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25.04.2014

18:10 Uhr

Was vom Tage bleibt

Ramsch aus Russland

VonOliver Stock

Die Ukraine sieht sich als Grund für den dritten Weltkrieg. Russland droht die Geldnot. Nokia ist so gut wie Geschichte. Und Airbus lockt tollkühne Männer in fliegenden Kisten an. Der Tagesbericht.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Schmale Grenze
In der Ukraine rüstet jetzt auch der Chef der Übergangsregierung Jazenjuk im Krieg der Worte auf: Russland provoziere den dritten Weltkrieg, sagte er. Dazu wird es nicht kommen. Nicht wegen der Ukraine. Stattdessen hat erst einmal Russland ein Problem: Die Kreditwürdigkeit des Landes ist heute kurz vor Ramschstatus gelandet und die Zentralbank in Moskau musste die Zinsen erhöhen. Anders ist für Russland nicht an Geld zu kommen. Provokationen kosten vor allem Geld, Kriege kosten garantiert Menschenleben. Drücken wir die Daumen, dass die Provokateure die Grenzen kennen.

Finnische Geschichte
Nokia. Das war mal der Stolz der Finnen. Das war mal ein europäischer Konzern mit Kultstatus. Das Handy - es musste von Nokia sein. Heute ist der Verkauf der meisten Teile des schon lange kränkelnden finnischen Konzerns an Microsoft besiegelt worden. Das Leben von Konzernen ist endlich. Wer ist der nächste Fall Nokia?

Pioniertat
Airbus hat heute sein erstes Elektroflugzeug vorgestellt. E-Fan heißt es. Zwei Leute passen rein. Der Strom reicht für 35 Minuten in der Luft. Ist der Akku leer ist es in der Luft unangenehmer als auf der Straße. Insofern ist diese Technik noch etwas für Pioniere, oder auch: Für tollkühne Männer in ihren fliegenden Kisten.

Alstom lässt sich schützen
Gestern hat General Electric angedeutet, sich um den französischen Konkurrenten Alstom zu bemühen. Heute hat der französische Wirtschaftsminister darüber „patriotische Besorgnis“ geäußert. Prompt wurde die Alstom-Aktie vom Börsenhandel ausgesetzt. Die Franzosen waren schon immer Meister, wenn es darum ging, die eigene Industrie in den eigenen Händen zu halten.

Schweizer Logik
Unsere Schweizer Nachbarn hatten immer schon spezielle Ideen. Die neueste: Sie bilden Offiziere der nordkoreanischen Armee aus. Ob die Idee richtig gut ist, darüber ist heute in Bern ein kleiner Streit entbrannt. Die Ausbilder sagen: Ein bekannter Feind ist besser als ein unbekannter. Auch das ist nicht ohne Logik.

Ein nicht streng logisches Wochenende wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

25.04.2014, 20:00 Uhr

Wir müssen aufpassen!
Timoschenko, Jazenjuk & Co. provozieren von Anfang an mit Gefasel vom Krieg.
Dahinter stecken praktische Motive. In der derzeitigen Finanzlage hätte die Ukraine keine Chance, finanzielle Hilfe zu annehmbaren Konditionen zu bekommen. Mit der Russlandkarte wird nun die NATO auf den Plan gerufen, die ohnenhin den Russen näher auf den Pelz rücken will. Und mit der NATO ist die EU und ist Deutschland im Boot. Schon fließen die Gelder.
Griechische Politiker reiben sich die Augen. Keine Troika. Keine Auflagen. Kein Auftrag zum Sozialabbau.

Die Rechnung scheint aufzugehen.
Wenn hoffentlich nicht der Köter USA wachgetreten wurde und nun in Memoriam an Mc Carthy jetzt mit Mc Kerry das alte Russlandfeinbild belebt und vielleicht sogar die Zeit für das Armageddon gekommen sieht?!
Also wachsam bleiben und endlich den Vasallenmantel ablegen!

Account gelöscht!

25.04.2014, 20:41 Uhr

Die USA haben bestimmt kein Interesse an einem Armageddon, sehr wohl aber an einer Eskalation, genau wie die aktuellen Putschistenmachthaber der Ukraine.
Die Konfrontation EU-Russland fügt beiden großen Schaden zu, der lachende Dritte ist die USA, die fleissig zündelt.
Nicht zuletzt die offene Demütigung durch das Asyl für Snowden hat die Rachegelüste der amis geweckt, obendrein gibts noch die Schwächung des wirtschaftlichen Konkurrenten EU mit Deutschland vorneweg durch die "unausweichlichen" und genauso "unwiderruflichen" Wirtschaftssanktionen, genauso wie die Untergrabung der seit einem halben Jahrhundert stabilen energieversorgung aus Russland.

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