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26.09.2013

18:48 Uhr

Was vom Tage bleibt

Tierkunde bei Grohe

VonStefan Menzel

Ein Vorzeige-Mittelständler bekommt neue Eigentümer und Schäuble einen Konkurrenten. Die Bahn muss sich mehr anstrengen und Oracle-Chef Ellison packt zu. Für Anleger gibt es klare Vorgaben. Der Tagesrückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Agiles Getier

Heuschrecken können sehr unangenehm sein, vor allem wenn sie in großen Scharen einfallen. Das Aufeinandertreffen mit einer Heuschrecke kann aber auch gut bis glimpflich ausgehen, wie jetzt das Beispiel Grohe zeigt. Welch gewaltigen Aufschrei hat es noch gegeben, als der mittelständische Armaturenhersteller vor ein paar Jahren in den Fängen der Private-Equity-Branche landete. Nun aber wechselt Grohe zu einem japanischen Konkurrenten aus der Sanitär-Branche und alles wird gut. Merke: Mit vorschnellen Urteilen über Heuschrecken sollte sich jeder zurückhalten. Solch einen Eigentümer zu haben, muss nicht immer das Schlechteste sein.

Konkurrenz für Schäuble

Jetzt ist es heraus: Innerhalb der SPD gibt es das klare Bestreben, künftig das Finanzministerium zu besetzen. Das ist ein klares Signal bei den anstehenden Koalitionsverhandlungen mit der CDU. Die Sozialdemokraten wollen das wichtigste Ministerium für sich haben. Hinter der SPD-Forderung steht ein klarer Bedeutungswandel: Das Finanzministerium ist zur zentralen Schaltstelle innerhalb der Regierung geworden. Es ist eigentlich so etwas wie das Europa-Ministerium: Euro, Bankenrettung – alles geht über dieses Haus. Aber ob sich Wolfgang Schäuble von seinem angestammten Posten verjagen lässt?

Hilfe aus Europa

Höhere Gewalt ist ein ziemlich dehnbarer Begriff, vor allem bei der Deutschen Bahn. Herbstlaub gehört beispielsweise dazu oder auch Schnee und Eis im Winter. Alles Dinge, die unseren lieben Staatskonzern vor ungeahnte Herausforderungen stellen. Deshalb ist es eine wunderbare Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes, dass Bahnunternehmen auch bei höherer Gewalt künftig Entschädigungen zahlen müssen. Wenn also Ihr Zug demnächst bei vereisten Schienen stehen bleibt und Sie zu spät zur Arbeit kommen, gibt es Geld zurück. Prima!

Steife Brise

Larry Ellison ist ein Unternehmer wie aus dem Bilderbuch. Den Software-Konzern Oracle hat er zu einem globalen und überall anerkannten Unternehmen geformt. Ellison ist aber nicht nur Unternehmer, sondern auch ein Mann voller Leidenschaft, vor allem beim Segeln. Sein Oracle-Team hat in diesem Jahr den America’s Cup gewonnen, den wichtigsten Segelwettbewerb der Welt. Eigentlich keine Überraschung. Denn was Ellison anpackt, das hat Hand und Fuß.

Telefon statt Strom

Welche Aktien gehören heute ins Portfolio? Käufer von Strom- und Energiepapieren haben sicherlich jeden Spaß verloren. Seitdem Solar- und Windstrom hierzulande zu Tode gefördert werden, geht es mit RWE und Eon bergab. Galten die Aktien beider großen Konzerne doch früher einmal als sichere Bank. Aber so kann sich die Welt drehen, garantiert ist heute nichts mehr. Und deshalb lohnt sich eher ein Blick auf Telekom-Aktien. In dieser Branche ist noch Musik drin, gerade durch die zuletzt kräftig angekurbelten Übernahmefantasien. Fazit: Umschichten!

Eine schönen Abend wünscht

Stefan Menzel

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