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03.07.2012

18:13 Uhr

Was vom Tage bleibt

Siebzehn kleine Euro-Staaten, ...

VonFlorian Kolf

Was die Euro-Krise mit Abzählreimen zu tun hat, wann Bad-Banker auf Schnee im Juli hoffen und warum die Deutsche Lufthansa sich fürchten muss: Der Tagesrückblick

Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.

Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.

Wunderschönen guten Abend,

Erst die Banken, dann das Land

Langsam ist es wie bei dem (politisch zugegebenermaßen nicht ganz korrekten) Abzählreim "Zehn kleinen Negerlein". Ein Euro-Staat nach dem anderen kippt um und schlüpft unter den Rettungsschirm. Nun dürfte als sechstes Land Slowenien an der Reihe sein. Noch sind es Gerüchte der Märkte, doch das Muster ist ähnlich wie in zahlreichen anderen Fällen: Die größte Bank des Landes ist in Schieflage geraten, noch sie stützt die Regierung, aber bald wird wohl auch das nicht mehr reichen. Im Abzählreim war am Schluss kein Negerlein mehr übrig. Ob den siebzehn kleinen Euro-Staaten jetzt auch noch nach Singen zumute ist?

Schuld sind die anderen

Aber egal, ob Staaten oder Banken in Schieflage geraten - Schuld sind immer die anderen. Die Bad Bank des verstaatlichten Immobilienfinanzierers HRE hat heute bekannt gegeben, dass sie 2011 knapp zehn Milliarden Euro Verlust gemacht hat. Kann die Bank aber gar nichts für, liegt nur an Griechenland. Und außerdem ist alles offenbar kein Problem, bezahlt ja auch der staatliche Bankenrettungsfonds Soffin. Und wenn die Euro-Krise gelöst wird, so Bad-Bank-Chef Christian Bluhm, könne das Ergebnis dieses Jahr vielleicht wieder ausgeglichen werden. Und wenn es im Juli schneit, dann machen sie wahrscheinlich sogar wieder Gewinn.

Koreaner auf der Überholspur

Ebenfalls als Opfer der Euro-Krise sieht sich die deutsche Autoindustrie. "Wir stellen uns auf noch stürmischere Zeiten ein", sagte Verbandspräsident Matthias Wissmann heute bei der Präsentation der Verkaufszahlen für das erste Halbjahr mit Blick auf die schwächelnde Nachfrage in den europäischen Schuldenländern. Erstaunlich nur, dass die koreanischen Konkurrenten davon offenbar nichts spüren: In den ersten sechs Monaten hat die Zahl der Neuzulassungen in Deutschland bei Hyundai um 13,7 Prozent zugelegt, die Zahl der verkauften Autos bei Kia wuchs sogar um 53 Prozent. Liegt es vielleicht doch auch daran, die richtigen Modelle anzubieten?

Angriff auf Lufthansa

Ein ganz gefährlicher neuer Gegner droht der Deutschen Lufthansa. Berichten zufolge sprechen Air France und die aggressiv wachsende Golf-Airline Etihad über die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens. Das wäre für Lufthansa dramatisch. Ist doch Etihad größter Aktionär und Partner von Air Berlin und könnte so deutsche Passagiere zu der kraftvollen neuen Allianz lenken. Den Reisenden kann es dagegen nur Recht sein. Wenn sie attraktive Verbindungen angeboten bekommen, ist es ihnen schließlich egal, ob sie in Frankfurt, Paris oder Abu Dhabi umsteigen.

Was fehlt? Das Prinzip der Versicherungen: Sie verkaufen Schirme und sammeln sie wieder ein, wenn es regnet. Eine Frau hatte bei der Überführung eines Mietwagens einen Unfall erlitten und dabei einen Arm verloren. Pech nur, dass sie sich verfahren hatte und deshalb auf der falschen Autobahn unterwegs war. Ein Richter entschied deshalb heute, dass die Unfallversicherung nicht zahlen muss. Ach ja: Schuld sind immer die anderen.

Ich wünsche Ihnen einen unfallfreien Feierabend,

Florian Kolf

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Kommentare (4)

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Eurohaecksler

03.07.2012, 18:37 Uhr

Da sieht er so harmlos aus und kann dennoch immer so herrlich spitze Kommentare schreiben. Weiter so!!

Leser

03.07.2012, 19:31 Uhr

Also bei solchen Beiträgen möchte ich eigentlich sofort aufhören das Handelsblatt zu lesen.
Meinung hin oder her, das was hier geschrieben wird ist einfach nur sarkastisch und mit sehr wenig Inhalt gefüllt. Da kann man auch gleich auf Bild.de lesen gehen.
Aber das scheint ein weit verbreitetes Problem von sogenannten "Wirtschaftsjournalisten" zu sein. Es wird zwar über die Wirtschaft geschrieben, aber das tatsächliche Fachwissen abseits der sowieso überallzu lesenden Schlagzeilen gibt es nicht. Zusätzlich haut man am Ende noch einen peseudointellektuellen Spruch, wie: "Liegt es vielleicht doch auch daran, die richtigen Modelle anzubieten?", bei dem es sich so anhört, als seien alle anderen inkompetent, nur man selber hätte ja DEN Kern des Problems erkannt, und schon hat man einen SUPER Artikel zu den wirtschaftlichen Ereignissen des Tages geschrieben.
Unerträglich ist das!

anacondafucker

03.07.2012, 21:49 Uhr

Dann lesen Sie doch den Artikel über Heidi, der ist tiefgreifender.

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