Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.10.2013

19:07 Uhr

Was vom Tage bleibt

Unsere Freunde halten uns auf Trab

VonStefan Menzel

In Washington regiert wegen der Haushaltsnot der Stillstand, der letzte deutsche Fernsehhersteller geht in die Insolvenz und den Opel holen die Probleme ein. Die Themen des Tages im Rückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Gelassenheit mit Washington
Die USA halten uns wieder einmal in Atem. Vor ein paar Wochen war es noch der drohende Militärschlag in Syrien, jetzt ist der "Shutdown" der Regierung, der ungelöste Budgetstreit zwischen Präsident Obama und dem Kongress. Die Märkte haben uns aber gezeigt, wie wir mit dem Haushaltsstreit in Washington umgehen sollten - mit großer Gelassenheit. Im Moment erleben wir ein großes politisches Spektakel mit vielen Show-Effekten. Lange wird dieser Schaukampf nicht anhalten, dann herrscht schnell wieder Vernunft. Und die USA bekommen dann auch wieder einen ordentlichen Haushalt.

Ein Deutschland ohne Fernseher
Eine Ikone hat sich heute verabschiedet, der deutsche Fernsehgeräte-Hersteller Loewe ist insolvent. Telefunken, Nordmende, Saba - die Liste der lange vergessenen TV-Marken aus Deutschland ist lang geworden. Und nun dürfte mit großer Wahrscheinlichkeit auch Loewe dazukommen. Mit einem ausgefallenen Design und hoher Qualität haben sich die Franken lange dem Negativtrend entziehen können. Aber jetzt scheint auch für Loewe das Ende näher gekommen sein. Deutschland ist einfach kein Standort mehr für die Produktion von Fernsehapparaten. Autos oder chemische Produkte können wir viel besser. Darauf sollten wir uns konzentrieren - und den Fernsehgeräten nicht lange nachweinen.

Nicht zu früh freuen, Opel
Opel hat eine leidige Geschichte hinter sich. Dauernde Vorstandswechsel, immer wieder Konflikte mit der Konzernmutter General Motors in den USA. Der neueste Vorstandsvorsitzende Karl-Thomas Neumann hat vor ein paar Wochen die Trendwende zur Besserung ausgerufen. Doch niemand sollte sich bei Opel zu früh freuen. Jetzt kursieren die ersten Meldungen, dass es Probleme mit dem Vorzeigemodell "Adam" gibt und dass das Werk in Eisenach seine Produktion herunterfahren muss. Eigentlich ist das völlig normal und typisch für Opel: Auf ein glückliches Ende werden wir noch warten müssen. Vor der deutschen GM-Tochter liegt noch ein langer und steiniger Weg.

Wohnungsnot im Westen
Deutschland ist ein gespaltenes Land - was den Wohnungsmarkt betrifft. In den Ballungsräumen vor allem im Westen explodieren die Mieten und die Ausgaben für Wohnungseigentum schnellen ebenfalls empor. Auf dem Land und besonders in Ostdeutschland herrscht bei Wohnimmobilien hingegen Tristesse. Bei diesem Thema sind nun wirklich Stadt- und Raumplaner gefragt. Der Zuzug in die großen westdeutschen Städte wird weitergehen, weil es dort die attraktiven Jobs gibt. Jetzt müssen schnell neue Wohnungen entstehen, weil es sonst gewaltige Wohnprobleme geben wird. Niemand kann hinterher sagen, er hätte es nicht gewusst.

100.000 Follower für das Handelsblatt bei Twitter
Im Kurznachrichtendienst Twitter kann es heiß hergehen. Zuletzt hatten sich Ex-Tennisprofi Boris Becker und TV-Moderator Oliver Pocher heftig über Twitter gezofft. Aber auch der eine oder andere Wirtschaftslenker ist auf diesem neuen Medium unterwegs. Etwa der bekannte US-Investor Carl Icahn, der mit einer Twitter-Nachricht dem Aktienkurs von Apple enormen Schub verliehen hatte. Das Handelsblatt hatte am Dienstag einen Grund zum Feiern: Wir konnten auf Twitter den 100.000sten Abonnenten ("Follower") begrüßen. Ist das vielleicht auch ein Ansporn für Sie? Folgen Sie uns doch einfach unter twitter.com/Handelsblatt. Aus der Wirtschaft gibt es jeden Tag spannende Nachrichten.

Einen spannenden Abend wünscht

Stefan Menzel

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

01.10.2013, 23:38 Uhr

"Und die USA bekommen dann auch wieder einen ordentlichen Haushalt."

Nach meiner Einschätzung bekommen die USA NIE WIEDER einen ordentlichen Haushalt - außer nach einem Total-Reset.

Diese Nation hat sich übernommen, lebt seit Jahrzehnten über ihre Verhältnisse. Sie haben nie etwas anderes außer Substanzverzehr gelernt. Jetzt zeigen sich die Grenzen, zwangsläufig.

Da ebenso jeder (irgendwann) das erntet, was er zuvor gesät hat, haben die Amis für die Zukunft nichts Gutes mehr zu erwarten.

Die sind bankrott, brechen zusammen.

Klingt unglaublich. Ist aber Gesetz(t).

Aber wir werden's erleben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×