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07.05.2014

18:19 Uhr

Was vom Tage bleibt

Vorsicht vor dem Wiesel

VonOliver Stock

GE sitzt Siemens im Nacken wie das Wiesel dem Kaninchen. Lebensversicherer stehen vor einer Kündigungswelle. Der Allianz-Chef reagiert dünnhäutig. Jacobs wird wieder deutscher. Der Tagesbericht.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Siemens erfindet sich neu 

In einem Kinderbuch, das ich gestern Abend vorgelesen habe, weiß ein Kaninchen nicht, was es ist: Vielleicht ein Eichhörnchen, das auf Bäume klettert? Vielleicht ein Fisch, der schwimmen kann? Erst als das Wiesel kommt und dem Kaninchen ans Schlafittchen will, findet es zu seiner Identität. Das Kaninchen ist Siemens und Joe Kaeser, der Chef, ist auf der Suche nach einer neuen Identität für Deutschlands Vorzeigekonzern. Heute packte er aus. Ihm geht es nicht darum, auf Bäume zu klettern oder im Wasser zu schwimmen, sondern er fokussiert Siemens auf seine ursprünglichen Kompetenzen: Elektrifizierung, Automatisierung, Digitalisierung heißt das in der Konzernsprache.  Kaeser steht unter Druck. Sein Wiesel, das ihm im Nacken sitzt, heißt General Electric. GE ist Konkurrent auf allen Gebieten. Aber auch anderswo drängeln die Wettbewerber: ABB hat in Sachen Automatisierung die Nase weit vorn, Philips macht Siemens das Leben in der Medizintechnik schwer. Prompt sehen die Zahlen, die Kaeser heute präsentierte, schwächer aus, als die mancher Wettbewerber. Er muss aus der Not eine Tugend machen. Er muss sich dem Kampf stellen. Heute hat Kaeser dafür seine neue Ausrüstung gezeigt. Sie sieht durchaus beeindruckend aus.

Tschüss, Lebensversicherung!

Kunden deutscher Lebensversicherer können ihre Policen nach einem höchstrichterlichen Urteil auch nach Jahren noch zurückgeben und ihr Geld zurückfordern. Wenn sie nicht ausreichend über ihr Widerspruchsrecht aufgeklärt worden sind, könnten sie die Rückabwicklung des Vertrages jederzeit verlangen, urteilte der Bundesgerichtshof heute. Betroffen sind Verträge, die zwischen 1994 und 2007 abgeschlossen wurden. Damit setzte sich ein Kunde der Allianz Leben durch. Laut Anwälten haben Tausende Versicherte jetzt die Wahl: Geld oder Leben.

Diekmann hat keinen Bock

Das klingt ein wenig dünnhäutig: „Es gibt keinen Grund, uns die Leviten zu lesen oder den Untergang zu beschwören“, glaubt Michael Diekmann. Der Mann verteidigt damit das, was bei seiner Allianz derzeit nicht wirklich rund läuft: Pimco. Der Vermögensverwalter, der bislang der zuverlässigste Gewinnlieferant für den Versicherungskonzern gewesen ist, leidet unter einer Schwächephase. Kunden ziehen Geld ab, weil Pimco auf die falsche Strategie gesetzt hat. Fondsmanager Ingo Speich von Union Investment sprach von einem regelrechten Pimco-Abschlag für die Allianz-Aktie an der Börse und warnte vor Reputationsrisiken. Eine muntere Sprecherin der Aktionärsvereinigung DSW fand sogar den Ausdruck „männlicher Zickenkrieg“, für das, was unter den obersten Pimco-Managern seither so vor sich geht. Verständlich, dass Diekmann darauf keinen Bock hat.

Jacobs kehrt zurück

Was haben wir geweint, als unser guter hanseatischer Jacobs Kaffee unters Dach von Mondalez schlüpfte und damit unwiederbringlich global daherkam. Jetzt schließt Mondalez seine Kaffeemarken mit D.E Master Blenders zusammen, einem Unternehmen, das hierzulande mit dem Markennamen Senseo unterwegs ist. Das Sagen bei D.E Masters und damit künftig auch bei Jacobs hat die deutsche Milliardärsfamilie Reimann. Damit können wir wieder lachen. Jacobs ist zurückgekehrt. Der Kaffee hat übrigens die ganze Zeit gleich geduftet.

Einen duften Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

07.05.2014, 19:32 Uhr

Siemens - Alstom: Patrick Kron hat heute schon mal angekündigt, dass er als CEO wohl nicht mehr benötigt wird, wenn sich Alstom - wie auch immer - auf die Transportaktivitäten reduziert. Der kann wirklich Siemens nicht leiden.

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