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30.12.2014

17:42 Uhr

Was vom Tage bleibt

Warum die Griechen weise sind

VonOliver Stock

Das Linksbündnis kann die Wahlen in Griechenland gewinnen – muss es aber nicht. Die Allianz zahlt für malaysische Flugzeugopfer. Und Udo Lindenberg hat einen Sonderwunsch. Lesen Sie, was heute geschah.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Sokrates findet Gehör

In Griechenland bahnt sich sokratische Weisheit ihren Weg. In der jüngsten Umfrage kommt das Linksbündnis Syriza noch auf 28,1 Prozent, während die Samaras-Partei Neue Demokratie bei 25,1 Prozent landete. Der Abstand schmilzt und da Syriza mit Forderungen wie dem Nato-Austritt und Reparationsforderungen gegenüber Deutschland von sich Reden macht, ist diese neue Umfrage ein Zeichen der Selbsterkenntnis. Und die wiederum ist, wusste Sokrates, „die Bedingung praktischer Tüchtigkeit“.

Malaysia fliegt mit der Allianz

Die Angehörigen der Opfer jener malaysischen Maschine, die über Borneo abgestürzt ist, bekommen Hilfe aus Deutschland – und zwar von der Allianz. Sie ist der führende Rückversicherer für die Air-Asia-Maschine, genauso wie bei den beiden Flugzeugunglücken der Malaysia Airlines in diesem Jahr. Es gehört zum Wesen des Versicherungsgewerbes, dass niemand jemals von ihnen etwas brauchen will. Wenn doch, dann bitte nicht auf dem langen Dienstweg.

Recht auf Russisch

Alexej Nawalny, der russische Putin-Kritiker, ist heute zu dreieinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Sein Bruder genauso – nur ohne Bewährung. Das Urteil kam früher als erwartet, weswegen sich Demonstranten, die Nawalny unterstützen wollten, umorganisieren mussten. Es wurde auch nicht etwa gefällt, weil Nawalny politisch unkorrekt ist, sondern weil er und sein Bruder die französische Kosmetikfirma Yves Rocher übers Ohr gehauen haben sollen. Die Firma erklärte allerdings inzwischen, ihr sei durch die Kooperation mit den Nawalny-Brüdern kein Schaden entstanden. Russland hat manchmal recht, ein Rechtssystem hat Russland aber manchmal nicht.

Sonderwunsch von Udo

Für den überlebenden Udo, den Udo Lindenberg, steht das nicht an erster Stelle. Er meint, wir sollten die Freundschaft zu Russland „wieder hinkriegen“. „Nach all dem, was im Zweiten Weltkrieg so gelaufen ist, müssen wir heute mit Russland eine Freundschaft haben“, sagte er in einem Interview. Vor einer Eskalation in dem Konflikt zwischen der Nato und Russland hat er Angst. Es könne leicht ein „Fehler im Militärsystem passieren. Ein Atomkrieg aus Versehen“. Vor zwei Jahren, als Udo noch 66 war, klang er anders. Nach der Verurteilung von drei Mitgliedern der Putin-kritischen Punkband Pussy Riot sprach er von einem „idiotischen Urteil“. Wir sehen: Udo wird im Alter möglicherweise wie jeder von uns etwas vergesslich. Hoffen lässt allerdings, dass er offenbar erhört wird. Die Pussy Riot-Sängerinnen jedenfalls sind wieder auf freiem Fuß. Anders als Herr Nawalny, der inzwischen festgenommen wurde.

Kommen Sie besonders gut ins neue Jahr und fühlen sie sich wohl darin, wünscht Ihnen

Oliver Stock

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