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18.02.2015

18:41 Uhr

Was vom Tage bleibt

Streik – und keiner weiß warum

VonOliver Stock

Die Lokführer wollen wieder zu Hause bleiben. Warum eigentlich? Die Nato kommentiert die Ukraine, aber wird nicht eingreifen. Und: Athen schreibt etwas länger an einem Brief. Lesen Sie, was heute passiert ist.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Worum geht es eigentlich?
Bei den Schlachtrössern der GDL geht es wieder zur Sache: Der Vorsitzende der Lokführer-Gewerkschaft Claus Weselsky kündigt die nächsten Streiks bei der Bahn an. 100 Stunden könnten sie dauern. Da die Leidtragenden wir Fahrgäste sein werden, haben wir ein Recht darauf zu erfahren, worum es geht. Deswegen hier zur Erklärung: Die Lokführergewerkschaft dringt auf eigenständige Tarifverträge, auch für jene ihrer Mitglieder, die keine Lokführer sind. Dazu gehören zum Beispiel Zugbegleiter oder Lokrangierführer. Die Bahn will dagegen mit einem einheitlichen Tarifvertrag auskommen. Aha. Wer sich jetzt sagt, es gehöre schon sehr viel Sturheit auf beiden Seiten dazu, sich wegen sowas immer wieder in die Haare zu bekommen, der klingt vielleicht wie ein genervter Vater. Aber genervte Väter müssen ja nicht unbedingt Unrecht haben.

Die Nato schaut zu
Die Nato hat Russland vorgeworfen, sich direkt an den Kämpfen in der Ostukraine zu beteiligen. Laut Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat Moskau die Zahl der Panzer in der Ukraine stetig erhöht. Folgen hat diese Feststellung keine. Die Ukraine gehört nicht zur Nato. Wer nicht im Club ist, erhält keine bevorzugte Behandlung. Das ist in jedem Club so – vom ADAC bis zum Club Med.

Porto drauf
Im griechischen Schuldendrama hält uns Athen weiter hin. Der angekündigte Antrag auf eine Verlängerung von Hilfen soll wohl erst morgen abgeschickt werden. Hoffentlich kleben die griechischen Absender genügend Porto darauf. Für andere Übertragungswege hier nochmal die elektronische Adresse: wolfgang.schaeuble@bundestag.de

Verschobene Kraftzentren
Deutschland und Europa werden in den kommenden Jahrzehnten an wirtschaftlichem Gewicht verlieren. Während Europa aktuell mit Deutschland (Rang fünf), Frankreich (Rang acht) und dem Vereinigten Königreich (Rang zehn) noch hinter Asien die stärkste Region im Ranking der Top-Volkswirtschaften ist, werde 2050 nur noch Europas größte Volkswirtschaft unter den Top-Ten bleiben, glaubt die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers. Die Kraftzentren der Weltwirtschaft verschöben sich nach Asien. Irgendwie haben unsere Unternehmer die Ergebnisse dieser Studie bereits seit 20 Jahren vorausgeahnt. Sie sind nämlich auch schon da: in Asien. Insofern rate ich zu einer gewissen Gelassenheit angesichts der Ergebnisse.

Raucher darf bleiben
Der Bundesgerichtshof hat ein Urteil gegen Kettenraucher Friedhelm Adolfs aufgehoben, dem wegen starken Zigarettenqualms die Wohnung gekündigt worden war. Es sei ein Rätsel, wie das Landgericht zuvor ohne Ortstermin, weitere Zeugen, etwa aus dem Haus, oder einer Schadstoffmessung zu dem Ergebnis habe kommen können, dass die Kündigung wegen Geruchsbelästigung durch Zigarettenrauch gerechtfertigt sei, rügten die obersten Richter. Adolfs freut sich, dass er bleiben kann. Warum? Da können wir nur spekulieren. Möglicherweise wäre ein Umzug anstrengend gewesen, weil Adolfs etwas kurzatmig ist?

Ihnen einen duften Abend wünscht

Oliver Stock

Kommentare (1)

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Frau Annette Bollmohr

18.02.2015, 20:48 Uhr

"Die Lokführer wollen wieder zu Hause bleiben. Warum eigentlich?"

Vielleicht, weil das bei tariflichen Auseinandersetzungen so Sitte ist?
Anders kann ich mir das angesichts der aktuellen Situation bei der Bahn auch nicht erklären.

Hören die eigentlich keine Nachrichten, lesen die keine Zeitung?

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