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27.09.2013

18:31 Uhr

Was vom Tage bleibt

SPD leidet unter Gestaltungsunlust

VonOliver Stock

Die SPD leidet unter vielem – unter Führungsstärke aber nicht. Ein Parademanager tritt ab. Blackberry verbrennt Milliarden. Und: Die Amerikaner haben Angst vor ihrer Krankenversicherung. Der Tagesbericht.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Mikado-Taktik

So sehen Zaudernde aus: Eine Woche nach der Wahl beschäftigt sich die SPD auf ihrem Konvent heute damit, ob sie mit der Union reden soll. Wahrscheinlich ja. Wenn dann ein Ergebnis dieser Gespräche vorliegt, soll es den Parteimitgliedern offenbar zur Abstimmung vorgelegt werden. Eigentlich wählen wir Politiker, weil wir glauben, dass sie gerne regieren wollen. Von Gestaltungslust ist aber bei den Genossen wenig zu spüren. Stattdessen Mikado-Taktik: Wer sich bewegt, hat schon verloren.

Abtritt eines Stars

Der frühere BASF-Manager Wolfgang Büchele löst Wolfgang Reitzle im kommenden Mai bei Linde ab. Reitzle fühlte sich eigentlich zu jung zum gehen. Es spricht für den Konzern, dass er seinen Spitzenmann mit 65 Jahren dennoch in den Ruhestand schickt. Seine Bilanz glänzt: Der charismatische Manager mit dem schmalen Schnurrbart und der Vorliebe für feine Kleidung spaltete zunächst das Geschäft mit Gabelstaplern und Kühltechnik ab. Er kaufte in einem kühnen Schritt den größeren britischen Rivalen BOC und machte Linde damit zum größten Gaseanbieter der Welt noch vor dem französischen Erzrivalen Air Liquide. Anders als viele andere Chefs von Großkonzernen kam er dabei ohne Einschnitte in der Belegschaft aus. Wäre Reitzle ein Filmstar wie James Bond müsste sein Nachfolger mit einem baldigen Remake rechnen.

Schwarze Kirsche

Der schwer angeschlagene Smartphone-Pionier Blackberry wechselt mit fast einer Milliarde Dollar Verlust im Gepäck den Besitzer. Im zweiten Geschäftsquartal lag der Fehlbetrag bei 965 Millionen US-Dollar, wie das von dem Deutschen Thorsten Heins geführte Unternehmen am Freitag mitteilte. Blackberry soll für 4,7 Milliarden Dollar an den Finanzdienstleister Fairfax Financial verkauft werden. Nach dem Vorbild von Dell will Fairfax Blackberry dann von der Börse nehmen und sanieren. Dass die Schwarze Kirsche schwer verdaulich ist, war den Käufern klar. Aber ist sie vielleicht sogar vergiftet?

Freiheitskampf auf amerikanisch

Amerika erhält ab Dienstag eine Krankenversicherung für alle. 45 Millionen unversicherte US-Bürger können sich eine aussuchen – über ein Internet-Portal der Regierung. Für Präsident Obama ist es sein wichtigstes Reformprojekt. Seit Jahren beschwören Gegner das Ende der Freiheit in Amerika herauf. Vielleicht empfehlen wir ihnen einen Blick nach Deutschland: In den letzten 129 Jahren gab es mindestens zwei Kaiser, einen tausendjährigen Diktator und ein Regime, das eine Mauer um ein halbes Land zog. Sie alle schränkten die Freiheit ein. Die hierzulande seit 1884 existierende allgemeine Krankenversicherung hat dagegen unserem Freiheitsdrang nicht geschadet.

Das Meer steigt und steigt und steigt

Der Anstieg des Meeresspiegels schreitet schneller voran als bislang gedacht. Davor warnt der Weltklimarat im neuesten Report. Selbst bei größten Anstrengungen gegen den Klimawandel läge der Anstieg bis zum Jahr 2100 bei 26 Zentimetern. Für den Fall eines ungebremsten Fortschreitens der Klimaveränderung prognostiziert der Report für diesen Zeitraum einen Anstieg um 82 Zentimeter. Sie können jetzt schon mal die Gummistiefel bereitlegen – oder sie warten damit. Dieses Wochenende soll nämlich nochmal die Sonne scheinen.

Sonnige Tage wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (7)

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Linkenscheucher

27.09.2013, 19:11 Uhr

Die SPD leidet an Gestaltungsunlust?
Ja, was wollen Sie denn von einer Partei erwarten, die nicht einmal ihre Oppositionsrolle ausfüllen konnte? Die SPD hat 4 muntere Jahre verpennt, von so einer Partei ist in der Regierung nichts, aber auch gar nichts zu erwarten.Und dann das Führungsduo Nahles und Gabriel!

JustSayYesAndShutUp

27.09.2013, 19:40 Uhr

Krankenkasse für alle? Ja, da müssen die USA halt ganz ruckartig etwas kanadisch werden. Die Vereinigten Staaten von Amerika sind schließlich kein Entwicklungsland. Debatte darüber: FORRGETT IT. This is mandatory.

Account gelöscht!

27.09.2013, 20:26 Uhr

Die SPD leidet unter eigener Dummheit. Entweder man hat den richtigen Kandidaten, dann köpft die SPD ihn - spätestens vor der nächsten Wahl.

Oder man hat den Falschen, dann gehts mit dem zur Wahl.

Nur Masochisten wählen noch die SPD. Oder Proleten.

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