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06.08.2012

18:00 Uhr

Was vom Tage bleibt

„Rette sich, wer kann“

VonFlorian Kolf

Wenn Sigmar Gabriel die Parlamente entmachten will, selbst Warren Buffet nicht mehr weiter weiß und Shell aus Europa flüchtet, dann bescheren wohl nur noch Hasch-Kekse eine rosa Brille. Der Tagesrückblick

Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.

Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.

Wunderschönen guten Abend,

Wie bei Pawlows Hund

Eins muss man ihm lassen: SPD-Chef Sigmar Gabriel hat mit seinem kalkulierten Vorstoß zur Vergemeinschaftung von Schulden in der Euro-Zone den maximalen Effekt erzielt. Die wüsten Beschimpfungen durch den politischen Gegner folgten prompt, das funktioniert wie beim Pawlow'schen Hund. Doch im Grunde ist sein Vorschlag so absurd, dass es nicht einmal nötig ist, sich darüber aufzuregen. Denn im Kern liefe er auf die Übertragung von Souveränität auf Europäische Institutionen heraus und damit auf eine weitgehende Entmachtung der nationalen Parlamente. Und das ist angesichts der aktuellen Zerstrittenheit in Europa das Letzte, was wir im Moment gebrauchen können.

Eine ratlose Legende

Es ist symbolisch für die Ratlosigkeit von Anlegern, Analysten und internationalen Investoren: Ausgerechnet die Investmentlegende Warren Buffett, die mit ihren Anlageentscheidungen ein Vorbild für die Finanzgemeinde ist, findet keine sinnvolle Anlagemöglichkeit mehr und hortet Bargeld. Er hat insbesondere Konsumaktien verkauft und verfügt jetzt über den fast unvorstellbar hohen Bargeldbestand von 40,7 Milliarden Dollar. Wenn ich jetzt noch Aktien hätte, ich würde sie verkaufen.

Shell ergreift die Flucht

"Rette sich wer kann", denkt sich offenbar auch der Mineralölkonzern Shell. Dem reicht nicht mal die Flucht in Barmittel, der zieht sein Geld sogar aus der Euro-Zone ab. Finanzvorstand Simon Henry sagte der Londoner Tageszeitung „The Times“, das Unternehmen wolle die 15 Milliarden Dollar Barmittel stattdessen in US-Staatsanleihen oder bei US-Banken anlegen. Die Politik hat es erfolgreich geschafft, den letzten Rest an Vertrauen in der Wirtschaft zu zerstören. Solche leichtfertigen Vorstöße, wie der von SPD-Chef Gabriel sind da Öl im Feuer.

Mars macht mobil

Und wer auf der Erde überhaupt kein Plätzchen mehr für sicher hält, für den erkundet die Nasa den Mars. Heute morgen ist der Mars-Rover "Curiosity" auf dem roten Planeten gelandet, macht Fotos und entnimmt Bodenproben. Natürlich kann man das jetzt für eine gigantische Geldverschwendung halten, weil der direkte Nutzen daraus gering ist. Aber wohin uns die nur auf kurzfristigen Erfolg gepolte Sichtweise vieler Politiker und Manager gebracht hat, haben wir ja auch gesehen. Da ist mir die Neugierde von vermeintlichen Spinnern allemal lieber, denn daraus entstehen langfristig die besten Ideen.

Was fehlt? Die dämlichste Ausrede eines Dopingsünders bei den Olympischen Spielen: Der amerikanische Judoka Nicholas Delpopolo wurde positiv auf Cannabis getestet und behauptet nun, er habe "versehentlich" Kekse gegessen, die mit Marihuana gebacken wurden. Stimmt, das passiert ja jedem ab und zu mal, oder?

Ich wünsche Ihnen einen dopingfreien Feierabend,

Florian Kolf

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Kommentare (5)

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Account gelöscht!

06.08.2012, 18:14 Uhr

Ja, der Montag war ein wirklich starker Start in die Woche. Die anderen Wochentage werden Probleme haben, dies noch zu ueberbieten :-) Aber warten wir mal ab. Derzeit herrscht ja immer noch der olympische Gedanke.

gunus

06.08.2012, 18:17 Uhr

Mit Cannabis dopen? Was haben sie denn bitte genommen?

Account gelöscht!

06.08.2012, 18:26 Uhr

@gunus

"Mit Cannabis dopen? Was haben sie denn bitte genommen?"

Keine Ahnung wen diese Frage eigentlich treffen und fordern soll. Ich fuer meinen Teil habe mir nur das Handelsblatt reingezogen :-) Steht dies jetzt schon auf der Suchtgiftliste? Nun ja, ich komme auch nicht mehr davon los ;-)

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