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11.06.2014

19:12 Uhr

Was vom Tage bleibt

Schmerzvolle Emirates-Entscheidung

VonStefan Menzel

Airbus verliert einen riesigen Auftrag, Taxi-Fahrer protestieren gegen neue Apps. Die Bahn ist im Westen länger außer Betrieb, der Fifa-Chef will noch einmal und die Lufthansa warnt die Aktionäre. Der Tagesrückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Auftragsstorno

70 Flugzeuge sind ein Wort. Emirates, eine der drei großen Airlines vom Persischen Golf, nimmt die Planung zurück und streicht seine Vorbestellungen beim deutsch-französischen Flugzeughersteller Airbus gewaltig zusammen. 70 Exemplare vom A350 wären ein gewaltiger Auftrag vom Golf geworden. Sie wären es, für Airbus ist dieser Milliardentraum nun leider geplatzt. Und die Gründe? Natürlich sollte jede Airline ihre Pläne überprüfen und bei Bedarf auch nachjustieren. Aber vielleicht gibt es am Golf auch eine wachsende Verärgerung darüber, wie Emirates & Co. in Europa immer öfter Steine in den Weg gelegt werden. Schöne Flugzeuge gibt es auch in anderen Teilen der Welt.

Rollende Marktbegrenzung

Das Taxi-Gewerbe ist noch ein wunderbar altes Geschäft. Es gibt hohe Zutrittsbeschränkungen, die die Taxi-Fahrer vor unliebsamer neuer Konkurrenz schützen. Leidtragende sind die Kunden, die überzogene Preise bezahlen müssen. Uber und andere Taxi-Apps würden für Abhilfe und niedrigere Preise sorgen, wann man sie denn ließe. Leider fehlt es Politikern und Aufsichtsbehörden hierzulande am nötigen Verständnis für Wettbewerb, sie unterstützen die Taxi-Fahrer und blockieren Uber & Co. Hoffentlich nicht mehr allzu lange. Denn es gibt kein natürliches Recht auf überteuerte Taxi-Fahrten.

Bahn im Normalbetrieb

Natürlich, die Bahn hat es im Westen Deutschlands derzeit nicht allzu leicht. Der Sturm zu Pfingsten sorgt unverändert für großes Chaos: Abgebrochene Bäume auf den Gleisen und gerissene Oberleitungen lassen in Nordrhein-Westfalen keinen normalen Betrieb zu. Aber: Es gibt wieder einmal ein völliges Durcheinander bei der Bahn, was die Informationspolitik betrifft. Mal fährt ein Zug, mal nicht. Die Fahrgäste werden von der Bahn wieder völlig allein und uninformiert gelassen. Sie müssen allein sehen, wie sie jetzt und während der nächsten Tage zu Recht kommen. Immerhin, das ist doch gewohnter Normalbetrieb bei der Bahn.

Zement und Fußball

In der Politik wird die Amtszeit von Spitzenkräften häufig begrenzt. Bestes Beispiel sind die USA, wo sich der Präsident nur ein einziges Mal wiederwählen lassen darf. Der Weltfußballverband Fifa kennt solche Begrenzungen überhaupt nicht. Fast schon folgerichtig will Sepp Blatter, bereits seit dem Jahr 1998 an der Spitze der Fifa, seine fünfte Amtszeit antreten. Dabei könnte der Weltfußball gerade jetzt viel an frischem Wind gebrauchen. Ist doch etwa die fragwürdige Vergabe der WM im Jahr 2022 an den Golf-Staat Katar ein Ergebnis der stets umstrittenen Blatter-Regentschaft. Die Katar-Entscheidung ist mit der Person Blatters verbunden. Würde er jetzt gehen, könnte das Katar-Projekt gerade noch gestoppt werden.

Großreinemachen in Frankfurt

Die Lufthansa hat einen neuen Chef. Und wie es sich für einen neuen Konzernboss gehört, räumt Carsten Spohr erst einmal kräftig auf. Gewinnwarnung, neue Geschäftsziele, die Vorgaben des Vorgängers werden schnell gekippt. Doch das allein wird nicht reichen. Wenn Spohr auf Dauer Erfolg haben will, dann muss er vor allem die arg frustrierte Lufthansa-Belegschaft auf seine Seite bringen. Nach diversen Sparrunden hängt der Haussegen bei Deutschlands größter Airline gewaltig schief. Gelingt Spohr dieser interne Kurswechsel, dann könnte es bei der Lufthansa tatsächlich aufwärts gehen. Drücken wir die Daumen!

Einen schönen Abend wünscht Ihnen  

Stefan Menzel

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