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03.06.2013

18:50 Uhr

Was vom Tage bleibt

Privat sendet effizienter

VonStefan Menzel

Die Steuerzahler machen Druck, damit ARD und ZDF die Gebühren vernünftig ausgeben. Druck bekommt Berlin vom IWF und Karstadt vom Kunden. Eine Bank verliert den Chefaufpasser und das Hochwasser bleibt. Der Tagesrückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Privat ist eindeutig besser

Mögen Sie es lieber privat oder öffentlich-rechtlich? Wir beim Handelsblatt sind da ziemlich eindeutig Partei: Private Lösungen sind uns grundsätzlich näher, auch bei Radio und Fernsehen. Deshalb ist es eine gute Sache, dass der Steuerzahlerbund jetzt ARD und ZDF auf die Finger klopft. Denn bei den öffentlich-rechtlichen Anstalten herrschen beinahe paradiesische Zustände. Über die Gebühren kommt ein schier unaufhörlicher Geldstrom an. Sind wir uns darin einig? Da dürfte die Effizienz das eine oder andere Mal auf der Strecke bleiben. Da arbeite ich doch lieber bei einem privaten Medienunternehmen, das sehr genau überlegen muss, welches Projekt als nächstes in Angriff genommen wird.

Sparen kann nicht das Non-Plus-Ultra sein

Aufs Geld achtet auch der Internationale Währungsfonds, der IWF. Im Fall von Deutschland geht es allerdings weniger um den sparsamen Umgang mit dem lieben Geld, sondern um das Ausgeben. Beim IWF wächst die Sorge, dass die Berliner Regierung ein wenig zu stark auf die Sparbremse tritt. Recht hat der Währungsfonds. In Deutschland werden bald Haushaltsüberschüsse erwirtschaftet. Davon dürfte dann durchaus etwas zurück in die Wirtschaft fließen. Etwa in die maroden Straßen in Deutschland, und auch beim Internet-Ausbau gibt es eine ganze Menge zu tun. Da in Deutschlands Nachbarschaft fast überall die Rezession dominiert, darf die Berliner Regierung gern den Geldbeutel öffnen. Die Konjunktur wird es danken!

Echte Hilfe ist gefragt

In Bayern und in Sachsen dürfte schon recht bald eine ganze Menge Geld gebraucht werden. Es ist wahrlich schrecklich, was das Jahrhunderthochwasser gerade im Osten und im Süden der Bundesrepublik anrichtet. Milliardenschäden dürften in den nächsten Tagen zu beklagen sein, die wahrscheinlich nicht alle durch Versicherungen gedeckt sind. Auch an der Infrastruktur sind gewaltige Schäden zu erwarten. Insofern ist das Geld aus Berlin in diesen Teilen unseres Landes extrem wichtig. Hochwasser-Hilfen des Bundes sind auch ein Stück Solidarität der Deutschen, die jetzt von der Wasserflut verschont bleiben. Die gute Nachricht: Zum Glück wird das Wetter schon bald besser, so dass der Druck von oben etwas nachlassen sollte.

Was ist bloß bei Karstadt los?

Unter erheblichem Druck stehen auch die Beschäftigten der Kaufhaus-Gruppe Karstadt. Am Dienstag wird die Konzernführung mit Karstadt-Investor Nicolas Berggruen über die Lage im Unternehmen beraten. Der Spaßfaktor dieses Treffens dürfte ziemlich niedrig ausfallen. Die Karstadt-Beschäftigten sollen auf einen Teil ihres Tarifgehalts verzichten, damit sich das Unternehmen mit eigener Kraft aus der Krise befreien kann. Aber ob das reicht? Beim einstmals führenden deutschen Kaufhaus-Konzern sieht es alles andere als rosig aus. Da könnten auf absehbare Zeit durchaus noch mehr schlechte Nachrichten kommen, vielleicht auch schon an diesem Dienstag.

So funktioniert Bankenrettung nicht

Schlechte Nachrichten kommen auch aus Österreich. Der Aufsichtsratschef der Skandalbank Hypo Alpe Adria ist zurückgetreten, weil er die Einmischung der staatlichen Eigentümer nicht mehr ausgehalten hat. Österreich zeigt auf, wie eine Bankensanierung nicht verlaufen darf. Wenn sich die entscheidenden Akteure regelmäßig in den Haaren liegen, kann am Ende nichts Gutes dabei herauskommen. Vielleicht wird das auch bald die BayernLB als frühere Eigentümerin der Skandalbank zu spüren bekommen. Dann nämlich, wenn die Regierung in Wien mehr Geld für die Rettung der Hypo Alpe Adria aus München verlangen sollte.

Einen schönen und vor allem trockenen Abend wünscht Ihnen

Stefan Menzel

Kommentare (19)

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Nicht-smart

03.06.2013, 18:58 Uhr

Effizienter? Was ist Effizienz? Meist bleibt bei den verfechtern von Effizienz die Vorstellung von Qualität auf der Strecke. So auch hier. Die Nachrichten der Privaten sind tatsächlich "smart". Das ist aber nicht das, was ich von Nachrichten erwarte. Ich möchte mit dem nötigen Hintergrund ernsthaft informiert werden und das werde ich beim Ersten und bei arte. Selten im Handelsblatt etwas so Oberflächliches gelesen.

Trojaner

03.06.2013, 19:04 Uhr

Öffentlich-rechtlich muss abgewickelt, sprich privatisiert werden. Wichtig ist Diskussion und hierzu trägt ja auch das HB bei, da es, hoffe ich, grundsätzlich Leserkommentare ermöglicht.

speedman

03.06.2013, 19:18 Uhr

Privat ist besser als öffentlich-rechtlich??? Herr Menzel, haben Sie das Programm der Privaten mal überhaupt gesehen? Trash-Doku & Sricpted Reality allerorten, Unterschichten-Sendungen und kaum politische ernstzunehmende Magazine & Nachrichten, mit Werbung voll gestopft bis zum Erbrechen! Ich bin heilfroh, das es Qualitätsfernsehen beim öffentlich-rechtlichen gibt-> Quarks & Co, Monitor, Nano etc.
Aber Kostentransparenz, politische Unabhängigkeit und Willkür beim GEZ-System sind das große Manko, das wir alle angehen müssen.
Gruß F.Dührkop aus Hamburg

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