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26.06.2015

18:54 Uhr

Was vom Tage bleibt

Nun also am Wochenende

VonStefan Menzel

Griechenland lässt uns nicht mehr los, Terroristen schlagen in Tunesien zu. K+S soll deutsch bleiben, die USA erlauben die Homo-Ehe und der Fifa-Präsident will vielleicht doch nicht zurücktreten. Der Tagesrückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Tagen, tagen, tagen

Griechenland und kein Ende. Wieder liegt eine Woche ohne Ergebnis hinter uns. Hinter den Kulissen wird gezerrt und gefeilscht, doch der rettende Kompromiss ist bislang nicht in Sichtweite. Nun also gehen die Euro-Finanzminister in ihre Sondersitzung über das Wochenende und versuchen es noch einmal mit einer Einigung. Kompromissvorschläge liegen auf dem Tisch, eine Lösung wäre also möglich. Doch gerade die Griechen lieben das Drama: Zahlungsunfähig sind sie erst am Mittwoch. Warum also nicht bis zur allerletzten Sekunde am Dienstag verhandeln?

Angst im Urlaub

Der Terror hat uns wieder. Gerade einmal drei Monate sind seit dem letzten Terroranschlag auf Touristen in Tunesien vergangen, jetzt sind erneut Unschuldige im Kugelhagel fanatischer Attentäter gestorben. Tunesien ist keine Insel der Seligen mehr, überall im arabischen Raum ist der Terror mittlerweile vertreten. Auch bei uns in Europa sind die Täter angenommen, ihr Aktionsradius ist nur noch nicht so groß wie in Nordafrika oder am Persischen Golf. Machen wir uns nichts vor: Wir müssen mit dieser Bedrohung leben lernen. Für eine ziemliche lange Zeit.

Luftnummer

Der kanadische Kali-Konzern Potash würde liebend gern seinen deutschen Wettbewerber K+S übernehmen. Ein völlig normaler Vorgang in der Welt der Wirtschaft. K+S hat seinen Hauptsitz in Kassel. Hessische Provinzpolitiker meinen nun, sie müssten zur Verteidigung des deutschen Unternehmens aufrufen. Politiker sollten sich besser aus Sachen heraushalten, von denen sie nichts verstehen. Wie in diesem Fall. Wenn K+S in einigen Wochen kanadisch sein sollte, dann ist das vollkommen in Ordnung. Vielleicht lernt das auch noch die hessische Provinz.

Andere machen es vor

Erst war es das kleine Irland, jetzt sind es die USA. Auch auf der anderen Seite des Atlantiks wird es künftig die vollkommen gleichberechtigte Ehe gleichgeschlechtlicher Partner geben. Was Iren und Amerikanern recht und billig ist, sollte uns Deutschen ein Vorbild sein. Auch unser Land braucht die gleichberechtigte Homo-Ehe, sie gehört zu einem freiheitlichen Leben einfach dazu. Mein Tipp an unsere Volksvertreter: Über das Wochenende schon einmal über einen schnellen Gesetzentwurf nachdenken.

Unberechenbare Fifa

Sepp Blatter ist immer noch für Überraschungen gut. Vor vier Wochen hat der Fifa-Präsident mit großen Tönen seinen Rückzug angekündigt. Inzwischen kann sich Blatter jedoch nicht mehr an seine eigenen Worte von Anfang Juni erinnern und deutet plötzlich an, dass er vielleicht noch etwas länger an der Spitze des Weltfußballverbandes bleiben möchte. Verrückter kann die Fußballwelt nicht sein. Wenn Blatters Gegner innerhalb der Fifa dessen Demission nun nicht mehr durchsetzen können, dann haben sie es nicht besser verdient. Ganz wie im richtigen Fußball: Knapp daneben ist auch vorbei.


Uns erwartet ein wunderschönes Sommerwochenende. Genießen Sie es! Herzliche Grüße aus Düsseldorf

Stefan Menzel

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