Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.05.2013

18:54 Uhr

Was vom Tage bleibt

Unangenehmes von Deutschlands neuer Partei

VonStefan Menzel

AfD-Chef Lucke will ernsthaft Wähler vom rechtsextremen Rand für sich gewinnen. Börse und Industrie lassen sich zum Glück davon nicht beeindrucken. Nur in der Fußball-Bundesliga gibt es einen herben Verlust.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Lucke marschiert nach rechts

Die Alternative für Deutschland (AfD) sticht nicht gerade mit besonderer Programmatik hervor. Es gibt einzig die breite Ablehnung des Euro, das war dann auch schon das Parteiprogramm. In seinem Interview mit dem Handelsblatt hat sich Parteichef Bernd Lucke nun endgültig diskreditiert. Der AfD-Boss setzt darauf, dass er auch am rechtsextremen Rand bei der NPD nach Wählern fischen kann. Eine schreckliche Perspektive – die AfD marschiert mit Volldampf los aus dem Spektrum der demokratischen Parteien.

Der MDax überstrahlt alles

Eine erfreuliche Nachricht kommt hingegen von der Börse. Der MDax hat am Mittwoch erstmals die Grenze von 14.000 Punkten überschritten. Klein, aber fein könnte man dazu auch sagen. Der MDax ist ein gutes Beispiel dafür, dass nicht immer alles ganz groß und riesig sein muss. Die internationale Finanzwelt schaut meistens nur auf die großen deutschen Konzerne und den Dax. Aber es gibt eben auch eine verdammt gute zweite Liga, mit der ein Anleger ordentlich verdienen kann. Fazit: Der Aufwand lohnt sich, auch die kleineren MDax-Unternehmen genauer unter die Lupe zu nehmen.

Glitzer-Pause im Daimler-Stress

Endlich einmal keine schlechten Nachrichten und nur Glitzer und Glimmer. Daimler-Chef Dieter Zetsche ist am Mittwoch mit großer Vorfreude nach Hamburg aufgebrochen. Auf dem Airbus-Gelände in der Hansestadt präsentieren die Schwaben die neueste Variante der Mercedes S-Klasse. Zetsche kann zumindest für ein paar Stunden den Skandal um Leiharbeiter und die schlechte Performance seines Unternehmens vergessen machen. Die Erholung vom wenig erfreulichen Alltag dürfte dem Daimler-Lenker so richtig gut tun. Denn eines ist klar: Wenn er am Donnerstag daheim in Stuttgart antritt, wird alles sicherlich wieder etwas unangenehmer.

Stiftung Warentest braucht Rat

Wahrscheinlich sind wir alle in Deutschland der Stiftung Warentest irgendwie dankbar. Ohne die Berliner wäre so mancher Produktskandal wahrscheinlich niemals aufgedeckt worden. Aber trotz aller Erfolge hat die Stiftung jetzt zum ersten Mal in ihrer Geschichte Verluste gemacht. Der Grund: Das Stiftungsvermögen wirft nicht mehr genügend Zinserträge ab. Unser Tipp: Zur Stiftung gehört bekanntlich auch der eigene „Finanztest“. Vielleicht sollte man einfach einmal die Experten im eigenen Haus fragen, wie sich das Geld der Stiftung am besten anlegen lässt. Dann gehören die Verluste vielleicht schon bald der Vergangenheit an.

Auf Wiedersehen, Thomas Schaaf

Fußball spielt im Handelsblatt eigentlich nur eine Nebenrolle. Aber wenn Thomas Schaaf nach 14 Jahren als Trainer bei Werder Bremen seine Taschen packen muss, dann ist auch uns das ein paar Zeilen wert. Schade, lässt sich dazu nur sagen. Schaaf war das Gegenbeispiel dafür, dass es in der Fußball-Bundesliga eben nicht nur das Kurzfrist-Denken und das Hire-and-Fire auf den Trainerposten geben muss. Trotzdem hat es nun auch Schaaf erwischt. Fast eineinhalb Jahrzehnte sind eine verdammt lange Zeit im Fußball, wahrscheinlich war das Ende in Bremen unvermeidbar geworden. Ob sich Thomas Schaaf jetzt auch gleich komplett aus dem Fußball zurückziehen wird? Wahrscheinlich nicht. Ein guter Trainer hat bislang immer noch einen Job gefunden.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen schönen Abend, genießen Sie den Frühling

Stefan Menzel

Kommentare (155)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

jessler

15.05.2013, 19:02 Uhr

Ich hab so einen miesen Journalismus vom Handelsblatt nicht erwartet. Hier wurden absichtlich seine Aussage so ausgelegt.

Account gelöscht!

15.05.2013, 19:02 Uhr

Herr Menzel, jetzt hat der Lucke es doch soo schön ausformuliert: Er will ENTTÄUSCHTE Wähler locken, die bisher CDUSPDFDP- also MITTE - gewählt haben. Denn für diese sieht er die berechtigte Sorge, dass sie vor lauter FRUST einen PROTEST - nämlich NPD - wählen.

Aber nicht aus inhaltlicher Überzeugung sondern mit Prädikat DENKZETTEL.

Was Sie nun mit Ihren Auslegungen suggerieren scheint mir sehr DISKREDITIEREND.

Nicht schön.

Account gelöscht!

15.05.2013, 19:13 Uhr

Ich bin wirklich gespannt, wieviel Prozent die AfD einfährt.

Es würde mich nicht wundern, wenn die AfD nur knapp den Sprung über die 5 % schafft oder sogar darunter kleben bleibt.

Warum? Die Krise ist bei den Leuten noch nicht im Kopf angekommen. Die realisieren nicht, was um sie herum geschieht.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×