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26.08.2013

18:35 Uhr

Was vom Tage bleibt

Unerträgliche Bilder

VonOliver Stock

Das Leid in Syrien ist so groß, dass wir nicht länger nur zuschauen können. Der reichste Mann der Welt wird in Deutschland noch reicher. Und mancher Mercedes verspricht mehr, als er hält. Der Tagesbericht.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Syrien geht uns alle an

Wir haben es Ihnen in den vergangenen Tagen erspart, weil wir es selbst nicht sehen wollten: Die Bilder der Opfer des Giftgas-Einsatzes in Syrien. Kinder mit Schaum vor dem Mund, Babys mit leblosen weit geöffneten Augen. Menschen, deren ganzer Oberkörper unnatürlich blaurot angelaufen ist. Wir werden diese Bilder hier auch weiter nicht zeigen, weil sie die Grenzen des Erträglichen sprengen. Aber wir wissen: Diese Bilder gehören zur Wahrheit eines furchtbaren Krieges und die kann uns nicht gleichgültig sein. Sie mahnt: Deutschland muss dazu beitragen, dass wieder Frieden in die Region einkehrt. In dieser Analyse sind sich Europäer und Amerikaner inzwischen einig, Wie der Beitrag aussieht, darüber reden sie noch. Der Ton hat sich allerdings seit heute merklich verschärft. Regierungssprecher Seibert sagt, der Gaseinsatz darf nicht folgenlos bleiben. Außenminister Westerwelle berichtet von Abstimmungen mit den Verbündeten. Der britische Premier bricht seinen Urlaub ab. Es kommt etwas in Gang, und das ist gut so. Denn alles ist besser, als das Geschehen, das die schrecklichen Bilder dokumentieren.

Preisbewusster Milliardär

Den ersten Job hatte ihm sein Vater gegeben. Als Junge half Carlos Slim, indem er in Mexiko-Stadt durch die Läden der Konkurrenz zog und dort die Preise notierte. Der Vater hielt so den Markt im Blick und der Sohn entwickelte Preisbewusstsein. Das Slim'sche Preisempfinden bekommt jetzt die deutsche Mobilfunkmarke O2 zu spüren, die ihr Geschäft mit dem von E-Plus vereinen möchte. Ein erstes Angebot prallte am Widerstand des 73-jährigen Slim ab. Denn der Mexikaner, der auf der Weltreichenliste schon mal ganz oben steht, ist Großaktionär der E-Plus-Mutter, des niederländischen Telekom-Konzerns KPN. Bald will er sich dort sogar zum Alleineigner aufschwingen. Die O2-Mutter versüßte nun die Offerte um elf Prozent auf 8,55 Milliarden Euro – mit dem Zusammenschluss entstünde in Deutschland eine neue Nummer eins und Slims Vater schaut befriedigt auf seinen Sohn herunter, der auch im höheren Alter noch zeigt, dass seine Erziehung Früchte getragen hat.

Weißrussischer Fang

Wenn in Weißrussland Ermittler einen Mann festnehmen, dann leuchten hierzulande die Warnlampen: Ist der Mann wirklich ein Täter oder doch eher Opfer? Heute war das anders. Heute hat die Polizei in Minsk den Chef des weltgrößten Düngemittelkonzerns Uralkali, Wladislaw Baumgertner, festgenommen. Ihm wird „Machtmissbrauch“ vorgeworfen. Kaum war Baumgertner hinter Schloss und Riegel, gab es in einem deutschen Dax-Konzern Freudenalarm: Beim Düngemittelkonzern Kali & Salz schoss der Kurs um fast sechs Prozent nach oben. Baumgertner nämlich war es, der jüngst angekündigt hatte, die Kalipreise zu drücken. Die Deutschen konnten daraufhin ihre Gewinnprognosen in die Tonne werfen. Die alten Dinger jetzt wieder herauszuholen, ist aber auch keine gute Idee: Ein Geschäftsmodell, das durch die Ankündigung eines Konkurrenten über den Haufen geworfen werden kann, ist nämlich kein sonderlich solides.

Realität und Reklame

Mercedes darf nicht mehr weiter wie bisher für seine ach so feine S-Klasse werben. Das Landgericht Stuttgart erließ eine entsprechende Verfügung, weil die Werbung mit geschönten Werte zu CO2-Ausstoß, Effizienzklassen und Spritverbrauch um sich wirft. Realität und Reklame haben offenbar wenig miteinander zu tun. Ich staune, wen das erstaunt. Meine Faltencreme nehme ich bereits seit einem Jahr völlig erfolglos. Auf die Idee gegen L'Oreal zu klagen, bin ich gar nicht gekommen.

Einen faltenfreien Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (13)

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Uran-fuer-Syrien

26.08.2013, 19:12 Uhr

Ja, wir sollten wirklich nicht die Augen vor dem Angriffskrieg der Amis in Syrien verschließen. Wie damals im Iraq, so wird hier wieder böses Unrecht gegen die Menschlichkeit getan und die Welt sieht tatenlos zu.

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Umstrittene Uranmunition - Neue Erkenntnisse?

Mit zahlreichen Einschüssen durchlöchertes altes Panzerwrack. © US Air Force/Maj. David Kurle Fotograf: Maj. David Kurle Detailansicht des Bildes Durch abgereichertes Uran gehärtete Geschosse können selbst starke Panzerungen glatt durchschlagen. In Ländern wie den USA, Großbritannien und Frankreich verwenden die Streitkräfte weiterhin sogenannte Uranmunition. Experten sprechen auch von DU-Munition. Die Abkürzung steht für "depleted uranium" – abgereichtes Uran. Diese Munitionsart hat eine besonders starke Wirkung beim Einsatz gegen Kampfpanzer und andere gepanzerte Fahrzeuge. Der Kern des Geschosses besteht aus abgereichertem Uran. Dieser verleiht der Munition eine besonders hohe Durchschlagskraft.

Beim Aufprall entstehen schwach radioaktive Partikel, die sich in der Umgebung verteilen können. Kritiker verweisen darauf, dass auch Jahre später die Gefahr besteht, dass Menschen diese Substanzen durch die Luft oder das Grundwasser in ihren Körper aufnehmen.
IPPNW Studie sieht Zusammenhang

Zwei Männer begutachten Panzerschrott. © IPPNW/Khajak Vartanian Fotograf: Khajak Vartanian Detailansicht des Bildes Welche Gefahren vom Einsatz der Uranmunition ausgehen, ist umstritten.
Die Organisation Ärzte gegen den Atomkrieg IPPNW hat im Dezember eine neue Studie vorgelegt. Man hält einen Zusammenhang zwischen erhöhten Krebsraten, Missbildungen bei Neugeborenen und dem Einsatz von Uranmunition für belegt. Verwiesen wird auf die Kriege im Irak 1991 und 2003 sowie auf den Kosovo-Krieg 1999.

Die Ärzte gegen den Atomkrieg und andere Organisationen fordern daher eine Ächtung der Uranmunition.

Uran-fuer-Syrien

26.08.2013, 19:13 Uhr

sorry, vergessen, woher es stammt

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ARD, Sendedatum: 04.05.2013 19:20 Uhr

Account gelöscht!

26.08.2013, 19:16 Uhr

Herr Stock, ich weiß nicht ob Sie es merken, aber Sie lassen sich hier für die Propaganda FÜR einen Angriffskrieg in Syrien einspannen!!!!

Jedem, der ein klitzekleines Maß an gesundem Meschenverstand hat, weiß, daß hier ein False-Flag-Anschlag läuft (cui bono?), der den USA die Möglichkeit/Vorwand bietet soll, einen Bombenkrieg im Sinne Libyens (wo die US-gesteuerte deutsche Presse eine ähnliche Kriegspropaganda lieferte) durchzuführen.

SIE WISSEN DAS - ihre Moderatoren (Zensoren) "moderieren" schon lange nicht mehr, sondern ZENSIEREN Links weg, die Hinweise (Videos) auf die wirkliche Ursache der Gift-Toten bieten: Giftspritzen, den Geiseln der "Rebellen" injeziert. Tiere sind jedenfalls von dem angeblichen Giftgas nicht betroffen!

Der ganze "Arabische Frühling", insbesondere auch die "Rebellen" (ausländische Söldner und Islamisten der Al-Cia-DA) sind vom Westen und den arabischen Golfstaaten finanziert. DAS MENSCHLICHE LEID IN SYRIEN IST DAS RESULTAT DAVON - der zynischen False-Flag-Politik der anglo-amerikanischen Eliten (Geld- und Ölbarone) und ihrer Vasallen.

Vermutlich WISSEN SIE DAS! Und damit machen Sie sich ganz klar schuldig! Offenbar hat bei Ihnen die Karriere oberste Priorität!

Brecht (sinngemäß): "Wer die Wahrheit nicht kennt ist nur ein Dummkopf. Wer die Wahrheit kennt und schweigt ein Verbrecher!"

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