaftsförderung nichts mehr einfällt, dann greift er auf das letzte Mittel zurück – und baut seiner Stadt einen Flughafen. So sind in Deutschland etliche Regional-Airports entstanden, die niemand so richtig braucht und die auch in Zukunft niemals schwarze Zahlen schreiben werden. Die Top-Liga mit Frankfurt, München und Düsseldorf ist völlig unstrittig. Doch was ist mit dem anderen Ende der Liga, mit Lübeck, Kassel oder Memmingen? Die Länder sollten ein Machtwort sprechen und ihren Kommunen klare Vorgaben machen. Und die heißt: im Zweifel schließen.

Wieder Krieg?

Die Ukraine kehrt in die Schlagzeilen zurück. Seit dem zweiten Minsker Abkommen vom Februar war es vergleichsweise ruhig geworden, was Europas aktuell größten militärischen Konflikt betrifft. Doch die vergangenen Monate haben beide Seiten für eine heimliche Aufrüstung genutzt. Es sieht nicht gut aus. Im Moment häufen sich kleinere Scharmützel, die bald wieder in größeren kriegerischen Auseinandersetzungen münden könnten. Das Ziel ist klar: Es geht um die Hafenstadt Mariupol, die die prorussischen Separatisten unbedingt ihrem Herrschaftsgebiet einverleiben möchten. Die Regierung in Kiew wird dagegenhalten – ein unruhiger Sommer steht leider bevor.

Baustelle

Volkswagen-Vorstandschef Martin Winterkorn hat sich im Machtkampf gegen Ferdinand Piëch durchgesetzt und gewonnen. Das heißt nicht, dass er sich nun völlig entspannt zurücklehnen könnte. Im Gegenteil. Die Baustellen im Konzern sind noch groß genug, vor allem bei der Kernmarke VW, in den USA und in China. Volkswagen braucht eine effiziente und schlankere Struktur, besonders in der Führung. Und das dann besser noch heute als morgen. Martin Winterkorn muss zügig liefern. Wenn nicht, wird er in kurzer Zeit noch viel größere Probleme bekommen.

Ein schönes sommerliches Wochenende wünscht Ihnen ganz herzlich

Stefan Menzel

Kommentare (3)

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Herr Günther Schemutat

12.06.2015, 19:48 Uhr

Griechenland ist heute noch in der EU und mit dem Euro und wird es noch so lange sein , bis Deutschland Gesellschaftlich explodiert. Laut Grundgesetz muss Deutschland Flüchtlinge aufnehmen ohne Begrenzung. So sieht es das GG uneingschränkt vor.

Das bedeutet wenn Theoretisch alle 50 Millionen Flüchtlinge kommen könnten, müsste die Deutschland tatsächlich aufnehmen.. Aber so kommt es nicht, es kommen laut Demaizere wohl 5 .-10 Millionen in den nächsten Jahren. Mit den ca 20 Millionen Migranten und weiteren 10 Millionen Flüchtlingen verändert sich Deutschland und die Volkszugehörigkeit wird aufgegeben.

Gr dagegen muss durchhalten, muss die Massen mobilisieren und die Reichen klar machen , dass Heimat mehr ist als Jachten und Konten im Ausland. Das wird gehen wenn man fest dahinter steht. Die Deutschen haben ständig die Welt verändert zum Ungunsten anderer Völker. Heute haben sie Serbien, Ukraine
Afghanistan und ihr eigenes Land mit verändert und wollen GR ebenfalls ausbluten lassen.. bis jetzt.

Durch die Konseqente Haltung der GR Politiker gegen die Auflagen der Eu und den verdammten Ratingagenturen die Machtinstrumente der Mächtigen sind,
steht GR zwar arm aber Stolz da und muss alle zu einem

Antigrexit aufrufen

Ein Volk das vor tausenden von Jahren schon zivilisiert war , wird seine Bestimmung zurück erobern und wieder ein einheitliches Volk werden und dann jede Krise meistern. Dagegen wird Deutschland innerhalb von 10 Jahren in einem inneren Konflikt der schlimmsten Art zerbrechen, dank der sogenannten heutigen Politiker .

Herr Helmut Paulsen

12.06.2015, 20:18 Uhr

Und die neuen adoptierten ausgebildeten "Homo-Eltern-Kinder" werden dann als Nachfolger in Politik, Redaktionen und Medien von Frau Merkel in der Politik eingesetzt von den Bilderbergern. Mit "gelöschten Werten und Normen".

Zu allem bereit grinsend mit der Raute vorm Bauchnabel.

Sergio Puntila

12.06.2015, 20:58 Uhr

Benko solls nun also nicht sein, also Kanadier - mutmasst der Kolumnist.
Und was wenn alles noch ganz anders kommen sollte?

Schönes sommerliches wie faktenbasierteres Wochenende.

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