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27.11.2014

19:02 Uhr

Was vom Tage bleibt

Ölpreisschock andersherum

VonOliver Stock

Der Ölpreis schmiert ab und wir sind die Gewinner. Oder nicht? Frankreichs Rechte findet Geld in Russland. Und: Middelhoffs Tag wird vermessen. Lesen Sie hier, was heute interessant ist.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Achtung: Öldruck kontrollieren

Das Öl sprudelt munter weiter, die Opec hat sich nicht darauf einigen können, die Förderung zu drosseln. Das lässt den Ölpreis abschmieren. Wer also an der Zapfsäule steht oder den Öltank seines Hauses füllt - dem geht derzeit ein geradezu weihnachtliches Leuchten über das Gesicht. So billig war es seit vier Jahren nicht. Ein nicht kleiner Rest der Welt allerdings verfällt in Depression. Russland erwischt es besonders arg. Putin steht weihnachtliches Leuchten sowieso nicht. Diesmal muss er es gar nicht erst probieren.

Die Depression der Ökonomen

Die Sache mit dem Ölpreis macht auch der Notenbank zu schaffen. Sie möchte Wachstum und das gibt es nur, wenn die Preise leicht steigen. Weil die Energiepreise aber das Gegenteil tun und immer weiter sinken, wird es mit der geplanten Teuerung nichts. Die Inflation in Deutschland ist auf dem niedrigsten Stand seit mehr als vier Jahren, hat das Statistische Bundesamt ausgerechnet und erschreckt damit die Ökonomen. Die sind ein merkwürdiges Volk. Was alle freut - die Preise sinken! - treibt sie in die Depression.

Alternative zu Google

Online-Suchmaschinen wie Google sollten aus Sicht des Europaparlaments von der Politik stärker beaufsichtigt werden. Die Mehrheit der Abgeordneten stimmte dafür, das Suchmaschinengeschäft von anderen Unternehmensbereichen abzutrennen. Konkrete Folgen hat das Votum nicht, es ist als politische Stellungnahme zu verstehen. Vielleicht könnten die Volksvertreter mit gutem Beispiel voran gehen, und selbst andere Suchmaschinen als Google nutzen, bevor sie nach dem Gesetzgeber rufen. Aber wetten, die meisten kennen nicht einmal eine?

Russisches Geld für Frankreichs Rechte

Frankreichs rechtsextreme Partei Front National soll sich sogar 40 Millionen Euro von einer russischen Bank geliehen haben. Das glauben Journalisten belegen zu können. Die Partei räumt bisher nur einen Neun-Millionen-Kredit ein. Dass Russland den Rechten Kredit gibt, grenzt an Terrorfinanzierung. Eine Bank, die Rechtsausleger für so zukunftssicher hält, dass sie ihr Millionen leiht – das grenzt an Prophezeiung.

Wann Middelhoff frühstückt

Um wieviel Uhr der weithin bekannte Thomas Middelhoff frühstückt, was er mittags isst, wohin er geht, mit wem er spricht, wann er duscht, zu welcher Tageszeit er einen Spaziergang macht (und vor allem: wo!) – das alles und sehr viel mehr bestimmt seit dem 14. November nicht mehr der bekannte Herr Middelhoff, sondern der bislang völlig unbekannte Alfred Doliwa. Er ist stellvertretender Leiter der Haftanstalt in Essen und als solcher im bisherigen Kosmos des Bertelsmann- und Arcandor-Ex-Chefs Middelhoff vermutlich keine relevante Größe. Nun leitet Doliwa – weil die Stelle des Anstaltsleiters derzeit vakant ist – die ganze Anstalt und bestimmt über jede unfreie Minute im Leben des Untersuchungshäftlings. Ruhm ist die Summe der Missverständnisse, die sich um einen Namen sammeln, schreibt Rilke. Die Summe im Fall Middelhoff ist sehr hoch.

Einen ruhmlosen, dafür freien Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (1)

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Sergio Puntila

27.11.2014, 19:19 Uhr

"Ölpreisschock andersherum"
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vlt. aber auch noch ganz anders.

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