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25.03.2013

18:37 Uhr

Was vom Tage bleibt

Ruhe vor dem Bankensturm

VonOliver Stock

Morgen sollen auf Zypern die Banken öffnen. Es könnte turbulent werden. Die Lufthansa öffnet eine zweieinhalbte Klasse für Passagiere. Die Wirtschaftsweisen revidieren ihre Schätzung. Der Tageskommentar.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Nachmachen verboten

Ich weiß nicht, wie Sie es halten: Aber ich gehe lieber einmal öfter zum Geldautomaten, als zu viel Geld in der Tasche zu haben. In Zypern hätte ich mit dieser Strategie meine liebe Müh und Not gehabt und müsste morgen ziemlich früh aufstehen. Morgen nämlich sollen die Banken nach zehn Tagen endlich wieder öffnen. Wenn es viele wie mich auf Zypern gibt, wird das morgen ein heißer Tag und es wird voll in den Banken. Deutsche Sparkassenmitarbeiter könnten dann etwas lernen: Sie klagen darüber, dass sich immer weniger Kunden in ihre Filialen verirren. Die Zyprer zeigen ihnen jetzt, wie sich im Handumdrehen ein Massenansturm organisieren lässt. Liebe Sparkassen: Bitte nicht nachmachen!

Premium Economy

Es gibt erste, zweite und dritte Klasse beim Fliegen. In der Lufthansa gibt es jetzt auch eine zweieinhalbte Klasse: Premium Economy heißt sie. Und Passagiere, die das Segment buchen, sollen einen völlig neuen Sitz erhalten. Ob breiter oder mit mehr Abstand zum Vordermann - darüber schweigt die Lufthansa noch. Vielleicht tut sie deswegen so geheimnisvoll, weil sie in Wahrheit nur zehn Jahre alte Sessel aus der Mottenkammer holt. Die waren zwar Economy - fühlten sich aber im Vergleich zur aktuellen Holzklasse glatt wie Premium an.

Sieg einer Kleinstgewerkschaft

Deutschlands kleinste Gewerkschaft lebt weiter: Fluggesellschaften und Frankfurter Flughafen sind heute mit ihrer Schadenersatzklage gegen einen Streik der Gewerkschaft der Flugsicherung abgeblitzt. Die Forderung der drei Kläger auf neun Millionen Euro Schadenersatz wird abgelehnt, sagte der Richter, weil der Streik für die Kläger nicht existenzgefährden war. Ein Erfolg der Klage hätte allerdings die Existenz der Gewerkschaft in Frage gestellt. Sie abzuschmettern - auch das ist eine Rechtsgüterabwägung.

Der Irrtum der Weisen

Die fünf Wirtschaftsweisen haben ihren Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft mehr als halbiert. Für 2013 werde nur noch ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 0,3 Prozent erwartet, teilte der Sachverständigenrat mit. Grund für die Senkung sei der unerwartete Einbruch im vierten Quartal. Ob die Wirtschaftsweisen gemerkt haben, dass das erste Quartal 2013 schon fast vorüber ist? Es lief besser als gedacht. Die Weisen aus dem Abendland werden bald wieder ihre Prognose korrigieren müssen. Dann nach oben.

Kleinleins Kleinkrieg

Beim Bund der Versicherten wird schmutzige Wäsche gewaschen. Ihr Vorstand, Handelsblatt-Kolumnist Axel Kleinlein, ist seit Freitag nicht mehr Vorstand. Er hat sich, so viel ist sicher, mit dem Aufsichtsrat überworfen. Schade ist das, weil die Versicherer gut organisiert und meinungsfreudig sind - was für ihre Kritiker leider nicht mehr gilt: Kritiker Kleinlein jedenfalls ist meinungsfreudig, bedauerlicherweise ist er jetzt nicht mehr so gut organisiert. Wir sind gespannt auf seine nächste Kolumne.

Einen meinungsfreudigen Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (6)

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btw

25.03.2013, 18:51 Uhr

Premium Economy.
Man darf sich schon jetzt über auf das neue Segment freuen und kann nur hoffen, dass die Schrauben noch halten werden.
Die Lufthansa lernt im Premium-Segment weiter, während RyanAir vermutlich unterscheiden wird zwsichen Halteschlaufen draußen am Fluggerät und Halteschlaufen drinnen im Fluggerät: Vorschlag für RyansAir: Premium holded: draußen mit bereits angezogenen Schrauben und drinnen mit Schraubenschüsseln zum selber nachziehen für lachhafte 50 Euro.

Dass Fliegen früher mal angenehm gewesen sein könnte, darauf soll der Kunde garnicht erst kommen.
Und für dieses Erlebnis soll er zahlen.

Am besten, die Carrier verzichten auf den ganzen Fluggast-Kiki und fliegen sich selbst durch die Welt: denn eines hat inzwischen jder Fluggast gelernt wie das Amen in der Kirche: er ist sowas von flüssig, nämlich überflüssiug und sollte einen angemessenen Beitrag unseren Fluggesellschaften im Rahmen einer zu erhebenden Steuer anweisen, ohne jedoch hoffen zu dürfen, ohne eine saftige Thrombose den Serviceleistungen "seines" Spitzencarriers entgehen zu können.

Happy landing Carriers...

Account gelöscht!

25.03.2013, 19:47 Uhr

Nachmachen verboten

Wir können nur hoffen, dass keine Bankkunden in der Bank durchdrehen und mit Waffengewalt ihre Einlagen, die über 100.000 Euro liegen, fordern.

Polizei-Sperren werden die Bankkunden einzeln zu den Eingängen der Banken durchlassen. Der Präsident Nikos Anastasiades wird diesbezüglich die Anleger der zypriotischen Banken heute Abend zur Vernunft aufrufen.

Account gelöscht!

25.03.2013, 20:00 Uhr

Ich hoffe die heben alle ab was nur geht und wenn es notwendig sein wird, sollen sie sich gegen diesen Wahnsinn und die Enteignung wehren.

"Wenn Du keine andere Wahl hast gib ihm, mach was der Staat macht glaub mir, f**k ihn!" Bei uns in D längst überfällig.

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