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15.10.2015

19:31 Uhr

Was vom Tage bleibt

PS gegen NOx

VonMartin Dowideit

Bald stellt sich VW-Fahrern wohl die Gewissensfrage – weniger Power oder weiter mehr Dreck. Zu viel Erfolg schadet dem FC-Bayern-Konto. Und der Merkel-Seehofer-Zwist spinnt sich immer weiter. Der Tagesrückblick.

Martin Dowideit ist Deskchef Finanzen beim Handelsblatt.

Was vom Tage bleibt

Martin Dowideit ist Deskchef Finanzen beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Rückruf

Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) beschließt einen Zwangsrückruf für 2,4 Millionen Fahrzeuge des Volkswagen-Konzerns. Das heißt: Die betroffenen Besitzer werden angeschrieben und ihre Autos in die Werkstatt beordert. Was aber passiert, wenn die Besitzer eines EA-189-Motors mit manipulierter Motorensoftware dem Aufruf nicht folgen, das ist völlig offen. Meine Prognose: Viele Kunden werden einfach nicht zum Händler fahren. Denn die PS im Motor vorne sind den meisten doch wichtiger als NOx und CO2, die hinten rauspusten.

Kontrollierte Defensive

Vor etwa 1000 Führungskräften des VW-Konzerns in Leipzig sprach heute der neue Vorstandschef Matthias Müller. „Die Wettbewerber warten nur darauf, dass wir technologisch zurückfallen, weil wir nur noch mit uns selbst beschäftigt sind“, sagte er laut Redemanuskript, das dem Handelsblatt vorliegt. „Aber diesen Gefallen werden wir ihnen nicht tun.“ Volkswagen brauche keine Revolution, sagt Müller. Man möchte ihm Recht geben, doch so recht klappt es noch nicht.

Unverrückbar

„Es ist nicht übertrieben, diese Aufgabe als historische Bewährungsprobe Europas zu begreifen“, hat Kanzlerin Angela Merkel heute in ihrer Regierungserklärung zur Flüchtlingskrise gesagt. Sie bleibt bei ihrem: Wir schaffen das. Derweil wettert in München der Chef der, Achtung, „Christlich-Sozialen Union“, Horst Seehofer: „Wenn wir keine Grenzen bei der Zahl der Zuwanderer setzen, wird uns die Bevölkerung Grenzen setzen durch Entzug des Vertrauens.“ Das Einzige, was verwundert, ist, dass Merkel im Verhältnis zu Seehofer nicht klarere Grenzen zieht.

Anfällig für Schwankungen

Die Investmentbanker dieser Welt haben einen Rekord geknackt: Noch nie gab es bis Mitte Oktober eines Jahres so viele Fusionen und Zusammenschlüsse von Unternehmen wie 2015. Zuletzt schlug der Braukonzern AB Inbev für fast 100 Milliarden Euro zu und kaufte den Konkurrenten SAB Miller. Solche Deals spülen Millionen in die Kassen von Investmentbankern. Dennoch: Beim Weltmarktführer für Deal-Beratung, Goldman Sachs, ist der Gewinn im dritten Quartal deutlich zurückgegangen. Die Kunden handelten weniger mit Anleihen, Devisen und Rohstoffen. Sollte demnächst die erste Zinserhöhung der US-Notenbank seit fast zehn Jahren kommen, könnte sich das ändern. Denn welche Auswirkungen das auf die Märkte haben wird, ist unklar – und der Wunsch nach Absicherung von Wertpapiergeschäften könnte größer werden.

Das Bayern-Konto

Die Hypo-Vereinsbank verlängert ihre Kooperation mit dem FC Bayern München frühzeitig um satte sechs Jahre. Bis 2022 kann die Bank jetzt Bayern-Konten und -Sparkarten anbieten. Einen Zinsbonus für Jahre, in denen der FCB Meister wird, hat die Bank zuletzt reduziert – die Bayern sind einfach zu gut. Wir warten jetzt alle gespannt, wann wieder Uli Hoeneß auf Hypo-Vereinsbank-Veranstaltungen Tipps zur Geldanlage gibt.

Einen schönen Abend wünscht

Martin Dowideit

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