Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.10.2015

19:08 Uhr

Was vom Tage bleibt

VW wird ein anderes Unternehmen

VonStefan Menzel

Volkswagen muss an allen Ecken sparen, betroffene Kunden warten auf Entschädigung. Europas Daten bleiben in Europa, die Weltwirtschaft wächst weniger und Peter Altmaier wird Flüchtlingskoordinator. Der Tagesrückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Der neue Kurs

Der neue Konzernchef hat die klare Devise vorgegeben: VW muss sparen, sparen und noch einmal sparen. Die Investitionen werden zusammengestrichen, vielleicht stehen auch Jobs auf dem Spiel. Das sind wohl die letzten Hinweise, dass die Abgasaffäre den Konzern in Mark und Bein getroffen hat. Volkswagen steckt in der tiefsten Krise seiner Geschichte, die Existenz könnte auf dem Spiel stehen. Klarer hätte der Weckruf des neuen Chefs nicht sein können – das hat wohl jetzt jeder verstanden.

Einfach nur teuer

Betroffene Kunden von VW dürfte besonders eine Frage interessieren: Wie sieht es mit der Entschädigung aus? Jeder Neuwagenkäufer kalkuliert mit dem Restwert, wenn er sein Auto nach ein paar Jahren als Gebrauchten verkaufen will. Mit diesem Restwert dürfte es ebenfalls kräftig nach unten gehen, wenn ein VW-Diesel nach einer Umrüstung langsamer geworden ist. Wird Volkswagen auch dafür geradestehen? Wir wissen es nicht. Vielleicht wird der Gang zum Rechtsanwalt unvermeidlich.

Ein Feiertag

Unsere Daten gehören uns – und nicht Google, Facebook oder irgendeinem anderen Konzern. Dieses Prinzip hat der Europäische Gerichtshof mit seiner Entscheidung vom Dienstag mit aller Klarheit festgeschrieben. Facebook & Co. können die Daten ihrer Kunden nicht mehr nach Gutdünken einfach über den Atlantik hin- und herschieben, die Daten müssen in Europa bleiben. Der heutige Dienstag ist ein Feiertag für den Datenschutz.

Nicht alles wird schwächer

Das Wachstum der Weltwirtschaft schwächt sich ab. China ist der böse Bube, von dem alles ausgeht. Die Chinesen schalten einen Gang zurück, was vor allem auch auf den Rohstoffmärkten für eine ordentliche Delle sorgt. Wir in Deutschland können uns vergleichsweise beruhigt zurücklehnen. Natürlich verkaufen deutsche Unternehmen auch in China. 2015 sollte allerdings die Binnennachfrage ein chinesisches Minus mehr als ausgleichen. Schließlich hat Deutschland dann eine Million Einwohner mehr als jetzt.

Der Nächste, bitte

Thomas de Maizière wird entmachtet. Angela Merkel entzieht ihm die Verantwortung für Flüchtlinge. Der CDU-Politiker kann jetzt eigentlich nicht mehr lange im Amt des Innenministers bleiben, wenn ihm die Kanzlerin das aktuell wichtigste Teilressort einfach so wegnimmt. Kanzleramtschef Peter Altmaier soll es stattdessen richten und übernimmt den Flüchtlingsjob. Das Vertrauen der Kanzlerin besitzt er schon. Wenn er seine Arbeit auch noch gut macht, winkt ihm die ganz große Karriere.

Am Feierabend darf die Karriere gerne einmal ruhen. Hoffentlich auch bei Ihnen. Es grüßt Sie herzlich Ihr

Stefan Menzel

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Peter Klose

06.10.2015, 20:27 Uhr

Der Innenminister hat es gewagt klar Stellung zu nehmen gegen die Albtraumpolitik der immer noch amtierenden Bundeskanzlerin.
Das wird sofort und ohne Hemmungen mit Degradierung bestraft.
Wichtig ist der Machterhalt, also die Konsequente Bestrafung jeder Form von Kritik von Untergebenen, alles andere muss dahinter zurückstehen.

Frau Merkel hat Stärke gezeigt. Und einen ihrer unterwürfigen Lakaien installiert.
Da Capo!
Und es wird brav applaudiert.
Kompliment auch den Kommentator des HB! Es wird alles gut! Ganz bestimmt!
Wir müssen nur feste dran glauben...

Frau Sabine Schmid

06.10.2015, 20:35 Uhr

Ja, Diesel. Es gibt eine innovative Erdgas-Diesel-Hybridtechnologie, die man mit wenigen Umstellungen im Rahmen der derzeitigen Automotive-Fertigungsprozesse realisieren könnte, man käme also im Eiltempo zur Serienreife. Vom Diesel selbst kommt nurmehr so in etwa die Initialzündung des Motors. Der Schadstoffausstoss entspricht einem Verbrauch von 2,5 Litern Benzin auf 100 Kilometer. Da spricht hier in Deutschland kein Mensch darüber. Wieso?

Herr hartmut braune

08.10.2015, 19:41 Uhr

............man ist einfach sprachlos......und wie geht es weiter....das ist doch die Frage, nicht wahr?......sicher nicht so, wie es heute die Presse schreibt....ob wahr oder nicht wahr......daß dem Handel eine Sprachregelung zur Hand gegeben wird.....von der man sagt, daß es Halbwahrheiten sind......also keine Klarheit und wirkliche Wahrheit in der Aussage....... dem Kunden gebenüber...sollte da was dran sein, dann ......ja dann VW .....könnte es der Anfang vom Ende sein......ich kann es mir nicht vorstellen......bedeutet nun die Worte vom neuen Aufsichtsratschef Pötsch auf die Goldwage zu legen......und über die wirkliche Offenheit es Skandals zu berichten........jeder Mensch....jedes Unternehmen muß eine zweite Chance erhalten.........und ich hoffe, daß VW verstanden hat................

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×