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18.09.2015

18:31 Uhr

Was vom Tage bleibt

Vertane Chance

VonStefan Menzel

Die Fed fürchtet Zinserhöhungen, Moskau schickt Soldaten nach Syrien. Griechenland wählt am Sonntag, die Fifa versinkt im Sumpf der Korruption und das Oktoberfest beginnt. Der Tag im Rückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Wieder nicht

Irgendwie ist es am Ende dann doch keine Überraschung mehr gewesen: Die US-Notenbank verzichtet auf die lange erwartete erste Zinserhöhung nach zehn Jahren. Die Angst vor der China-Krise war größer, deshalb bleibt es vorerst bei den Niedrigzinsen. Eine Chance ist vertan, die Fed hätte sich jetzt zur Zinserhöhung durchringen müssen. Den USA geht es wirtschaftlich wieder gut. Wann kann es überhaupt noch Zinserhöhungen geben, wenn nicht jetzt? Geht es wieder bergab mit der Konjunktur, gibt es keinen Raum für Zinssenkungen. Eine ziemlich perspektivlose Angelegenheit. Die Börsen haben am Freitag entsprechend reagiert – mit tiefroten Kursen.

Tricks aus Moskau

Hybride Kriegsführung, lange haben wir mit diesem Begriff nichts anfangen können. Aber die Regierung in Moskau hat uns gelehrt, wie es doch geht. Lügen, täuschen, leugnen – das wäre die einfachste Übersetzung. Am Freitag hat Moskau erklärt, dass auch Kampftruppen nach Syrien entsandt werden könnten. Übersetzt heißt das: Die Truppen sind schon längst im Anmarsch, bald werden sie das Assad-Regime militärisch unterstützen.

Verzockt

Alexis Tsipras hat sich verzockt. Als er im August die vorgezogenen Neuwahlen ausrief, war er sich der absoluten Mehrheit gewiss. Doch die griechischen Wähler wollen nicht so ganz wie Herr Tsipras – deshalb ist der Wahlausgang am kommenden Sonntag völlig unsicher geworden. Griechenland wird am Montag mit einer ungeklärten politischen Ausgangslage in die neue Woche gehen. Es könnte also gut sein, dass das griechische Zittern schon bald wieder zurückkehrt. Machen wir uns auf einiges gefasst.

Wider die Korruption

Jerome Valcke kennt jetzt jeder. Die Fifa hat ihren Generalsekretär vor die Tür gesetzt, weil er möglicherweise in geheime Deals mit WM-Tickets verwickelt war. Wer kann diese Fifa noch ernst nehmen? Niemand. Sie müsste aufgelöst und noch einmal von Grund auf neu aufgebaut werden. Nur so ließe sich die im Weltfußball eingebaute Korruption ausrotten. Wenn deshalb die nächste WM ausfallen müsste, dann wäre das ein durchaus vernünftiger Preis für saubere Geschäfte im Fußball.

Einmal feiern

Genug der ernsten Angelegenheiten. Wie wäre es mit ein wenig Oktoberfest? Am Samstag beginnt in München das größte Volksfest der Welt, das Wetter soll auch einigermaßen mitspielen. Einmal abschalten, etwas Spaß haben und nicht immer nur an Wirtschaftskrisen, Bürgerkriege und fallende Börsenkurse denken. Beim Besuch auf der Theresienwiese sollte das ausdrücklich einmal erlaubt sein. Auf nach München!

Denjenigen, die nach Bayern aufbrechen, ganz viel Vergnügen dabei. Den anderen ebenfalls ein schönes Wochenende – wo immer Sie sich aufhalten mögen. Es grüßt Sie herzlich  

 

Stefan Menzel

Kommentare (1)

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aza azaziel

18.09.2015, 19:40 Uhr

Zitat: “Aber die Regierung in Moskau hat uns gelehrt, wie es doch geht. Lügen, täuschen, leugnen …” Herr Menzel, was haben Sie eigentlich damals zu den “Weapons of Massdestruction” gesagt?

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