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24.10.2014

18:28 Uhr

Was vom Tage bleibt

Wann hört Amazon auf zu beißen?

VonOliver Stock

Jeff Bezos muss sich vom Kämpfer zum Liebhaber wandeln. Ein Ebola-Patient fährt U-Bahn in New York. Und die EU schickt England eine saftige Rechnung wegen übermäßigen Erfolgs. Was heute so geschah, lesen Sie hier.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Ab in den Streichelzoo

Jeff Bezos ist ein Kämpfer, ein Beißer. Der Mann, der Amazon gegründet hat, nimmt sich einen Markt nach dem anderen vor, und wo er einfällt, da wächst kein Gras mehr. Wenn einer gegen alle kämpft, kann das nicht ohne Spuren bleiben: Autoren griffen Amazon an, Verlage probten den Boykott, Disney ließ die Muskeln im Filmverkauf spielen. Das Smartphone des Online-Händlers findet wenig Käufer. Die einzelnen Schleuderspuren verdichteten sich inzwischen zu einer fetten Bremsspur. Der Verlust hat sich verzehnfacht. Vielleicht sollte Bezos statt aufs Beißen auch mal auf den Austausch von Streicheleinheiten achten. Wir wollen Amazon doch lieben und nicht fürchten.

Ebola in der U-Bahn

Eine der größten und am besten organisierten Metropolen der Welt hat ihren ersten außerplanmäßigen Ebola-Fall: In New York ist ein Arzt daran erkrankt. Er hatte bei seiner Einreise am New Yorker John-F.-Kennedy-Flughafen eine strikte Gesundheitskontrolle durchlaufen. Anschließend ist er U-Bahn gefahren und war im Bowling-Center. Aufs Bowlen können die New Yorker noch verzichten. Aufs U-Bahn-fahren nicht. Sie müssen sich deswegen, wie wir, damit abfinden: In einer globalen Welt gibt es keine lokalen Krankheiten.

Angst vor Ansteckung

Im am Sonntag zu Ende gehenden Gesundheitscheck der Europäischen Zentralbank werden 25 Banken wohl nach einer gründlichen Untersuchung für ziemlich malade befunden. Im Grunde genommen ist es damit, wie mit dem obengenannten Virus: Die Angst vor einer Ansteckung verdirbt einem die Laune.

Auf nach London

Brüssel will 2,1 Milliarden Euro von London haben. Der Grund: Die EU-Kommission hat die fälligen Zahlungen der Mitgliedsstaaten neu kalkuliert. Demnach muss Großbritannien mehr zahlen, Deutschland weniger. Die Zahlungsaufforderungen sind die Folge einer von der EU-Statistikbehörde eingeführten Neuerung, nach der bei der Berechnung des Bruttoinlandsproduktes nun etwa auch illegale Wirtschaftsbereiche wie Prostitution und Drogenhandel sowie Investitionen berücksichtigt werden. Das kann jetzt interpretieren, wer will. Ich sage dazu nichts, plane aber mal ein abwechslungsreiches Wochenende in London ein.

Verschwender gegen Verprasser

Während Cameron wegen der Rechnung Gift und Galle spukt, wählt sein italienischer Amtskollege Matteo Renzi einen anderen Weg: „Wir werden Daten zu allem veröffentlichen, was von den EU-Palästen ausgegeben wird. Wir werden einigen Spaß haben“, sagte Renzi , dem die EU-Kommission vorher einen Hang zur Verschwendung attestiert hatte. Das könnte peinlich werden: Wenn Renzi ein Verschwender ist, könnte Barroso am Ende sogar als Verprasser dastehen.

Ein verschwenderisches Wochenende wünscht Ihnen

Oliver Stock

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