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14.05.2013

18:37 Uhr

Was vom Tage bleibt

Sympathische und wagemutige Finnen

VonStefan Menzel

Irgendwie lässt sich der Nokia-Konzern nicht unterkriegen. Commerzbank-Aktionäre brauchen da schon mehr Stehvermögen. Immerhin dürfen wir uns über Österreich und auf die neue S-Klasse freuen. Der Tag im Rückspiegel.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Nokia versucht - wieder einmal - den Neubeginn

Totgesagte leben länger? Der arg gebeutelte finnische Mobilfunk-Hersteller Nokia weiß davon sicherlich ein Lied zu singen. X-mal ist schon das Ende des einstmals so erfolgreichen Konzerns aus dem hohen Norden vorhergesagt worden. Doch, oh Wunder, die Finnen sind immer noch da. Und es gibt sogar noch genug Geld, um teure neue Produkte wie jetzt das Lumia 925 zu entwickeln. Deshalb gilt die Wette: Es wird nicht die letzte Produktvorstellung von Nokia sein.

Arme Commerzbank-Aktionäre

Bei einer deutschen Großbank ist die Lage hingegen vollends verworren. Das Leiden der Commerzbank scheint einfach kein Ende zu nehmen, das Frankfurter Geldhaus stolpert von einer Pleite in die nächste. Die noch vor ein paar Tagen großspurig angekündigte Kapitalerhöhung ist ein ziemlicher Flop geworden. Mit einem Abschlag von mehr als der Hälfte zum aktuellen Börsenkurs sind die neuen Aktien verkauft worden. Viel schlimmer kann es kaum noch werden. Wo ist die Perspektive für die Commerzbank? Wann wird die Negativspirale endlich durchbrochen? Es ist schon bitter, was aus dieser früheren Top-Adresse der deutschen Geldhäuser geworden ist.

Angsteinflößendes Tschernobyl

Auch aus dem Ausland sind heute viele negative Nachrichten gekommen. Allen voran: die Ukraine. Jedem von uns läuft ein Schauer den Rücken herunter, wenn er von den neuen Problemen in der Atomruine Tschernobyl hört. Es kann sehr gut sein, dass dort bald der Sarkophag einstürzt, der Europa jetzt noch vor den tödlichen Strahlen des ukrainischen Atomkraftwerks schützt. Da hilft wohl nichts anderes, als dass auch der Westen frisches Geld für Tschernobyl in die arme Ukraine pumpt. Ein neuerlich verstrahltes Europa kann einfach keine Alternative sein.

Daimler könnte mehr Gelassenheit gebrauchen

Am Mittwoch präsentiert der Daimler-Konzern stolz sein Flaggschiff, die neue Mercedes S-Klasse. Alles ist vorbereitet für den großen Event. Bei der S-Klasse muss alles perfekt sein, damit verdienen die Stuttgarter das meiste Geld. Dumm nur, dass ein findiger Journalist des SWR kurz vor der Vorstellung der S-Klasse seine neuesten Recherche-Ergebnisse über Hungerlöhne in Mercedes-Fabriken veröffentlicht. Daimler reagiert ziemlich unbeholfen auf die Reportage, der Journalist habe sich nicht an die Spielregeln gehalten und verdeckt in den Mercedes-Fabriken recherchiert. Hat der Daimler-Konzern noch nie etwas von Undercover-Reportagen gehört?

Unsere lieben Nachbarn im Süden

Das Verhältnis zwischen Deutschen und Österreichern ist nicht immer ungetrübt. Unsere Nachbarn im Süden schimpfen über die „Piefkes“, wir über die „Ösis“. Aber haben wir uns am Ende nicht doch immer wieder lieb? Das Verhältnis zwischen beiden Ländern dürfte sich künftig noch ein Stück weiter verbessern. Österreich hat am Dienstag erstmals offiziell signalisiert, dass Änderungen am umstrittenen österreichischen Bankgeheimnis möglich wären. Das Finanzministerium in Berlin dürfte die Meldung mit besonderer Genugtuung registriert haben, weil deutschen Steuerflüchtlingen damit der Zugang zu österreichischen Banken erheblich erschwert würde. Deutschen Steuerzahlern bleibt immerhin ein kleiner Trost: Österreich hat nicht nur schöne Banken, sondern auch schöne Berge.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen schönen Abend. Morgen gibt es bestimmt wieder mehr positive Nachrichten.

Stefan Menzel, stellvertretender Chefredakteur Handelsblatt Online

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