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21.09.2012

18:09 Uhr

Was vom Tage bleibt

Schäubles All-time-High

VonOliver Stock

Der Finanzminister nimmt mehr Steuern ein denn je. Der Bundesrat will eine Frauenquote. Spanien will Hilfsgelder umlenken. Ein Hafen wartet auf Schiffe. Und Blackberry-Kunden sind ohne Empfang. Der Tagesbericht.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Härtefall

Der Bundesrat ist überzeugt: Aufsichtsräte brauchen eine gesetzlich festgelegte Frauenquote. Ab 2018 muss ihr Anteil mindestens 20 Prozent betragen, ab 2023 dann mindestens 40 Prozent. Hoffentlich erfüllt das Spitzengremium Bundesrat die selbstgesetzten Anforderungen: Bislang sind drei von 16 Landeschefs weiblich. Das wären knapp die geforderten 20 Prozent. Für eine Verdoppelung sehe ich jedoch bislang schwarz. Oder von mir aus rot. Vielleicht deswegen hat der Bundesrat heute eine Fußnote mitbeschlossen, die da heißt: „Für Sonderfälle ist eine Härtefallklausel vorgesehen.“ Ich gebe Ihnen die Frage ins Wochenende mit: Was meinen die mit Härtefall?

Steuereinnahmen auf All-time-high

Es gibt eine Forderung, die immer richtig ist. Sie heißt: Senkt die Steuern! Sie ist deswegen richtig, weil immer dann, wenn sie nicht erhoben wird, eine Staatsbürokratie dazu neigt, sich wie ein gefräßiges Monster zu benehmen und hier noch etwas an sich zu ziehen und da noch etwas auf Staatskosten zu regeln. Deswegen muss der Druck bleiben. Von Zeit zu Zeit dürfen wir ihn sogar erhöhen. So eine Phase bricht jetzt an: Denn die Steuereinnahmen sind im August um 12,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Das ist für einen Monat wie den August ein All-time-high, wie es in der Börsensprache hieße. Wann kommt die Dividende?

Ein Schiff wird kommen ...

Es gibt auch Großprojekte, die gelingen. Der Jade-Weser-Port, der heute halbwegs pünktlich in Betrieb ging, ist so eines. Aber selbst, wenn der Zeitplan nicht völlig gerissen wurde, haben Großprojekte immer das Problem, dass ihre Planung aus einer anderen Zeit stammt als ihre Fertigstellung. Angesichts jahrelang steigender Umschlagszahlen war der neue Nordseehafen an sich dafür gedacht, überschüssige Kapazitäten aufzufangen, die in Hamburg oder Bremerhaven ohnehin nicht bewältigt werden könnten. Doch seit Lehmann, Staatsschuldenkrise und all den anderen Weltwirtschaftsmalheurs werden weniger Container auf Reisen geschickt als noch vor zehn Jahren prophezeit. Die Folge: Deutschlands dritter großer Seehafen hat bislang genau einen Kunden, der einmal in der Woche ein Schiff am Jade-Weser-Port vorbeischicken will. Aber gut. Bleiben wir optimistisch. Ein Schiff wird kommen. Und wenn nicht, entscheiden wir uns einfach, aus dem Containerhafen eine Robbenbeobachtungsstation zu machen.

Über die Verhältnisse gelebt

Madrid, so hieß es heute gerüchteweise in Berlin, soll hinter den Kulissen das Geld aus Europa bereits neu verteilen: Einen Teil der 100 Milliarden Euro, die aus dem Rettungsschirm in die kranken Banken fließen sollten, könnten zum Abbau von Staatsschulden verwendet werden, weil die Banken doch gar nicht so krank sind. Die Hoffnung, die damit verbunden wird, liegt auf der Hand. Mit einer solchen Kapitalspritze könnte Spanien Vertrauen der Investoren zurückgewinnen. Muss uns das Gerücht aufregen? Nein. Denn ob wir nun direkt an den Staat oder über den Umweg der Banken als Deutsche dafür zahlen, dass andere über ihre Verhältnisse gelebt haben, ist eigentlich auch egal.

Vitrine für den Blackberry

Wer Blackberry-Kunde ist, der hatte heute Pech: Weltweit funktionierte das Smartphone am Vormittag nicht so, wie es sollte. Ein Fehler beim Geräterhersteller RIM dürfte der Grund gewesen sein. Pech für das angeschlagene Unternehmen. Dann während die Blackberry-Kunden auf dem Trockenen saßen, stürmten tausende Apple-Fans die Läden und holten sich ein neues iPhone 5. Dagegen kämpft Blackberry mit schrumpfenden Marktanteilen und roten Zahlen. Neben den iPhones sind die Android-Handys die härtesten Konkurrenten des in die Jahre gekommenen Smartphone-Pioniers. Aber bevor Sie Ihren Blackberry wegschmeißen, halten Sie einen Augenblick inne und überlegen mal: Vielleicht macht er sich neben Schreibmaschine und Kasettenrecorder doch ganz hübsch in ihrer Vitrine.

Machen Sie etwas Bleibendes aus Ihrem Wochenende wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (1)

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molli998

21.09.2012, 20:07 Uhr

Schäuble-mehr Steuern denn je-- ...und trotzdem Schulden Schulden Schulden. Das ist wahre Unfähigkeit. Peinlich.

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