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08.04.2015

20:23 Uhr

Was vom Tage bleibt

Tsipras hofft auf Pfirsich-Deal mit Moskau

VonMartin Dowideit

Es war kein Kuhhandel, zu dem der griechische Ministerpräsident nach Moskau reiste – es war ein Obst- und Milchhandel. In der Öl- und Gasindustrie wurde heute auch geschachert. Und die Schweiz meldet einen Rekord.

Martin Dowideit ist Deskchef Finanzen beim Handelsblatt.

Was vom Tage bleibt

Martin Dowideit ist Deskchef Finanzen beim Handelsblatt.

Guten Abend,

Handel in Moskau

In Brüssel und Berlin fürchteten Politiker, dass der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras bei seinem Besuch in Moskau finanzielle Salbungen vom russischen Präsidenten Wladimir Putin erhalten könnte. Doch Tsipras kann höchstens hoffen, dass Griechenland vielleicht bald Pfirsiche, anderes Obst und Milchprodukte nach Russland einführen darf – was immerhin eine einseitige Lockerung der von Russland gegenüber der EU verhängten Sanktionen wäre. Putin dementierte öffentlich ein Entgegenkommen beim Agrar-Embargo, aber vielleicht springt bei den morgigen Verhandlungen doch noch etwas für Tsipras raus. Einer Lösung des Schuldenproblems ist Tsipras in Moskau aber keinen Schritt näher gekommen.

Treffen sich zwei Öl-Multis

Wer in großen Ölkonzernen das Sagen hat, muss mit großen Zahlen umgehen können. 64 Milliarden Euro bietet der Shell-Konzern, um den britischen Gas- und Ölproduzenten BG Group zu übernehmen. Shell erhält so nicht nur Zugriff auf neue Öl- und Gasfelder in aller Welt. Allein Einsparungen in Höhe von 2,3 Milliarden Euro sollen durch die Fusion möglich werden. Der Ölpreis mag niedrig sein, die Taschen der Konzerne sind aber dennoch tief.

Tragik im Zellentrakt

Thomas Middelhoff leidet an einer seltenen Krankheit. Der ehemalige Chef der Ex-Karstadt-Mutter Arcandor ist daher aus der Haftanstalt in Essen in das Uniklinikum der Stadt verlegt worden. Seine Anwälte wollen, dass der Haftbefehl gegen ihren Mandanten außer Kraft gesetzt wird. Mitleid ist für ein Gericht aber kein Entscheidungskriterium – selbst wenn es gerechtfertigt schiene.

Schweizer Schulden

Die Schweiz hat heute Geschichte geschrieben. Das Land hat sich auf dem Finanzmarkt für zehn Jahre Franken geliehen – und die Investoren sind bereit, dafür zu zahlen, statt Zinsen zu erhalten. Minus 0,055 Prozent pro Jahr macht die Rendite der Staatspapiere aus. Der Schweiz Geld zu leihen ist damit fast so teuer, wie dort Urlaub zu machen.

Einen schönen Abend wünscht

Martin Dowideit

P.S. Im Newsletter von Dienstag ist mir ein Fehler unterlaufen, dafür möchte ich mich entschuldigen. Der US-Senator John McCain tritt nicht als Präsidentschaftskandidat in den USA an, sondern strebt eine neue Amtszeit als Senator an. Die Verwechslung der angestrebten Ämter hätte nicht passieren dürfen. Hier finden Sie die bereits gestern Abend korrigierte Meldung.

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