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30.04.2014

18:27 Uhr

Was vom Tage bleibt

Petersburger Sause

VonOliver Stock

Putins klare Worte zur Geiselnahme in der Ukraine tauchen die Schröder-Sause in ein milderes Licht. Alstom-Chef will womöglich lieber auf dem Scheiterhaufen enden, als Siemens die Hand zu reichen. Der Tagesbericht.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Wer zuletzt lacht

Die eine Nachricht geht so: Die im Osten der Ukraine von Milizen festgehaltenen Militärbeobachter kommen womöglich auf freien Fuß, weil einer, auf dessen Seite sie stehen, sagt: „Ich hoffe, dass dieser Konflikt gelöst wird und dass sie das Gebiet der Ukraine frei verlassen können.“ So jedenfalls spricht Russlands Präsident Wladimir Putin. Die andere Nachricht ist eine Interpretation: Putin sagte dies, nachdem er mit Kumpel Gerhard Schröder dessen 70. Geburtstag in St. Petersburg nachgefeiert hat. Die Champagner-Sause hatte den Altkanzler in ein eher pubertäres Licht getaucht. Jetzt könnte es sein, dass es doch mal wieder Schröder ist, der zuletzt lacht.

Immer Ärger mit der Tochter

Nikolaus von Bomhard ist verärgert. Genau zur Hauptversammlung der Munich Re verhagelt ihm seine Düsseldorfer Konzerntochter Ergo ein bisschen die Laune. Durch das Handelsblatt erfuhr Bomhard, dass Ergo bis vergangenen Herbst Millionengeschäfte mit der Skandalfirma Infinus betrieben hat – trotz interner Warnungen, dass Infinus alles andere als seriös arbeite. Inzwischen ist Infinus ein Fall für den Staatsanwalt, weswegen von Bomhard heute vor den Aktionären einräumte: „Es ist für mich enttäuschend, dass die Geschäftsbeziehung nicht gleich abgebrochen wurde, als ernste Zweifel am Geschäftsmodell bekannt wurden.“ Man müsse sich auch fragen, warum Wettbewerber schneller reagiert haben. Die Antwort hatte ein Aktionär: „Es gibt anscheinend keinen Fettnapf, in den in Düsseldorf nicht irgendeiner hineintappt“, schimpfte er.

Frühlingsgefühle

Dank der guten Konjunktur sank die Zahl der Arbeitslosen im April auf 2,9 Millionen. Nun wirkt sich das Frühjahr immer belebend aus, sei es auf den Spargel oder die Liebe. Aber so wenig Arbeitslose wie dieses Mal gab es zuletzt in Deutschland im April des Jahres 1992.

Alstoms Kampf

Patrick Kron wirkte heute morgen trotz seiner ewigen Bräune und der vielen Lachfalten um die Augen reichlich gestresst. Dazu hat der Alstom-Chef allen Grund. Seit Tagen hagelt es Kritik, weil er seinen Konzern an General Electric verkaufen will. Vom Staat, den Alstom-Angestellten, den Gewerkschaften und in französischen Medien wird er als „Totengräber“ beschimpft. In seiner Umgebung heißt es, er wolle sich dennoch lieber auf dem Scheiterhaufen verbrennen lassen, als einem Zusammenschluss mit dem anderen Bieter, mit Siemens zuzustimmen. Er würde damit enden, wie einst Jeanne d'Arc. Sie ist in Frankreich heute eine Heldin.

Twitter versinkt im Mittelmaß

Bis zu elf Prozent sackte die Aktie von Twitter ab. Gemessen an seinen Zahlen ist bei dem Kurznachrichtendienst nämlich derzeit einfach alles Mittelmaß – mit einer Ausnahme: die Mitarbeitervergütung. Sie wird locker 50 Prozent des Umsatzes erreichen, prognostiziert Geschäftsführer Dick Costolo. Die Botschaft, die die Wall Street an Twitter-Chef Dick Costolo schickte, brauchte jedenfalls keine 140 Zeichen. Sie heißt: „Wachstum! Und zwar jetzt!“

Einen wunderbaren Tag der Arbeit wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

30.04.2014, 20:24 Uhr

als könnte eine geburtstagsparty einfach nur konfettiwerfen bedeuten müssen, mit menzel zu insinuieren gedacht haben könnte.
jede party hat ein ende nur die wurst hat zwei, um das mal etwas salopp zu formulieren.

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