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17.09.2012

17:55 Uhr

Was vom Tage bleibt

Trost für Weidmann

VonOliver Stock

Die Kanzlerin nimmt den Bundesbankpräsidenten in Schutz. Der Ikea-Gründer bleibt aktiv. und Die Schweizer Banken haben nach dem Datenlecks nun ein Leck in ihren Bilanzen. Der Tagesbericht.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Ewige Merkel

Deng Xiao Merkel. So wie der chinesische Staatsmann sich einst als ewiger Lenker präsentierte, ist heute auch die Kanzlerin in Berlin vor die Mikrofone getreten und hat viel Weises gesagt. Sie hat den einsamen Bundesbankpräsidenten in Schutz genommen, aber gleichzeitig den Weg zur Eurostabilisierung verteidigt. Sie hat die Energiewende gelobt, auch wenn sie einräumt, dass davon noch nicht viel sichtbar ist. Eine Meinung und das Gegenteil gleich mit zu besetzen, verschafft einem, wenn es gut geht, die Aura der Aufgeklärtheit. Wenn es schlecht läuft, wird daraus die Unverständlichkeit der Abgehobenen. Noch läuft es gut für Merkel.

Ewiger Ingvar

Ingvar Kamprad ist 86 Jahre alt, schwerreicher Schwede mit Wohnsitz in der Schweiz und Ikea-Gründer. Kamprad gibt oft mal Tipps zur Unternehmensführung. Auch wenn Söhne und Berater den Konzern leiten, gilt das Wort des Alten. Jetzt hat er bestätigt, dass das auch so bleiben soll. Er sah sich dazu veranlasst, weil der oberste Aufseher im Ikea-Reich das Gegenteil behauptet hatte. Kamprad ist ein alter grauer Bär, dessen Fell verteilt wird, bevor es auf dem Markt ist. Er hat es selbst in der Hand, ob uns künftig beim Denken an Ikea eher Ingvar oder eher Billy einfällt. Für das Unternehmen wäre die zweite Assoziation die bessere.

Unglückliches Paar

Die Schweizer Banken verlieren Geld. Die Kunden ziehen es ab, weil die Banken ihren Ruf verspielt haben. Der Chef der UBS-Vermögensverwaltung hat sich darüber heute beklagt. Das hilft aber nichts. Mit den Banken und ihren Kunden ist es wie mit einem Ehepaar und dem Seitensprung: Das Vertrauen ist im Eimer. Da hilft auch nicht Basel III. Das einzige, was hilft, ist Zeit. Nur eine Zeit, in der nichts passiert, was das Vertrauen erschüttert, könnte die Banken und ihre Kunden wieder zu einem glücklichen Paar machen.

Abschied von der Klugheit

Bettina Wulffs Buch „Jenseits des Protokolls“ hat in den einschlägigen Verkaufslisten den vorherigen Spitzenreiter „Die Kunst des klugen Handelns“ verdrängt - was zeigt, dass Klugheit keine Bedingung für (Verkaufs)erfolg ist.

Einen klugen Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

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