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23.07.2014

19:20 Uhr

Was vom Tage bleibt

Russland braucht keine WM

VonStefan Menzel

Ein WM-Boykott würde Russland ganz empfindlich treffen, die Regional-Airports jammern (wieder). Joachim Löw bleibt, Hamburg verbietet Uber und Daimler baut vor. Der Tag im Rückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Absage erlaubt

Darf Russland in vier Jahren die nächste Fußball-Weltmeisterschaft ausrichten? Besser nicht. Russland betreibt eine unverhohlene Einmischung in der Ukraine. Rebellen werden mit Geld und Waffen aus Moskau unterstützt. Der Westen tut sich nun schwer damit, auf den russischen Expansionsdrang zu reagieren. Die Sanktionen sind schwach und zögerlich, weil besonders Europa die wirtschaftlichen Folgen eines Handels- und Finanzboykotts fürchtet. Warum also nicht im Sport? Gerade im Fußball geht es um extrem viel Ansehen und Prestige, die Fußball-WM ist das wichtigste Sportereignis der Welt. Eine Absage würde Russland empfindlich treffen.

Leben mit Maut

Jammern gehört wahrscheinlich zum Grundrepertoire der Chefs von deutschen Regionalflughäfen. Nun warnen sie vor den Folgen einer Pkw-Maut. Auf den kleineren Regional-Airports seien mit Maut weniger Passagiere aus dem Ausland zu erwarten. In den meisten Nachbarstaaten um Deutschland herum gibt es jedoch bereits eine Pkw-Maut. Die Autofahrer dort sind diese Zusatzlast schon gewohnt, werden sich also kaum von einer deutschen Maut abschrecken lassen. Und es spricht Bände, dass die meisten deutschen Regionalflughäfen schon heute nicht profitabel sind. Deshalb wäre die Schließung des einen oder anderen Flughafens viel sinnvoller, als über den möglichen Verlust ausländischer Passagiere zu jammern.

Der Lotse bleibt

Die ganze große Überraschung ist es nicht mehr: Joachim Löw bleibt bis 2016 Bundestrainer der Fußball-Nationalmannschaft. Trotzdem tut es gut, diese Zusage jetzt auch einmal unmittelbar aus dem Munde des Bundestrainers vernehmen zu können und nicht über Hörensagen. Joachim Löw hat mit seiner Mannschaft eine wunderbare Erfolgsgeschichte geschrieben – wie ein junges Unternehmen, das von Jahr zu Jahr besser geworden ist. Der Bundestrainer darf gern noch den einen oder anderen Erfolg hinzufügen, Fußball-Deutschland sieht das gern.

Die Vermeider

Nach Berlin macht nun auch Hamburg Ernst und verbietet die Taxi-App Uber. Schade, wie sich wieder einmal eine deutsche Behörde gegen eine Neuerung stemmt und die Zustände auf dem Taxi-Markt zementiert. Mit Uber wären bessere Wettbewerbsbedingungen und auch niedrigere Preise möglich gewesen. Dass Deutschlands Kommunen diese Neuerung ablehnen, hat einen ziemlich einsichtigen Grund. Über die Vergabe von Taxi-Konzessionen verdienen die Städte kräftig mit. Und dabei soll es in Zukunft natürlich bleiben, Uber ist unter solchen Bedingungen einfach nur ein lästiger Störenfried.

Vorbild

Wie gut, dass es hierzulande eine starke Automobilindustrie gibt. Andere Länder hätten gern etwas davon. Natürlich gibt es keine Garantie dafür, dass Deutschland diese Spitzenposition auf Dauer behalten wird. Wie gut, dass es in den Unternehmen verantwortungsvolle und weitblickende Manager gibt. Daimler zum Beispiel will seine Spitzenposition behalten, die Belegschaft soll dafür auch gewisse Opfer bringen. Eine richtige und vernünftige Entscheidung. Schließlich geht es den Daimler-Beschäftigten so gut, dass kleinere Opfer ohne größere Probleme verkraftbar wären. Katastrophen sehen anders aus.

Einen erholsamen Sommerabend wünscht Ihnen ganz herzlich

Stefan Menzel

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

24.07.2014, 12:42 Uhr

So ein Blödsinn, die WM entziehen ... Langeweile? Sommerloch? oder wollen Sie einfach nur provozieren?

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