Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.04.2015

18:27 Uhr

Was vom Tage bleibt

Stirb langsam, Teil 83

VonOliver Stock

In der griechischen Dauer-Doku-Soap trat heute eine neue Hauptfigur auf. Zudem muss Kaiser's alleine bleiben, Zetsche bleibt auch und Jonathan geht. Das sollten Sie heute gelesen haben.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Buffett und die Griechen

Aus der griechischen Serie „Stirb langsam“, erlebten wir heute Teil 83. Ihr Inhalt: Der griechische Wirtschaftsminister Georgios Stathakis will auf gar keinen Fall den Hafen von Piräus verkaufen, um so zu Geld zu kommen. Und US-Starinvestor Warren Buffett hält die Folgen eines Austritts Griechenlands aus der Euro-Zone für durchaus positiv. „Sollten die Griechen rausgehen, müsste das nicht schlecht für den Euro sein“, sagt er. Der erste Abschnitt ist tatsächlich eine Fortsetzung des bisher Gesehenen. Der zweite Abschnitt aber bringt mit Buffett neue Hauptpersonen ins Rampenlicht. Und die können – wie alle Serienfans wissen – auch der trockensten Doku-Soap manchmal eine überraschende Wendung geben.

Der Wettbewerb ist längst entschieden

Niederlage für Edeka: Das Kartellamt verbietet die Übernahme der Supermärkte von Kaiser's. Sie hätte nach Ansicht der Wettbewerbshüter „zu einer erheblichen Verschlechterung der Wettbewerbsbedingungen auf zahlreichen ohnehin stark konzentrierten regionalen Märkten und Stadtbezirken im Großraum Berlin, in München und Oberbayern sowie in Nordrhein-Westfalen geführt“. Könnte sein, dass es so gekommen wäre. Während das jedoch ungewiss ist, ist mit dem Verbot von heute eines gewiss: Kaiser's hat nun ein Riesenproblem. In Wirklichkeit hat Kaiser's den Wettbewerb nämlich längst verloren. Aus eigener Kraft kann sich das Unternehmen jedenfalls kaum behaupten. Anstatt die Existenz eines Wettbewerbers zu sichern, hat das Kartellamt über den Untergang einer Handelskette entschieden.

Jonathan geht

Wahlen in Nigeria sind noch nie etwas für Nervenschwache gewesen, weil die Wahlverlierer sich mit allen Mitteln gegen ihre Niederlage stemmen, die in der Regel durch massiven Betrug entstanden ist. Bei der letzten Wahl vor vier Jahren waren deswegen im Nachgang fast 1000 Menschen getötet worden. Dennoch kommt es in dem westafrikanischen Ölstaat jetzt zu einem Machtwechsel. Weit deutlicher als erwartet hat ein Bündnis um den 72 Jahre alten Ex-General Muhammadu Buhari die Wahl gegen den Amtsinhaber Goodluck Jonathan gewonnen. Dass Jonathans Anhänger nicht aufbegehren, liegt daran, dass es der nun abgewählte Machthaber selbst gewesen ist, der die Möglichkeit zum Wahlbetrug eindämmte. Jonathan hat die biometrischen Wählererkennung eingeführt, die das Fälschen enorm erschwert. Opfer der eigenen Reform zu sein ist damit Jonathans größter Erfolg.

Zetsche bleibt

Dieter Zetsche, der Mann mit dem Walrossbart, soll bis 2019 Daimler-Chef bleiben. So kündigte es heute der Aufsichtsrat auf der Hauptversammlung an. Der Daimler-Chef erhält damit Genugtuung für eine Schmach, die ihm auf Betreiben der Arbeitnehmer Anfang 2013 zugefügt wurde. Damals hat das Kontrollgremium Zetsches Vertrag nicht wie ursprünglich geplant um fünf, sondern nur um drei Jahre verlängert. Damals gab es noch keine neue S-Klasse und auch die anderen Modelle kamen eher bieder als bedeutend daher. Das alles ist anders geworden, was sich auch in der Bilanz des Konzerns wohltuend niederschlägt. Zetsche ist im Jahr 2019 runde 66 Jahre alt. Dass ihm die Rente mit 63 Jahren versagt bleibt, könnte zum Beispiel Andrea Nahles zu denken geben. Für Leute wie Zetsche jedenfalls beginnt jenseits der 60 erst die beste Zeit des Berufslebens.

Einen geruhsamen Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×