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19.09.2014

17:49 Uhr

Was vom Tage bleibt

Ohne die Alten wäre Schottland unabhängig

VonMartin Dowideit

Junge Schotten stimmten mit großer Mehrheit für eine Abspaltung. Alibaba räubert an der New Yorker Börse. SAP geht in den USA shoppen. Und Siemens-Chef Kaeser legt sich mit seinem Vorgänger an. Der Tagesrückblick.

Martin Dowideit ist Deskchef Finanzen beim Handelsblatt.

Was vom Tage bleibt

Martin Dowideit ist Deskchef Finanzen beim Handelsblatt.

Die Umfragen zum Unabhängigkeitsvotum in Schottland sind beeindruckend. Die 16- und 17-Jährigen stimmten demnach mit über 70 Prozent für eine Abspaltung der Region von Großbritannien. Vor allem die Alten über 65 hielten kräftig dagegen. Und so könnte der unterlegene schottische Nationalist Alex Salmond recht haben: Die Niederlage muss nicht für ewig in Stein gemeißelt sein. Dass Ministerpräsident Salmond am Freitagnachmittag seinen Rücktritt erklärte, verleiht diesen Worte jedoch nicht unbedingt mehr Gewicht.

Alibaba räubert in New York

Der Börsengang des chinesischen Online-Händlers Alibaba weckt Phantasien. Denn wenn die Chinesen allein auf dem Heimatmarkt eine ähnliche Marktdurchdringung wie Amazon in westlichen Ländern erreichen, bedeutet das eine immense Macht. Und das Unternehmen ist auf einem guten Weg. Gleichzeitig öffnet China sich noch mehr dem westlichen Markt, wie die Erstnotiz an der Wall Street belegt. Dieses Alibaba-Märchen wird noch oft nacherzählt werden.

Man sieht sich immer zweimal

Es war ein Kraftakt, der sich am Ende nicht lohnte: Mit der Übernahmeofferte für den französischen Industriekonzern Alstom scheiterte Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser. Jetzt zieht er wohl in einen milliardenschweren Kampf um den Kompressorenhersteller Dresser-Rand. Und dabei muss er sich mit dem Schweizer Technologiekonzern Sulzer messen, der bereits ein Angebot abgegeben hat. Pikant: Der Verwaltungsratschef Sulzers ist jemand, der noch eine Rechnung mit Kaeser offen haben könnte – sein Amtsvorgänger Peter Löscher. Der hatte nicht ganz freiwillig Siemens den Rücken gekehrt.

Reise buchen im Intranet

Je nachdem wie frisch die IT in ihrem Hause ist, kann es eine Qual sein, eine Reise über das Intranet zu buchen. Die Firma Concur schreibt sich auf die Fahne, diese Buchungsprozesse besser zu machen als andere. SAP blättert daher 6,5 Milliarden Euro für das Software-Unternehmen hin. Noch wichtiger als die Software Concur ist der Kundenstamm. 70 Prozent der Anwender haben noch keine SAP-Geschäftssoftware im Einsatz. SAP setzt also zwei Hoffnungen in die größte Übernahme der Firmengeschichte: Moderne Cloud-Technologie zu erwerben und weitere Software verkaufen zu können. Der Preis dafür: Das A in SAP steht nicht länger für Anwendungen, sondern für Amerika. Der Walldorfer Konzern wird immer mehr zum US-Unternehmen.

Facebook legt sich mit Conchita Wurst an

Im sozialen Netzwerk Facebook sollen Nutzer ihren echten Namen angeben, so der ausdrückliche Wunsch des Unternehmens. Der Schlagersänger Roy Black hätte dort also Gerhard Höllerich heißen müssen. Dragqueens in den USA sind aufgebracht und wehren sich mit einer Petition. Eurovision-Gewinnerin Conchita Wurst hat übrigens über 800.000 Fans bei Facebook – doch eigentlich müsste die Seite Thomas Neuwirth heißen.

Ein entspanntes Wochenende wünscht

Kommentare (6)

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Herr Tobias Wahrsager

19.09.2014, 19:35 Uhr

In Aussagen wie "Ohne die Alten wäre Schottland unabhängig" schwingt immer ein bißchen der Vorwurf mit, dass die angeblich zukunftsrelevante Generation, also die jetzt Jüngeren, nicht genug zu sagen haben. Es ist aber zu fragen, ob Altersreife und Alterserfahrung vielfach nicht bessere Entscheidungsgrundlagen sind als jugendliche Unerfahrenheit. Auch so mancher der jetzt
jugendlichen Sezessionsbefürworter dürfte in 20-30 Jahren einiges anders beurteilen. Deshalb gilt: Immer schön die Proportionen wahren.

Account gelöscht!

19.09.2014, 20:28 Uhr

Es ist wohl überall so, die Alten suhlen sich in der von ihnen verantworteten Ungerechtigkeit und heuchlerischen Unehrlichkeit, meinen aber, der Realität weit entrückt, sie wären die Hüter von Moral und Anstand. Aufgrund der Tatsache, dass sie in den EU - Gesellschaften die Mehrheit ausmachen, werden die Probleme der Generationen noch extremistische Züge bekommen. Die senilen und sturen Alten merken es erst, wenn ihnen die Luft abgedreht wird!

Diese senilen Spinner ignorieren es noch, aber die explodierende Jugendarbeitslosigkeit und das gleichzeitige Regime der verstärkten Umverteilung wird automatisch eine radikalisierte und kriminelle Jugend hervor bringen, je mehr sie sich im sozialen Abseits wieder finden wird.
Die Arbeitswelt in Europa und weltweit steht vor einer stillen Revolution, in 25 Jahren sind 45 – 50 % der heutigen Arbeitsplätze weggefallen und schon heute kommen eintausend Flüchtlinge aus Afrika pro Tag mit scharf steigender Tendenz und wollen gleiche soziale Rechte. Europa wird vorsätzlich zu Bürgerkriegsland gemacht. Die Eliten wissen es genau und bereiten sich darauf vor, die Sicherheits- und Überwachungsregime werden kontinuierlich, unter falschem Vorwand, ausgebaut. Dennoch der Frust im Kessel der europäischen Völker wird zur Explosion kommen und Europa in ein Desaster stürzen, es sei denn man entschließt sich die Massenpsychosen mit Psychopharmaka im Trinkwasser zu bekämpfen. Effektiver wäre aber die Freigabe und Subventionierung aller Drogen für “kriminell“ auffällige Unterschichtler, den Moral-befreiten Obermackern wird in der Not schon etwas einfallen.

Herr Leonhard Fischer

19.09.2014, 20:34 Uhr

Kein Wunder, dass " junge Menschen " für solche Abenteuer zu haben sind. Als besitzlose Unterschicht haben sie ja auch nichts zu verlieren. So einfach ist das. Ober and Out !

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