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10.10.2014

17:25 Uhr

Was vom Tage bleibt

Warum der Dax ein Miesepeter ist

VonOliver Stock

Die Börse kennt seit Tagen nur noch einen Trend: Den nach unten. Kommt das dicke Ende? Die Türkei spielt ein doppeltes Spiel. Und: Red Bull verleiht keine Flügel. Dies alles steht im Tagesbericht.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Polster verfrühstückt

Crash statt Rally? Wer wie all die Jahre darauf gehofft hat, dass die Börse im Herbst anzieht, liegt daneben. Es geht abwärts. Seit Oktober hat kein Dax-Wert mehr ein Plus hingelegt. Der Dax ist ein Miesepeter, weil er allerhand schlechte Nachrichten von Kriegen, Seuchen und Konjunkturdämpfern nicht einfach wegstecken kann. Auch, weil wir hierzulande unsere Reserven just dann aufgezehrt haben, als sie uns weiterhelfen könnten. In Deutschland spazieren Politiker mit der Gießkanne herum: Sie haben hier die frühe Rente bewässert und dort einen Strahl auf den Mindestlohn gekippt. Nun ist alles weg, was eben noch als Pölsterchen diente.

Der doppelte Erdogan

Der türkische Präsident Erdogan ist ein Mann mit zwei Gesichtern: Das Staatsoberhaupt seines Landes versicherte diese Woche, man werde „alles Mögliche tun, um den Menschen von Kobane zu helfen“ und eine Eroberung durch den IS verhindern. Zwei Tage später stellte Erdogan fest, Kobane sei „dabei zu fallen“. Eingegriffen hat die Türkei seither nicht. Warum erklärt unser Korrespondent Gerd Höhler: „Mit jedem Häuserblock, jedem Meter, den der IS bei der Eroberung Kobanes vorstößt, kommt auch Erdogan seinem Ziel näher: der Vertreibung der Kurden aus der Grenzregion.“

Einer fehlt im Gruselkabinett

Der amtierende Kim aus Nordkorea lässt sich nirgends mehr blicken. Auch nicht bei den Feierlichkeiten zum 69. Jahrestag seiner Partei. Ist er todkrank? Ist er gar gestorben? Nordkorea ist einer der letzten Staaten, der uns das Gruseln lehrte. Es ist bedrückend, dass in Syrien und anderswo wieder neue dazukommen.

Altersweisheit

Im Rechtsstreit um sein Buch kann Journalist Heribert Schwan einen Erfolg verbuchen. Er ist nicht länger Mikrofonständer, sondern echter Journalist und durfte das Buch mit den unautorisierten und auch unerhörten Zitaten Kohls über seine Parteifreunde veröffentlichen. Wäre er ein Mikrofonständer, hätte Kohl ein Recht an seinen Worten gehabt. Als Journalist darf Schwan aus dem Interview sehr wohl auch ohne Kohls Erlaubnis zitieren. Dem Altkanzler ist das klar geworden, und er hat seine Beschwerde gegen die Veröffentlichung zurückgezogen. Es ist ein Akt der Altersweisheit.

Doch keine Flügel gewachsen

Der Brausekonzern Red Bull hat in den USA wegen angeblich irreführenden Marketings einen millionenschweren Vergleich akzeptiert. Das Unternehmen erklärte sich bereit, 13 Millionen Dollar zu zahlen. Der Werbespruch „Red Bull verleiht Flügel“ entspreche nicht der Wahrheit, hatte es vorher von der Klägerseite geheißen. Ich muss jetzt Schluss machen und zu meinem Anwalt. Beim gelben Stromanbieter und bei meinem Küchenrollenhersteller, der immer behauptet, mit einmal wischen ist der Dreck weg, ist vielleicht etwas zu holen.

Ein beflügelndes Wochenende wünscht Ihnen

Oliver Stock

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