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04.02.2015

18:13 Uhr

Was vom Tage bleibt

Super Mario, was nun?

VonOliver Stock

Der EZB-Chef steckt in der Griechenklemme. In der Ukraine ist nichts mehr unter Kontrolle. Jordanien übt Blutrache. Udo Lattek riet einst zu Boxhandschuhen. Was sie heute wissen sollten, lesen Sie hier.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Alte Brötchen

Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis hat große Erwartungen an Mario Draghi. „Die EZB wird alles tun, was nötig ist, um die Mitgliedsstaaten der Euro-Zone zu unterstützen“, sagte er nach seinem heutigen Treffen mit dem EZB-Chef. Möglicherweise war hier der Wunsch der Vater des Gedankens. Griechenlands Banken geht nämlich das Geld aus. Draghi darf aber nur welches leihen, wenn er dafür Sicherheiten bekommt. Und griechische Staatspapiere als Sicherheit anzunehmen wäre so, als wenn ein Bäcker alte Brötchen als Wechselgeld herausgibt.

Die Sprache der Diplomaten

So sprechen Diplomaten: „Ich sehe es als unsere Verantwortung, alles in unser Macht stehende zu tun, damit dieser Konflikt nicht vollkommen außer Kontrolle gerät“, sagt Bundesaußenminister Steinmeier. Tatsächlich hat niemand den Krieg in der Ukraine noch irgendwie unter Kontrolle. Dennoch ist es gut, dass Steinmeier spricht. Denn wenn die Diplomaten schweigen, wäre nichts mehr zu hören außer dem Lärm der Waffen.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Blutrache

Jordanien hat den brutalen Mord an einem Piloten seiner Luftwaffe, den die Terrormiliz Islamischer Staat in einem Eisenkäfig lebendig verbrannte, gerächt und zwei zum Tode verurteilte Terroristen gehängt. „Unsere Rache wird das Ausmaß des Schmerzes haben, der allen Jordaniern zugefügt wurde“, sagte ein Armeesprecher. Es ist genau dieser Mechanismus, den wir in Europa durchbrochen haben. Und das lassen wir uns von niemandem nehmen.

Katastrophe in Bewegtbild

In Taipeh ist ein Flugzeug vom Himmel gefallen. Menschen sind gestorben. Und die Welt ist Zeuge: Mehrere Handy- und Autokameras haben aufgezeichnet, wie die Maschine eine Autobahn streift und in einen Fluss stürzt. Bilder solcher Katastrophen kennen wir bislang nur aus Spielfilmen. Seitdem mit jedem verkauften Smartphone ein Regisseur geboren wird, übertreffen die Bilder aus der Wirklichkeit wieder die aus der Fiktion.

Boxhandschuhe anziehen und drauf

Udo Lattek ist tot. Deutschlands erfolgreichster Fußballcoach starb mit 80 Jahren, nachdem er Bayern München, Borussia Mönchengladbach und den FC Barcelona zu insgesamt 14 Titeln verholfen hat. Er war ein hemdsärmeliger Typ, der über einen Streit zwischen dem Schalke-Präsidenten und seinem Trainer einmal sagte: „Die sollten das Licht ausmachen, Boxhandschuhe anziehen und dann draufhauen.“ Mit Lattek stirbt diese Art der Konfliktlösung aus. Es gibt Tage, an denen das mancher schade finden mag.

Lassen Sie das Licht heute Abend an, wünscht Ihnen

Oliver Stock

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