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27.12.2012

18:12 Uhr

Was vom Tage bleibt

Starbucks Ängste

VonOliver Stock

Die Kaffeehaus-Kette wirbt bei US-Politikern für Einigung im Fiskalstreit. Toyota zahlt Milliarden, um sein Image zu reparieren. Die Sowjetunion entsteht neu als Fußballliga. Und Wiedeking darf kochen. Der Tagesbericht.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Starbucks Angst

Nicht einmal ihren Kaffee am Morgen dürfen US-Politiker noch genießen, ohne an ihre Pflichten erinnert zu werden. „Come together“, schreiben die Mitarbeiter der Starbucks-Filialen in Washington auf die Pappbecher. Starbucks-Chef Howard Schultz will so den Druck auf die Abgeordneten erhöhen will: Einigt euch endlich, sonst bekommen wir alle sehr bald ein sehr großes Problem. Fünf Tage haben sie noch, bis die USA über die so genannte Fiskalklippe stürzt: Zum Jahreswechsel laufen Steuervergünstigungen für alle Amerikaner aus, gleichzeitig drohen empfindliche Kürzungen quer durch das Budget. Mehr als 600 Milliarden Dollar würden der Volkswirtschaft entzogen, was Folgen hätte: Für Starbucks im besonderen, wo weniger Kaffee getrunken würde und für die Weltwirtschaft im Allgemeinen, die schließlich nicht alles, was sie hat, nach China liefern kann.

Beule in der Marke

Auf hoher See und vor Gericht sind wir alle in Gottes Hand - vor allem vor amerikanischen Gerichten. So hat sich Toyota gedacht und ist Gottes Hand zur Sicherheit erst einmal ausgewichen. Die Japaner haben einen Milliarden-Vergleich vorgelegt. Mit der Summe sollen amerikanische Autobesitzer entschädigt werden, die einen Toyota ihr Eigen nennen und ihn nicht wieder zu einem guten Preis loswerden, seitdem die Autos in den Ruf gekommen sind, nicht immer dann anzuhalten, wenn ihr Fahrer es will. Erinnern wir uns: Nach einer Pannenserie mit unabsichtlich losrasenden Fahrzeugen nahmen sich Ingenieure der US-Verkehrssicherheitsbehörde und sogar der Nasa der Sache an. Ihr Ergebnis:  "Toyotas Probleme waren mechanischer Natur, nicht elektronischer", schrieben sie. Es habe nur zwei Gründe gegeben, wegen denen die Autos ohne Zutun der Fahrer beschleunigt hätten: rutschende Fußmatten und klemmende Gaspedale. Beides habe der Konzern bei Rückrufaktionen behoben. Darüber hinaus hätten aber die Fahrer in Stresssituationen oftmals schlicht das Gas- mit dem Bremspedal verwechselt, stellten die Nasa-Ingenieure fest – wofür der Autokonzern nichts könne. Wenn die Japaner nun dennoch Milliarden bezahlen, geht es ihnen schlicht um den guten Ruf. Sie wissen: Wenn die Marke eine Beule hat, genügt es nicht, die Technik zu reparieren.

Ein Hauch von Sowjetunion

ZSKA Moskau gegen Dynamo Kiew und Bate Borissow gegen Zenit St. Petersburg: Ein Hauch von untergegangener Sowjetunion soll schon bald den osteuropäischen Fußball durcheinanderwirbeln. Mit einer gemeinsamen „Superliga“ wollen Vertreter russischer und ukrainischer Spitzenclubs ihre Vereine fit für den Angriff auf Europas Fußballthron machen. Alle eint, dass sie keine Lust mehr auf Spiele gegen Provinzclubs haben. Und alle eint auch, dass länderübergreifender Fußball mehr Zuschauer und mehr Einnahmen verspricht. Und was gibt es schöneres, als wenn aus millionenschweren Club-Eigentümern wie sie unter den Oligarchen zu finden sind, milliardenschwere Eigentümer werden.

Nudel mit Wiedeking

Ludwigshafen ist nicht als gastronomisches Highlight bekannt, eher für Großchemie. Doch eine Gaststätten-Premiere wird dort jetzt gefeiert. Die erste Filiale der von Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking gegründeten Pasta-Kette „Tialini“ serviert ihre Nudeln. Damit tritt der Manager in direkte Konkurrenz zu „Vapiano“, einer in den vergangene Jahren erfolgreichen Franchise-Kette von Nudel-Restaurants. Vor dem Startschuss hat Wiedeking allerdings eingeknickt. Ursprünglich sollten seine Restaurants „Vialino“ heißen, doch das hatte bei „Vapiano“-Chef Gregor Gerlach zumindest ein Naserümpfen ausgelöst – wegen der großen Namensähnlichkeit. Einen "Borsche" hätte Wiedeking früher schließlich auch nicht durchgehen lassen - nicht einmal in Sachsen.

Einen friedlichen Zwischenjahresabend wünscht Ihnen

Oliver Stock

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