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18.02.2014

19:17 Uhr

Was vom Tage bleibt

Sorgen um die Ukraine

VonStefan Menzel

Die Unruhen in der ukrainischen Hauptstadt flammen wieder auf, bei Routern gibt es ein Sicherheitsproblem. Chinesen retten Peugeot, Berlin erlebt den nächsten Skandal und Porsche macht auf ganz groß. Der Tagesrückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Trauriges Kiew

Es ist nur eine trügerische Ruhe in Kiew gewesen. Bis zum Abend dürfte es zehn Tote in der ukrainischen Hauptstadt bei den Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und der Opposition gegeben haben. Die Auseinandersetzung in der Ukraine steuert langsam auf ihren Höhepunkt zu. Der mächtige Nachbar Russland hat großes Interesse daran, dass die Welt in diesen Tagen auf die Winterolympiade in Sotschi blickt und nicht auf den blutigen Konflikt in der ukrainischen Hauptstadt. Am kommenden Sonntag gehen die Spiele in Sotschi zu Ende. Dann dürfte es den Russen egal sein, was in Kiew passiert. Moskau kann seinen langen Arm dann erst recht wieder machtvoll Richtung Kiew ausstrecken.

Unsicheres Netz

Auf Internet und WLAN mag zu Hause niemand mehr verzichten. Aber wer weiß so recht, welche Technik den drahtlosen Netzzugang überhaupt erst möglich macht. In jedem dritten, wenn nicht gar in jedem zweiten Haushalt in Deutschland dürfte eine Fritzbox stehen. Der Router des Berliner Herstellers AVM, bei dem sich vor wenigen Tagen eine gefährliche Sicherheitslücke aufgetan hat. Wenige dürften sich darüber im Klaren sein, welch großes Gefährdungspotenzial da im eigenen Wohnzimmer steht: Einbruch im Netz, der Router öffnet das Scheunentor. AVM muss sich vorhalten lassen, viel zu spät und nicht offen genug informiert zu haben. Die Angst vor dem eigenen Imageschaden war wohl zu groß – aber jetzt geht das Ganze nach hinten los und das Renommee leidet erst recht.

Retter aus Asien

Frankreichs Automobilhersteller haben ein Problem, insbesondere der PSA-Konzern, die Mutter von Peugeot und Citroen. Die Modellpalette ist zu klein, zudem fehlen den Franzosen die ertragsstärkeren Premiummodelle, mit denen Mercedes und BMW glänzen können. Bei PSA muss nun der chinesische Autokonzern Dongfeng als Retter einspringen. Noch hoffen die Franzosen, dass sie den Einfluss der neuen Miteigentümer aus China begrenzen können. Eine ziemlich naive Vorstellung. Dongfeng nutzt den Einstieg in Frankreich als Sprungbrett für ganz Europa. Die Peugeot-Familie muss sich darauf einstellen, dass sie das Sagen im PSA-Konzern verlieren wird. Und zwar endgültig.

Skandal-Hauptstadt

Kaum eine Woche vergeht, in der Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit nicht mit einer umstrittenen Entscheidung auffällt. Die Pleite beim neuen Berliner Großflughafen ist schon legendär, wo Wowereit als Aufsichtsratschef wenig bewirkt hat – um es noch positiv zu formulieren. Den durch einen Steuerskandal belasteten Kulturstaatssekretär André Schmitz wollte er lange Zeit im Amt lassen. Jetzt setzt Wowereit zum nächsten Fehlgriff an: Schmitz wird nicht einfach entlassen, sondern per goldenem Handschlag in den Ruhestand versetzt. Wie lange soll diese fehlgeleitete Politik im Land Berlin eigentlich noch weitergehen?

Sprung in die Masse

Porsche setzt zum großen Sprung an. Der neue Macan, eine geschrumpfte Version des erfolgreichen Geländewagens („SUV“) Cayenne dürfte die jährlichen Porsche-Produktionszahlen nahezu auf 200.000 verdoppeln. Porsche riskiert damit natürlich, dass ein Stück weit die eigene Exklusivität verloren geht. Die Masse gewinnt, die Klasse schrumpft. Einen ersten Vorgeschmack darauf gibt es beim Supersportwagen 911 GT3, der in den vergangenen Wochen bei einigen Kunden in Flammen aufgegangen ist. So etwas könnte in Zukunft häufiger passieren – wenn die Porsche-Ingenieure zu sehr in die Produktion der noch ungewohnt hohen Stückzahlen eingebunden sind.

Einen störungsfreien Abend wünscht Ihnen  

Stefan Menzel

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