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02.09.2014

19:02 Uhr

Was vom Tage bleibt

Schotten und Russen

VonStefan Menzel

In Schottland wird die Unabhängigkeit wahrscheinlicher, Russland rüstet auf. Der schwache Euro rüttelt die Banken auf, Uber verliert vor Gericht und das Handelsblatt versteigert ein WM-Trikot. Der Tagesrückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Groß oder Klein?

Großbritannien steht vor einem Schicksalstag: Schon in gut zwei Wochen werden die Schotten in einem Referendum über ihre Unabhängigkeit entscheiden. Es wäre schade, wenn sich die Schotten für die Loslösung von Großbritannien entscheiden sollten. Wieder ein Kleinstaat mehr, wieder mehr europäische Zersplitterung. Andererseits wäre der Wunsch der Schotten nach Eigenständigkeit natürlich zu respektieren. Das Recht auf Selbstbestimmung wird in diesem konkreten Fall von keiner Seite angezweifelt. Großbritannien ist schließlich nicht Russland.

Freiheit verboten

Das Beispiel Ukraine zeigt leider, dass Russlands Präsident Putin die neue militärische Macht des Landes tatsächlich benutzen will. Europa erlebt Imperialismus pur: Ein kleineres Nachbarland wie die Ukraine darf sich nicht aus der russischen Umklammerung befreien. Niemand weiß heute, wie sich das russische Expansionsstreben weiter entwickeln wird. Sind die baltischen Länder aus Moskauer Sicht vielleicht doch ein ur-russischer Vorhof? Was ist mit Polen, was mit der Slowakei? Die Zeit der Friedensdividende ist beendet. Die westlichen Verteidigungsbudgets werden nicht weiter schrumpfen, Moskau hat für die Nato ein neues Kapitel eröffnet.

Banken und Euro

Was macht die Zentralbank mit dem Euro? Er wird weicher und weicher. Die EZB buttert Geld in den Markt als wäre sie ein Karnevalsprinz, der mit Kamellen um sich schmeißt. Wohin soll das alles führen? Diese Frage steht im Mittelpunkt der zweitätigen Handelsblatt-Konferenz „Banken im Umbruch“, die am Mittwoch in Frankfurt beginnt. Niemand sollte sich Illusionen hingeben: Eine schnelle und beruhigende Erklärung wird es von EZB-Präsident Draghi nicht geben. Die EZB steuert die europäische Finanzpolitik mehr als jede gewählte Regierung der Euro-Zone. Der europäische Schäuble ist ein Italiener und heißt Draghi.

Die neuen Helfer

Das deutsche Taxi-Gewerbe hat stille, aber mächtige Verbündete: die Richter. Dieses Mal hat ein Gericht in Frankfurt die Taxi-App Uber verboten. In diesem neuen Fall gibt es allerdings einen gewaltigen Unterschied. Die Frankfurter Richter haben die App nicht mehr nur innerhalb einer Stadt, sondern gleich für ganz Deutschland für rechtswidrig erklärt. Hallo? Mit Uber würde das Taxifahren endlich billiger und einfacher. Unsere Richter brauchen ganz schnell Nachhilfeunterricht in Sachen Marktwirtschaft. Damit sie Uber in Ruhe und fahren lassen.

Für einen guten Zweck

Der Sieg der deutschen Fußballer bei der WM in Brasilien liegt nun schon fast zwei Monate zurück. Mit dem Freundschaftsspiel am Mittwochabend gegen Argentinien wird an diese Sternstunde des deutschen Sports erinnert. Es gibt allerdings noch eine andere Möglichkeit, dieses Ereignis unvergessen zu machen: Das Handelsblatt versteigert ein WM-Trikot der deutschen Nationalmannschaft mit den Unterschriften der wichtigsten Spieler. Machen Sie mit, 700 Euro sind bislang geboten. Das Geld geht an ein SOS Kinderdorf in Brasilien – also dorthin, wo der deutsche Fußball seinen großen Triumph gefeiert hat. Besser lassen sich Sport und karitative Hilfe nun wirklich nicht miteinander verbinden.

Einen angenehmen Abend wünscht Ihnen

Stefan Menzel

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