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04.12.2012

18:10 Uhr

Was vom Tage bleibt

Wahlergebnisse wie zu DDR-Zeiten

VonFlorian Kolf

Die CDU schafft sich selber ab, Versicherten droht ein böses Erwachen und Facebook-Mitglieder sollen sich freiwillig selber entmündigen. Der Tagesrückblick

Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.

Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.

Wunderschönen guten Abend,

Die CDU schafft sich selber ab

Der Kanzlerinnen-Wahlverein hat getagt und Ergebnisse wie zu DDR-Zeiten hervorgebracht: Offenbar ist Angela Merkel für die CDU-Mitglieder so alternativlos, dass sie mit fast 98 Prozent als Parteivorsitzende wiedergewählt wurde. Zugleich wählt die Partei damit ihre Zukunft ab. Denn inhaltliche Diskussionen und ein Ringen um ein neues Programm sind bei diesem krampfhaften Bemühen um Geschlossenheit nicht gefragt. Im Schatten des Merkelschen Machterhalts schafft sich der deutsche Konservatismus selber ab.

Riesige Steuerschlupflöcher

Da haben die Finanzbehörden einen Millionenschatz gehoben: Eine der CDs mit Daten mutmaßlicher Steuerhinterzieher, die der nordrheinwestfälische Finanzminister gekauft hatte, enthält Daten über ein Anlagevolumen von fast drei Milliarden Euro, das Volumen der dabei hinterzogenen Steuern betrage mehr als 200 Millionen Euro. Das zeigt noch einmal, wie riesig die Steuerschlupflöcher sind, die die Behörden in der Schweiz und in Deutschland jahrelang toleriert haben und die Banken wie UBS schamlos ausgenutzt haben. Gut dass dieses Geschäftsmodell auf Kosten der Allgemeinheit beendet und hoffentlich hart bestraft wird.

Böses Erwachen für Versicherte

Alternativlos war lange Zeit auch die Lebensversicherung für die Altersvorsorge. Angesichts der immer unsicherer werdenden staatlichen Rente war diese Form der privaten Vorsorge Pflicht. Nun kommt das böse Erwachen für die Kunden: Nach der Alten Leipziger senkt nun auch die Ergo drastisch die Überschussbeteiligung. Und da ein Ende der Niedrigzinsphase nicht abzusehen ist, werden die Kunden weiter leiden. Da hilft nur eins: Die so bequeme, aber leider nur vermeintlich attraktive Lebensversicherung muss durch andere Anlageprodukte wie etwa Aktien oder Immobilien ergänzt werden. Nur dann ist der Lebensstandard im Alter gesichert.

Abstimmung über die Abschaffung der Abstimmung

Es war jedes Mal eine Farce: Wenn Facebook seine Regeln, etwa zum Datenschutz, ändern wollte, ließ es vorher die Mitglieder darüber abstimmen. Doch die Hürden waren hoch: Mehr als 30 Prozent mussten teilnehmen, um etwas zu erreichen, das sind rund 300 Millionen Menschen. Außerdem waren die Abstimmungen meist so versteckt, dass sie kaum einer bemerkte. Nun will Facebook selbst dieses Feigenblatt fallen lassen und lässt die Mitglieder über die Abschaffung der Abstimmungen abstimmen. Besser ist das. Denn vielleicht schärft das jetzt wenigstens das Misstrauen vieler Nutzer und lässt sie sorgsamer mit ihren Daten umgehen.

Was fehlt? Kaum ist der Nachwuchs für das britische Königshaus angekündigt, geraten die Briten in einen wahren Wettrausch. Geld gesetzt wird auf die Haarfarbe des künftigen Kindes von Kate und William, oder auf die Frage, ob der Sprössling später mal Fußball in der Premier League spielt. Monarchie hat schon einen höheren Unterhaltungswert als ein Bundespräsident.

Ich wünsche Ihnen einen vergnüglichen Feierabend.

Florian Kolf

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Kommentare (18)

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egal

04.12.2012, 19:01 Uhr

Was heißt "wie zu DDR-Zeiten"
Wir sind in der DDR!!!

Account gelöscht!

04.12.2012, 19:27 Uhr

@ egal
Was heißt "wie zu DDR-Zeiten"
Wir sind in der DDR!!!

Ich wünschte, Sie hätten einige Jahre in der DDR leben müssen. Dann würden Sie nicht so dummes Zeug von sich geben.

RumpelstilzchenA

04.12.2012, 19:37 Uhr

Radio Eriwan: Im Prinzip haben sie Recht, Mr Kolf, aber die CDU ist alternativlos. Mit der SPD und den Gruenen kommen wir vom Regen in die Traufe.

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