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19.02.2013

18:06 Uhr

Was vom Tage bleibt

Seid verzichtet, Millionen!

VonMartin Dowideit

Ein Manager lässt eine gigantische Abfindung sausen, die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Anlagebetrug und ein Ministerpräsident freut sich über eine Mehrheit. Der Tagesrückblick.

Martin Dowideit leitet das Ressort Unternehmen & Märkte bei Handelsblatt Online.

Martin Dowideit leitet das Ressort Unternehmen & Märkte bei Handelsblatt Online.

Guten Abend, 

Geschlossene Koalition

Niedersachsen hat einen neuen Ministerpräsidenten. Nur eine Stimme Mehrheit reichte Stephan Weil (SPD) – ganz anders als 2005 Heide Simonis in Schleswig-Holstein. Ein Nacheiferer des „Heidemörder“ ließ sich in Hannover heute nicht blicken. Wir warten jetzt unter anderem gespannt, wann sich der Mann mit den Sparkassen anlegt. Transparenz bei den Vorstandsgehältern hatte er im Interview mit Handelsblatt Online im Wahlkampf gefordert. Im Koalitionsvertrag findet sich dazu kein Wort dazu. Mal schauen wie es weiter geht.

 

Die Chance im Netz – und die Gefahr

Die Branche der Sparkassen traf sich heute in Berlin – morgen geht es in die zweite Runde bei der Handelsblatt-Jahrestagung. Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon kündigt an, dass die Sparkassen das Internet als Chance begreifen und auch bei der elektronischen Kommunikation auf den Kontakt zu echten Beratern setzen. Da passte heute die Meldung nicht wirklich in den Kram, dass es einen Angriff auf sparkasse.de gegeben hat – und Kunden die Benutzung eines Virenscanners empfohlen wird. Gut und böse liegen oft nah beieinander.

 

Ein erzwungener Verzicht 

In der Schweiz schwappten die Wogen der Entrüstung hoch: 58 Millionen Euro sollte der scheidende der 59 Jahre alte Novartis-Präsident Daniel Vasella dafür erhalten, dass er in den kommenden sechs Jahren nicht bei einem Konkurrenten anheuert. Sogar der Chef der Bischofkonferenz schaltete sich in die Debatte ein und kritisierte Vasella. Der verzichtete jetzt auf die Millionen und sagte, er habe die Summe spenden wollen. Seinem Berufsstand hat er dennoch einen Bärendienst erwiesen.

Von wegen Betongold 

Die Wirtschaftswoche hatte in diesem Monat über zweifelhafte Geldanlage in vermeintlich sichere Immobilien berichtet. Einer der kritisierten Firmen, der Frankfurter Firmengruppe S&K, ging es heute an den Kragen. Bundesweit gab es eine Razzia, sechs Verdächtige wurden verhaftet. Insgesamt wird gegen 50 Beschuldigte ermittelt – auch Notare und Rechtsanwälte gehören dazu. Grund für die Durchsuchungen: Verdacht des banden- und gewerbsmäßigen Betruges mit Kapitalanlage, der Untreue und weitere Straftaten. Merke: Jeder Anlagetrend wird gerne schamlos ausgenutzt.

Einen schönen Abend wünscht

 

Martin Dowideit

P.S.: Der Rewe-Fleischlieferant Wilhelm Brandenburg hat heute die „Supp'n Roll Chili con Carne“ zurückgerufen. Und wissen Sie was? Es geht nicht um Pferdefleisch. Stattdessen sind Kunststoffpartikel in der Paprika entdeckt worden. Auch wer Gemüse mag, ist nicht auf der sicheren Seite.

Der Autor auf Twitter: @MDowideit

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