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15.05.2015

18:48 Uhr

Was vom Tage bleibt

Und es geht doch aufwärts

VonStefan Menzel

Die FDP arbeitet sich langsam aus der Krise, der Euro wird immer stärker. In Moskau fallen die Mieten, das Telefon-Roaming bleibt doch und Spargel ist teuer. Der Freitag im Rückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Wieder da

Totgesagte leben länger. Eigentlich hätte schon längst ihr Sterbeglöckchen läuten sollen, doch die FDP ist plötzlich wieder da. Das neue Führungsteam um den Parteivorsitzenden Christian Lindner hat die Liberalen rundum erneuert und wieder wählbar gemacht. Die jüngsten Wahlerfolge in Hamburg und in Bremen sind der nachdringliche Beweis dafür. Jung, frisch, modern – so präsentiert sich die FDP heute. Extrem erfrischend sind für die Partei die jungen Frauen, die sich in die erste Reihe gespielt haben: Katja Suding in Hamburg und Lencke Steiner in Bremen. Die Devise kann nur lauten: einfach weiter so.

Neue Stärke

Der Euro setzt seine bemerkenswerte Erholung gegenüber dem US-Dollar fort. Die vor allem aus psychologischen Gründen wichtige Marke von 1,15 Euro ist in greifbare Nähe gerückt und dürfte wahrscheinlich in der kommenden Woche fallen. Natürlich ist es auf den ersten Blick ein positives Zeichen, dass sich die europäische Gemeinschaftswährung erholen kann. Von der zum Sommer erwarteten Parität zum Dollar kann nun überhaupt keine Rede mehr sein. Auslöser der Euro-Aufwertung ist an erster Stelle die US-Wirtschaft. Sie wächst längst nicht so gut und so schnell, wie noch vor ein paar Wochen erwartet. Europa darf sich also nicht auf einer vermeintlichen Stärke ausruhen. Die Euro-Zone muss noch einen längeren Weg bis zur Gesundung gehen.

Durch die Krise billiger

Moskau gilt weltweit für Mieter als eines der teuersten Pflaster. Es ist schon erstaunlich, was russische Vermieter in der jüngsten Vergangenheit verlangt haben. Jetzt kommt aber die Retourkutsche, natürlich gerade auch durch die Ukraine-Krise und die westlichen Sanktionen verursacht. In der russischen Hauptstadt sind die Quadratmeterpreise bis zu 40 Prozent gefallen. Die Mieter dürften sich freuen, auf dem Immobilienmarkt tritt also eine gewisse Beruhigung ein. Eine Krise kann durchaus ihre positiven Konsequenzen haben.

Falsch verbunden

Hatte uns die EU nicht wunderbare Telefonzeiten versprochen? Beim mobilen Telefonieren sollten die nationalen Grenzen fallen, die mitunter extrem hohen Roaming-Gebühren hätten schon bald der Vergangenheit angehören sollen. Doch dazu wird es nun leider nicht mehr kommen. Die EU hat dem Druck der großen Telefonkonzerne nicht standgehalten und will den Roaming-Unsinn nun doch nicht mehr komplett abschaffen. Leidet die EU nicht besonders darunter, dass sie weite Teile der Bevölkerung nicht für glaubwürdig hält? EU-Kritiker werden sich durch die gescheiterten Roaming-Pläne wieder bestärkt sehen.

Das Wetter und das Essen

Was das Wetter betrifft, gibt es im Moment nicht besonders viel zu meckern. Die Sonne scheint häufig, es regnet selten und die Temperaturen sind für Mitte Mai auch schon recht angenehm. Doch leider hören die Vorzüge des Wetters damit schon auf. Weil es im Unterschied zum Vorjahr zu trocken ist, fällt die Spargelernte kleiner aus – was die Preise für das Edelgemüse leider in die Höhe treibt. Man kann eben nicht alles zugleich haben: schönes Wetter plus billigen Spargel.

Trotzdem wünsche ich Ihnen guten Appetit und ein sonniges Wochenende. Aus Düsseldorf grüßt Sie herzlich    

Stefan Menzel

Kommentare (2)

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Sergio Puntila

15.05.2015, 19:34 Uhr

Mit Lindner dürfte sich die FDP des politischen Ausverkaufs, den sie nichtzuletzt mit Lindner höchstselbst betrieben hat, erst so richtig gewahr werden, in welchen Schlamassel sie sich reingeritten hatte mit ihrem Kasernenhofredner Lindner.

So geht das ja nun mal gleich ganz und garnicht.

Frau Anna Waffel

15.05.2015, 20:17 Uhr

Hallo Herr Menzel,

von Spargelfreund zu Spargelfreund: nicht die Trockenheit treibt den Spargelpreis sondern die Kälte und Nässe vor Ostern. Den Rest macht der Mindestlohn also zahlen wir doch gerne zukünfig mehr, oder? ;-)

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