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15.06.2015

19:28 Uhr

Was vom Tage bleibt

Warum der griechische Schuljunge nicht zuhört

VonOliver Stock

Sinn predigt, aber keiner folgt ihm. Kaufhof bekommt Ahornsirup. Dinosaurier verzücken Investoren. Das sollten Sie heute gelesen haben.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Gescheiterter Versuchsaufbau
Der Versuch ist ein Versuch geblieben, hat mein Chemielehrer gesagt, wenn eines seiner Experimente unter Blitz und Zischen scheiterte. Später dann benutzte er es, wenn ich mich bei einer Formel verrechnet hatte. Hans-Werner Sinn kennt den Satz auch. Sein Schuljunge ist Griechenland und sein Satz lautet: „Das Experiment ist gemacht worden und es ist fehlgeschlagen.“ Inhaltlich hat Sinn recht: Die Rettungspolitik hat Griechenland nicht gerettet. Ich habe übrigens irgendwann aufgehört, meinem Lehrer zu folgen. Tsipras hat gar nicht erst angefangen.

Vom Pelzhandel zum Ahornsirup
Hier kommt die gute Nachricht für alle, die Ahornsirup mögen: Die neue Galeria Kaufhof heißt Hudson's Bay. Die Kanadier haben heute angekündigt, dass sie die Metro-Tochter übernehmen wollen. Wer den Sirup nicht mag, wartet ab. Manche schmollen bereits. Karstadt-Besitzer René Benko zum Beispiel, der Kaufhof auch gerne haben wollte, um aus beiden Unternehmen die Deutsche Warenhaus AG zu formen. Daraus wird nun nichts. Erstmal. Vielleicht später, denn die Kanadier sind wendig. Angefangen hat die Hudson's Bay Company 1670 mit dem Pelzhandel. So gesehen hat sich deren Geschäft schon sehr verändert.

Snowdens Leck
Edward Snowden, der Kämpfer für die Freiheit, der seit zwei Jahren das Gastrecht bei Wladimir Putin genießt, soll das Problem haben, dass seine Datensätze geklaut wurden. Angeblich von Russen und Chinesen, die nun Jagd auf westliche Agenten machen. Man kann Snowden verdammen oder verehren. Verleumden sollte man ihn nicht. Der Mann hat das Drehbuch für eine ganze Generation geschrieben. Es heißt: der öffentliche Mensch.

Dinosaurier freuen Investoren
Was bekommt man, wenn man einen genmanipulierten Tyrannosaurus Rex mit den besten Newcomern aus Hollywood kreuzt? 511 Millionen Dollar an einem Wochenende. So viel hat der vierte Teil von Jurassic Park eingespielt. Es ist doch beruhigend, dass Hollywood Rendite liefert, wenn anderswo die Zinsen abgeschafft werden. Wer sich noch mehr beruhigen will, geht jetzt ins Kino.

Bier ist zu teuer
Bier hätte 14 Cent billiger werden müssen, weil der Ölpreis gesunken ist. Das haben die Verbraucherschützer ausgerechnet. Trinken die Bier mit Schweröl? Nein, es geht um die Herstellungskosten. Den Verbraucherschützern ist viel zuzutrauen, aber einen so schlechten Geschmack haben sie nun auch wieder nicht.

 

Einen geschmackvollen Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (2)

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Herr Thomas Albers

15.06.2015, 20:08 Uhr

"Tsipras hat gar nicht erst angefangen."

Angesichts der gleichermaßen eindeutigen wie unrealistischen Wahlversprechen darf man glaube ich nicht erwarten, dass Tsipras eher als 1 nach 12 nachgibt. Wenn er überhaupt zum Einlenken bereit ist, dann kurz bevor es zu spät ist. Er kann nicht einfach sagen "machen wir!" genauso wenig wie Merkel einen Schuldenschnitt genehmigen kann. Beide Seiten müssen zeigen, dass sie hart gekämpt haben und werden sich bis zuletzt zieren. Das gehört zur Show.

Tsipras spielt deswegen so "vergnügt", weil er die Situation unter Kontrolle hat: Er kann es jederzeit beenden, wenn er möchte.

Sergio Puntila

15.06.2015, 20:25 Uhr

...da fällt mir doch glatt ein Urgroßvater ein, der seinen Urenkeln gesagt haben soll, wenn man 100.000 Euro Schulden habe, habe man ein Problem.
Habe man aber 300 Milliarden Euro Schulden hätten noch ganz andere ein Problem...

Warten wir mal ab, wie(lange) das "Gefeixe" noch weitergehen wird.

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