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29.06.2015

18:21 Uhr

Was vom Tage bleibt

Warum der Untergang vertagt wird

VonOliver Stock

Die Griechen haben das Chaos erfunden. Sie kennen auch den Weg hinaus. Die mögliche K+S-Übernahme hat auch goldene Seiten. Bei Apple gilt ein üppiger Mindestlohn. Was heute geschah, lesen Sie hier.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Die Chaoten

Erfasst Sie auch heute so eine Untergangsstimmung? Der schwarze Schwan ist gelandet, der Euro geht unter. Banken schließen, Griechenland versinkt im Chaos. Doch mal langsam. Zuerst stellen wir fest: Der schwarze Schwan kommt nicht überraschend, sondern wir hatten sechs Jahre Zeit, um uns auf ihn vorzubereiten. Seit 2009 spekulieren Politiker und Ökonomen, Stammtische und Abendgesellschaften munter über das Für und Wider eines Euroaustritts von Griechenland. Überraschung geht anders. Zweitens ist das letzte Wort noch immer nicht gesprochen. Die Griechen sind gespalten. Wenn sie ihrem Regierungschef am Sonntag bei der Volksabstimmung nicht folgen, muss Tsipras gehen und eine neue Regierung könnte sich wieder auf Europa zubewegen. Drittens: Für den Euro gilt – er wird es überleben. All das, was Europa zur Rettung seiner Währung in den vergangenen Jahren unternommen hat, wirkt nahezu überall – nur eben nicht in Griechenland. Auch die griechischen Banken sind inzwischen isoliert genug, um nicht das ganze Bankensystem mit in den Abgrund zu reißen. Und schließlich: Versinkt Griechenland im Chaos? Ich bin da Optimist. Es gibt wenige Völker in Europa, die so findig sind wie die Griechen, wenn es ums Überstehen von Krisen geht. Die Griechen sind sogar die Erfinder des Wortes Chaos. Und deswegen sind sie es auch, die es am ehesten durch Improvisation beherrschen.

Kapitalmarkt-Fans aufgepasst!

In Kassel sitzt mit K+S ein Dax-Unternehmen, das Düngemittel herstellt und Salz gewinnt und das sich eines Angreifers aus Kanada erwehren muss: Potash will es kaufen. Furchtbar? Nein, es ist ein Weckruf für Investoren. Erstmals seit der Übernahme von Mannesmann durch Vodafone vor mehr als 15 Jahren wagt sich wieder ein ausländischer Konzern an die Übernahme eines Schwergewichts an der deutschen Börse. Kapitalmarktfetischisten können also jubeln. Dumm nur, dass die K+S-Mitarbeiter mehr auf dem Arbeits-, als auf dem Kapitalmarkt unterwegs sind.

Trauer am Strand

Am Strand von Sousse, wo ein Student 38 Menschen umbrachte, hat sich heute eine Trauergemeinde versammelt, unter der auch Bundesinnenminister de Maizière weilte. Drei Tage ist es her, dass ein junger Mann plötzlich sein Maschinengewehr unter dem Handtuch hervorholte und um sich schoss. Bei dem Terroranschlag in Tunesien starben 38 Menschen und 39 weitere wurden verletzt. Zwei Deutsche sind unter den Toten. Terroristen gegen Touristen ist so ziemlich die feigeste Paarung, die ich mir vorstellen kann.

Mindestlohn bei Apple

Bei Apple ist die Sache mit dem Mindestlohn kein Problem. Das lässt sich aus einem Gespräch mit Praktikant Brad schließen. Ihm zahlte der Konzern 38 US-Dollar in der Stunde, das sind rund 6700 US-Dollar pro Monat oder 80.400 US-Dollar jährlich. In welchem Bereich Brad sein Praktikum machte und wie lange, wird nicht berichtet. Nur dass seine reguläre Arbeitswoche auch nicht mehr als 40 Stunden zählte. Mindestlohn-Durchsetzerin Andrea Nahles wäre stolz. Möglicherweise sogar neidisch. Der US-Praktikant verdient mehr als die Hälfte eines deutschen Ministergehalts.

Insel zu verkaufen

Neben Kaffee gibt es bei Tchibo jetzt auch ganze Inseln zu kaufen. Sieben verschiedene, zu Preisen zwischen 60.000 und 999.000 Euro, sind zu haben, die teuerste ist in der Südsee. Die billigste vor der kanadischen Ostküste. Falls die Welt also doch Schiffbruch erleidet – Tchibo hat die Rettung.

Einen rettenden Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (3)

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Herr Helmut Paulsen

29.06.2015, 18:42 Uhr

Medien Das ist der Chef von Deutschland !!

CEO Goldman Sachs Mr. Blankfein

Grinst wie Merkel.

Herr Helmut Paulsen

29.06.2015, 18:47 Uhr

Das ist der Chef von Deutschland !!

CEO Goldman Sachs Mr. Blankfein

Grinst wie Merkel.

http://dalje.com/slike/slike_3/r1/g2011/m03/ox281260503944085244.jpg

Herr Horst Meiller

29.06.2015, 20:34 Uhr

Ich glaube nicht, daß der Untergang sehr lange vertagt wird:
http://journalistenwatch.com/cms/wo-moscheen-geschlossen-werden-und-wo-moscheen-gebaut-werden-duerfen/

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