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07.01.2015

19:25 Uhr

Was vom Tage bleibt

Trauer, Trauer, Trauer

VonStefan Menzel

Der Anschlag von Paris erschüttert die Welt, das Öl drückt die Inflationsrate. Die Arbeitslosigkeit bleibt niedrig, Fernbusanbieter fusionieren und Opel kommt nur langsam voran. Der Tagesrückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Für das freie Wort

Über dieses schreckliche Ereignis gibt es nicht viel zu sagen: Die Redaktion von Handelsblatt Online ist unendlich traurig über den Tod von zwölf Menschen, die für die Freiheit des Wortes gestorben sind. Wir trauern mit den Kollegen des „Charlie Hebdo“ und den Familienangehörigen. Das freie Wort wird sich am Ende durchsetzen, auch gegen Maschinengewehre. Und ganz wichtig: Das, was heute in Paris passiert ist, ändert nichts an der Gastfreundlichkeit unseres Landes. Wir heißen Fremde willkommen. Deutschland ist ein offenes und freies Land – und wird es auch bleiben.

Inflation und Öl

Im Dezember sind die Preise in der Euro-Zone im Vergleich zum Vorjahr gefallen. Ein Anlass zur Besorgnis? Mitnichten. Es gibt keinen Grund dafür, jetzt vor einer heraufziehenden Deflation zu warnen. Dass die Preise leicht gefallen sind, geht zum größten Teil auf die Verrücktheiten des Ölmarktes zurück. Der Preis für Rohöl hat sich innerhalb von sechs Monaten mehr als halbiert. Öl ist der große Schmierstoff unserer Volkswirtschaft, irgendwo und irgendwie ist das Öl immer mit dabei. Wir dürfen also ruhig bleiben und uns darüber freuen, dass die Fahrt zur Tankstelle nicht mehr angsteinflößend ist und viel Geld im Portemonnaie bleibt. Der Konsum dürfte in den kommenden Monaten kräftig anziehen – und die Konjunktur damit auch.

Neuer Spitzenreiter

Im Dezember ist die Zahl der Arbeitslosen witterungsbedingt zwar gestiegen. Der Zuwachs fällt allerdings deutlich niedriger aus als in den Vorjahren. Das ist ein weiterer Beweis dafür, dass sich der deutsche Arbeitsmarkt in eine extrem gute Richtung entwickelt. Andere Länder beneiden uns darum. Innerhalb der EU konnte sich bislang immer Österreich über die niedrigste Arbeitslosigkeit freuen. Aufgrund der extrem guten Entwicklung während der vergangenen drei Jahre wird es bald einen neuen Spitzenreiter in der Europäischen Union geben: Deutschland. Die Wette gilt.

Wider die Bahn

Die Deutsche Bahn hat sich lange gegen die Einführung von Fernbussen gewehrt. Das Staatsunternehmen hatte das Monopol auf Fernstrecken, von Marktwirtschaft konnte keine Rede sein. Zum Glück hat in der Regierung in Berlin am Ende doch die Vernunft gesiegt, und das Monopol ist gefallen. Am Mittwoch haben sich Flixbus und Mein Fernbus zu einem einzigen Anbieter zusammengeschlossen. Das bedeutet nicht, dass dieser noch recht junge Markt vor dem Zusammenbruch stünde. Diese Konsolidierung ist einfach ein völlig gewöhnlicher Prozess. Nach einer vergleichsweise chaotischen Anfangsphase beruhigt sich nun das Geschäft, größere und leistungsfähigere Unternehmen entstehen. Für die Deutsche Bahn gibt es also überhaupt keinen Grund zu frohlocken.

Vermeintliche Trendwende

Opel freut sich über Verkaufserfolge. Angeblich ist die Trendwende geschafft, überall in Europa geht es mit den Absatzzahlen wieder nach oben. Das mag ja sein und geht auf den ersten Blick auch in Ordnung. Verkaufszahlen sagen aber noch lange nichts über die Profitabilität eines Unternehmens aus. Genau das ist das Problem von Opel. Die Bilanz der deutschen General-Motors-Tochter sieht für 2014 alles andere als erfreulich aus, tiefrote Zahlen sind zu erwarten. Auf die Trendwende müssen wir also noch ein wenig warten.

Ein trauriger Tag geht zu Ende. Die Nachrichten aus Paris machen nachdenklich und bieten nun wahrlich keinen Grund zur Freude. Einen angenehmen Abend wünscht Ihnen trotzdem Ihr

Stefan Menzel

Kommentare (1)

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Herr Horst Meiller

07.01.2015, 20:40 Uhr

"...ein offenes und freies Land – und wird es auch bleiben."
Leider kann ein Land aber auch genau dadurch, daß es ZU offen und ZU frei für alles ist, was da hereinströmt, seine Freiheit verlieren!

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