Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.07.2015

19:18 Uhr

Was vom Tage bleibt

Schnell, schnell, schnell

VonStefan Menzel

Den griechischen Banken geht es an den Kragen, die Lokführer streiken nicht mehr. Die Ukraine bekommt kein russisches Gas mehr, Volkswagen hat jetzt einen Markenchef und ganz Deutschland schwitzt. Der Tag im Rückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Der Kollaps naht

Griechenland braucht ganz schnell frisches Geld. Die Banken stehen vor dem Kollaps, schon in wenigen Tagen könnte der gesamte Zahlungsverkehr zusammengebrochen sein. Es ist verrückt: Ein moderner Industriestaat wie Griechenland steht an der Schwelle zur Tauschwirtschaft, weil Geld als Zahlungsmittel nicht mehr funktioniert. Woher kann jetzt die Rettung kommen? Die Partner aus der Euro-Zone müssten ein neues Hilfspaket schnüren. Doch bitte nicht mehr um jeden Preis. Alexis Tsipras hat sein Land selbst in diese schwierige Lage hineinmanövriert. Geld kann es nur dann geben, wenn Athen seinen Partnern endlich entgegenkommt. Jetzt gibt es erste Signale, dass genau das passiert. Hoffentlich versteht Tsipras endlich, dass er reagieren muss.

Endlich, nach einem Jahr

Immerhin, es gibt sie noch, die guten Nachrichten. Die Deutsche Bahn hat sich nun endlich mit ihren Lokführern auf eine Lösung verständigt. Warum mussten die Bahn-Kunden ein ganzes Jahr lang auf diesen Kompromiss warten? Bahn und GDL haben nun einen Interessenausgleich gefunden, der die Rechte der Lokführergewerkschaft wahrt und zugleich im Unternehmen für ein einheitliches Lohngefüge mit verschiedenen Gewerkschaften sorgt. Streiks wird es auf Jahre nicht mehr geben. Und ganz wichtig: Auch nicht mehr in diesem Sommer während der Urlaubssaison. Warum nicht gleich so?

Den Hahn zugedreht

Geschäfte mit Russland sind schwierig und bereiten keine große Freude. Zumindest für die Ukraine, der die Russen jetzt die Gaslieferungen gestrichen haben. Bei aktuell 35 Grad in Europa halten sich die Konsequenzen für die Ukraine heute in Grenzen. Aber irgendwann geht jeder heiße Sommer einmal zu Ende und der nächste Winter steht vor der Tür. Dann erst wird sich zeigen, wie es um die Versorgungssicherheit der Ukraine bestellt ist. Kiew will sein Erdgas künftig aus dem Westen beziehen. Das ist allerdings auch im Wesentlichen Gas aus Russland, das der Westen etwa über die Ostsee-Pipeline bezieht. Um der Ukraine zu schaden, könnte Moskau auch dem Westen den Hahn zudrehen. So richtig klar ist also gar nichts.

Mut für Wolfsburg

VW steht vor einem schwierigen zweiten Halbjahr. Nach den Sommerferien wird die neue Konzernstruktur langsam Form annehmen, besonders bei der ertragsschwachen Marke Volkswagen muss etwas passieren. In Wolfsburg hat am Mittwoch Herbert Diess seinen Job angetreten, der frühere BMW-Manager, auf dem als neuem Markenchef für Volkswagen ganz besondere Hoffnungen ruhen. Vor ihm liegt die schwierigste Aufgabe im gesamten Konzern. Er könnte auch unpopuläre Entscheidungen treffen, unter denen die Belegschaft leidet. Hoffentlich ist er sich im Klaren darüber, dass der Betriebsrat bei VW viel stärker als in anderen Unternehmen ist.

Das große Schwitzen

Endlich richtig Sommer. Oder ist es doch zu heiß? In den meisten Unternehmen wird es beide Lager geben. Sicher ist nur: Vor uns liegen die heißesten Tage des Jahres. Vor allem im Westen des Landes könnten am Freitag und Samstag an die 40 Grad erreicht werden. Wir vom Handelsblatt wünschen Ihnen mitfühlende Chefs, die bei der Kleiderordnung hitzebedingt mehr Toleranz als üblich walten lassen. Außerdem gibt es noch ein klein wenig verbalen Trost von uns: Irgendwann wird es auch wieder kälter.

Ein kühlendes Getränk und ein erfrischendes Lüftchen wünscht Ihnen heute Abend

Stefan Menzel

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×