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16.10.2015

18:48 Uhr

Was vom Tage bleibt

War alles nur ein Sommerlügenmärchen?

VonOliver Stock

Die Vergabe der Fußball-WM bringt den nächsten deutschen Großkonzern in Erklärungsnot. VW holt sich eine Verfassungsrichterin an Bord. Und Müll zu sammeln ist auch nicht mehr so einfach. Der Tagesrückblick.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser!

Adidas in Erklärungsnot

Jene Wochen, die wir als Sommermärchen 2006 in Erinnerung haben – sie waren womöglich teuer erkauft. Der DFB jedenfalls muss gerade selber mal nachschauen, wie es vor neun Jahren eigentlich gelungen war, die Fußballweltmeisterschaft nach Deutschland zu holen. Für mehr als sechs Millionen Euro, die über den ehemaligen Adidas-Chef Dreyfuss an Fifa-Mitglieder geflossen sein sollen, gibt es bislang keine schlüssige Erklärung. Es sieht so aus, als würde jemand versuchen, unser Sommermärchen von einst zum Sommerlügenmärchen zu erklären – und als schlitterte mit Adidas der nächste deutsche Großkonzern in den Erklärungsnotstand.

Mit der Aufgabe gewachsen

Christine Hohmann-Dennhardt war einmal hessische Justizministerin, sie war Richterin am Bundesverfassungsgericht und sie steuerte jene Abteilung bei Daimler, die kontrolliert, ob alles mit rechten Dingen zugeht. Jetzt wechselt die 65-Jährige in die gleiche Aufgabe bei VW. Wenn es stimmt, dass man mit seinen Aufgaben wächst, ist diese Dame eine ganz Große.

Erdogans Macht

Die Türkei ist Mittelpunkt der Flüchtlingskrise. Die Frage ist, ob das Land und sein nicht sonderlich berechenbarer Ministerpräsident Erdogan bereit sind, gegen Geld weitere Flüchtlinge aufzunehmen und damit Deutschland und Europa zu entlasten, oder eben nicht. Wenn nicht, bekommt die Kanzlerin ein Problem. Selten hat ein türkischer Ministerpräsident so viel Macht über eine deutsche Regierung gehabt.

Getrennte Wege

Vier Jahre hat das Umweltministerium an einem neuen Gesetz zur „haushaltsnahen Getrennterfassung“ gewerkelt, jetzt ist es raus. Ergebnis: Das mit der Tonnenvielfalt wird noch ein bisschen komplizierter. Das Gute an dem jüngsten Gesetzesvorhaben ist die Erkenntnis: Solange wir uns in Deutschland so viele Gedanken um unseren Müll machen können, geht es uns wirklich gut.

Champagner auf dem Immobilienmarkt

Weil alle Welt in die vermeintlich sicheren Immobilienwerte investiert, wissen die beteiligten Unternehmen gar nicht, wohin mit dem Geld. Also wird übernommen was nicht niet- und nagelfest ist. Die Nummer zwei und drei der Branche, die sich eigentlich zusammentun wollten, scheitern möglicherweise gerade an der Nummer eins, die sich erfolgreich einmischt. Das alles klingt weniger nach Strategie als vielmehr nach Champagnerlaune.

Ein entspanntes Wochenende wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (6)

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Herr C. Falk

16.10.2015, 19:19 Uhr

Es ist leider so, anstatt für den innereuropäischen Grenzschutz und den Schutz der EU-Grenzen zu sorgen, begibt sich Frau Merkel in eine fatale Abhängigkeit des Herrn Erdogan, der höchst "eigenwillige" Interessen hat, was man ihm nicht verübeln kann, die Frau Merkel allerdings zu berücksichtigen hat, wenn sie nur einen Schimmer von "sozusagen" Erfolg haben willl.

Die Politik dieser Dame ist bei Licht besehen ungeheuerlich und abwegig dazu.

Herr Paul Oberste

16.10.2015, 19:24 Uhr

Jetzt ist mir klar, warum der senile Franz so ruhig ist.

Herr C. Falk

16.10.2015, 19:33 Uhr

Franz wartet den Deal Merkel/Erdogan ab. Wenn man sich einigt, was nicht ausgeschlossen ist allerdings Milliarensummen kostet und eine Verpflichtung Merkels gegenüber Herrn Erdogan in der Zukunft, kann Merkel diesen Deal als grossen Erfolg verkaufen.

Allerdings hängt die Sache vom "Wohlwollen" des zweifelhaften Herrn Erdogan ab,
derseinerseits gerade mit nicht kleinen Schwierigkeiten zu rechnen hat.

Das treibt die Preise.

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